Chatten, Audio, Video: Online-Konferenzen ohne Software
Der Platzhirsch: WebEx Meeting Center von Cisco
Ebenfalls für den geschäftlichen Einsatz ist WebEx gedacht, das bereits seit einigen Jahren am Markt ist. WebEx gehört dem Cisco-Konzern, dem weltgrößten Anbieter von Infrastrukturkomponenten für weltweite Netzwerke.
Der Dienst setzt komplett auf ein separates Java-Applet, das aus dem Browser heraus gestartet wird und in einem eigenen Fenster läuft. Der sogenannte Meeting Center wirkt sehr aufgeräumt und ist noch ein wenig einfacher zu bedienen als Vyew.

Über einen einzigen Knopfdruck kann man jeweils den Bildschirm freigeben, eine einzelne Anwendung an die Konferenzteilnehmer übertragen oder sich gegenseitig Dateien senden. Die integrierte Video- und Audio-Funktion erzielte im Test die besten Ergebnisse und kam sogar mit der iSight-Kamera des MacBook Pro zurecht. Dabei ist auffällig, dass WebEx sogar bei einer relativ niedrigen Übertragungsrate noch recht passabel funktioniert. Leider ist der Dienst nach 14 Tagen Testphase kostenpflichtig: Ab 30 Euro pro Monat kann man ohne Beschränkungen konferieren.
Lotus Live: Junge Konkurrenz von IBM
Neben Cisco hat mit dem IBM-Konzern ein weiterer Branchenrise ein Programm für webbasierte On-Demand-Dienste gestartet. Unter der Marke Lotus Live gibt es ein System, über das auch private Anwender sehr gut arbeiten können. Das Dashboard dient dort als zentrale Anlaufstelle für alle Aufgaben, die man webbasiert erledigen möchte: Sowohl der Austausch von Dateien, die gemeinsame Organisation und Verwaltung von Projekten und Aufgaben als auch Instant Messaging (IM) sind darüber schnell erledigt.

Für IM benötigt man aber zusätzlich zum Lotus-Live-Account noch ein Programm aus dem IBM-Portfolio - beispielsweise Lotus Sametime - auf dem Rechner. Reine Besprechungen lassen sich aber ohne zusätzliche Software über das Web organisieren. Der Anwender muss lediglich eine URL an die Kollegen und Freunde weitergeben. In einem neuen Fenster öffnet sich der Konferenz-Center. Neue Teilnehmer lassen sich direkt aus der Besprechung heraus per E-Mail einladen. Angenehm fällt bei IBM vor allem auf, dass der Dienst optisch sehr ansprechend gestaltet ist.
Die Gesprächs- und Bildqualität der Videokonferenzen kommt aber nicht gegen die der WebEx-Anwendung an. Nach einer 30-tägigen Testphase wird Lotus Live kostenpflichtig. Der Preis richtet sich dabei danach, welche Module aus dem Dashboard der Nutzer benötigt.
Fazit: Grundlegende Funktionalität
Es geht auch ohne Skype und andere Programme. Zumindest wenn es um reines Instant Messaging geht, sind die Online-Lösungen vielleicht sogar die bessere Alternative zu auf dem Rechner installierter Software. Zwar muss der Anwender auf einige anwendungsspezifische Funktionen verzichten - unter ICQ funktionieren zum Beispiel keine Spiele. Dafür gewinnt der Nutzer an Flexibilität und kann von jedem Rechner aus, auch bei Freunden oder in der Uni, problemlos chatten.
Wer Audio- und Videokonferenzen abhalten möchte, kann ebenfalls zu Online-Diensten greifen. Hier können Qualität und Stabilität der Dienste aber nicht immer überzeugen. Für gelegentliche Online-Gespräche sollten die meisten Anwendungen aber ausreichen - Meebo und Vyew beispielsweise können unterwegs eine echte Hilfe sein. Spannend bleibt hier, wie sich der Markt vor dem Hintergrund neuer Betriebssysteme - wie etwa Chrome OS - und Geräteformate - beispielsweise Apples iPad - der Markt entwickelt.
