Schneller Austausch per Internet-Anwendung
Chatten, Audio, Video: Online-Konferenzen ohne Software
Das Programm Skype steht beinahe als Synonym für Chats und Videokonferenzen im Web: Die Anwendung hat es möglich gemacht, einfach und kostenlos mit Menschen auf der ganzen Welt per Audio- oder Videoübertragung zu sprechen. Andere Instant Messenger können das auch - es geht aber auch komplett webbasiert.

Inhaltsverzeichnis
- 1Chatten und Telefonieren ohne lokale Software
- 2Meebo: Chatten in allen Netzen
- 3eBuddy und IMO: Meebo-Konkurrenz mit kleinen Schönheitsfehlern
- 4Video-Konferenzen: Nicht ohne Adobe Flash oder Java-Applets
- 5MegaMeeting und MeBean: Privates Video-Vergnügen
- 6Vyew - Gemeinsam arbeiten und Bildschirm teilen
- 7Der Platzhirsch: WebEx Meeting Center von Cisco
- 8Lotus Live: Junge Konkurrenz von IBM
- 9Fazit: Grundlegende Funktionalität
Seit der Jahrtausendwende erfreuen sich Instant Messenger einer gigantischen Beliebtheit - sie sind nach E-Mail-Lösungen die beliebtesten Anwendungen im Internet. Dabei haben sich im Laufe der Jahre diverse Protokolle entwickelt: Microsoft mit MSN und dem Windows Live Messenger, der Yahoo Messenger, aber auch AOL und ICQ kochen jeweils ihr eigenes Süppchen. Alle diese Netzwerke verstehen sich gegenseitig nicht, und der Surfer muss sich um plattformspezifische Eigenheiten kümmern - so kann ein Mac-User zum Beispiel mit dem Windows Live Messenger keine private Konferenzen abhalten, sondern sich lediglich per Audio- oder Videoübertragung auf einem Office-Firmen-Server zuschalten.
Lediglich Jabber, ein offenes Protokoll für IM-Systeme, verbindet mehrere Betreiber problemlos miteinander. Google Talk und Apple iChat setzen sehr vorbildlich auf dieses Protokoll. Für Audio- und Videokonferenzen ist Skype aber der unangefochtene Marktführer. Obwohl auch hier ein proprietäres Protokoll verwendet wird, hat sich Skype durchgesetzt: Kostenlose Telefonate in die ganze Welt und Clients für alle großen Plattformen auf Windows, Linux und Macintosh sind der Schlüssel zum Erfolg.
Chatten und Telefonieren ohne lokale Software
Wer bei der Videokonferenz Kompatibilitätsprobleme vermeiden möchte, im Internet-Café oder an der Uni an einem Rechner ohne entsprechende Software sitzt, oder schlicht seinen Rechner sauber halten möchte, kann aber auch auf internetbasierte Lösungen zurückgreifen. Vorteilhaft sind webbasierte Dienste auch immer dann, wenn die IM-Ports durch die Firewall gesperrt sind: Das sie als normale Website "daherkommen", schlüpfen die Kommunikationsanwendungen durch jede Leitung.
Meebo: Chatten in allen Netzen
Einer der bekanntesten Vertreter dieser Kategorie ist Meebo. Der Dienst hat den Anspruch, alle Funktionen des Instant Messaging endlich ins WorldWideWeb zu bringen - ohne lokal installierte Software. Dabei fungiert Meebo praktisch als unabhängige Oberfläche für die großen IM-Netzwerke. Derzeit kann man sich mit den Zugangsdaten von AOL, ICQ, MSN bzw. Windows Live, Yahoo, MySpace und Facebook einloggen. Der Zugang zu Netzwerken auf Basis des Jabber-Protokoll ist ebenfalls möglich, auch zu Google Talk.
Schade ist nur, dass man sich ohne Registrierung nicht gleichzeitig in mehreren Netzwerken anmelden kann. Allerdings gibt es eine Hintertür: Wenn der Anwender mehrere Tabs im Browser mit Meebo öffnet, steht uneingeschränktem IM-Vergnügen nichts entgegen. Meebo setzt im Hintergrund auf die etablierte libpurple-Bibliothek, die auch in vielen Linux-Distributionen zum Einsatz kommt. Damit kann man problemlos seine Kontaktlisten verwalten und sogar mehrere Gruppen anlegen. Meebo bietet auch jede Menge eigener Chaträume, in denen man sich mit gleichgesinnten Unterhalten kann.
Die Freude an Meebo wird einzig dadurch getrübt, dass am unteren Rand des Browser-Chat-Fensters ein relativ großer Werbebanner angezeigt wird. Dieser kann auf Dauer ganz schön nerven - und klappt gelegentlich auch nach oben aus. Werbefrei ist dagegen derzeit noch die Version für Smartphones: Meebo gibt es als Webanwendung für das iPhone und auch für Android-Geräte.
eBuddy und IMO: Meebo-Konkurrenz mit kleinen Schönheitsfehlern
Auch wenn Meebo das stärkste Angebot für reines Chatten ist, gibt es durchaus ansehnliche Konkurrenz: Der Dienst eBuddy kann mit der gleichen großen Auswahl an Netzwerken umgehen. Im Chat-Fenster gibt es dann sogar die Möglichkeit, Fernsehclips anzusehen oder Twitter-Meldungen zu lesen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist hier nur, dass der IM-Client in einem Pop-up geöffnet wird.

Noch mehr Funktionen bietet Imo. Mit der Online-Anwendung können sich Nutzer an mehreren Netzwerken anmelden - etwa, um gleichzeitig mit den ICQ- und MSN-Freunden zu chatten. Besonders die Programmoberfläche überzeugt im Test: Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben und zeigen für Einstellungen oder Dienste jeweils eigene Fenster an, die sich innerhalb des Browser-Tabs sogar überlagern können. Dank Ajax fühlt sich Imo fast wie ein vollwertiger Instant Messenger an.

Im Gegensatz zu Meebo zeigten beide Dienste aber gelegentlich kleine Fehler im Umgang mit Kontaktlisten: Manchmal versteht man sich nicht mit den Gruppen, gelegentlich kommen Sonderzeichen nicht korrekt an.






