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Durchschaubar wie Plexiglas: Harman Kardon GLA-55 im Test
Durchsichtige Acrylglas-Lautsprecher für extravagante Ansprüche

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Wer knapp 800 Euro für Desktop-Lautsprecher auf den Tisch legt, erwartet neben einem umwerfenden Klang auch eine gehörige Portion Design für sein Geld. Beides liefert das gläserne Multimedia-Lautsprecher-System GLA-55 von Harman Kardon.

Wer knapp 800 Euro für Desktop-Lautsprecher auf den Tisch legt, erwartet neben einem umwerfenden Klang auch eine gehörige Portion Design für sein Geld. Beides liefert das gläserne Multimedia-Lautsprecher-System GLA-55 von Harman Kardon.

Was kann es an kalten Wintertagen besseres geben, als es sich am Kaminfeuer bei Musik gemütlich zu machen. Wenn sich am Fenster die Eiskristalle bilden, kommen die Glas-Lautsprecher GLA-55 von Harman Kardon zur vollen Entfaltung. Dabei sehen die sündhaft teuren Speaker selbst wie Eiskristalle aus.

Das facettenreich gestaltete Gehäuse des 2.0-Systems wirkt so, als stamme es aus den Händen eines Eisbildhauers. Licht bricht sich unendlich oft in den zahlreichen Ecken und Kanten der GLA-55, was die Desktop-Boxen zu einem echten Blickfang auf dem Schreibtisch macht. Die schlanken Abmessungen von 12,5 x 30,4 x 30,4 Zentimetern prädestinieren die Lautsprecher für den Einsatz auf dem Schreibtisch, obwohl auch ein Regal in Fernseher-Nähe als Standort in Frage kommt. Das gesamte System ist magnetisch abgeschirmt.

Verarbeitung

Das Lautsprecher-Gehäuse thront auf einem Chrom-Sockel und besteht aus Acryl, ist daher bei Berührungen nicht so kalt, wie es den Anschein hat. Trotzdem bringt es jeder der zwei Lautsprecher auf ein Gewicht von über drei Kilogramm. An der Verarbeitung des dreiteiligen Gehäuses gibt es erwartungsgemäß nicht das Geringste auszusetzen.

An der zerklüfteten Oberfläche der GLA-55 bricht Licht unendlich oft.

Zwei Klinken-Eingänge finden sich an der Flanke des rechten Lautsprechers. Die erste Schnittstelle dient dem Anschluss eines Zuspielgerätes wie iPod, CD-Player oder Computer. Die zweite Schnittstelle bietet Nutzern die Möglichkeit, einen externen Subwoofer an das System anzuschließen.

Auf der anderen Gehäuse-Seite finden sich Eingänge für das Netzteil sowie ein proprietärer Stecker zum Verbinden der beiden Lautsprecher. Dies geschieht mit Hilfe eines fest installierten Kabels, das vom Nutzer nicht entfernt werden kann. Die Lautstärke lässt sich direkt von den Lautsprechern aus mit Hilfe von berührungsempfindlichen Sensor-Tasten regeln. Drückt der Nutzer beide Tasten gleichzeitig, schalten die GLA-55-Boxen auf stumm.

Technik

Das GLA-55 ist ein Aktiv-System und funktioniert ohne zusätzlichen Verstärker, dieser ist direkt im Gehäuse verbaut. Ein Digitalverstärker mit 110 Watt sorgt im Falle des Testgerätes für die Signalaufbereitung.

Je ein CMMD-Hochtöner, der laut Hersteller einen bis zu vier Oktaven nach unten erweiterten Frequenzgang ermöglichen soll, sitzt geschützt von Aluminiumstreben in jedem Glas-Lautsprecher. Darunter befindet sich ein Tieftöner, der mit einem respektablen Maximalhub von 2,5 Zentimetern auftrumpfen kann. Das hört sich bereits auf dem Papier nach druckvollem Bass an. Zusätzlich sorgt ein Bassreflex-Kanal für verzerrungsfreie Tiefton-Wiedergabe.

Hörtest

Folgende Wiedergabeliste wählte netzwelt für den Hörtest:

  • - AC/DC: Ain't No Fun
  • - Björk: Wanderlust
  • - The Crystal Method: Bound too long

Über Geschmack und Design lässt sich streiten. Fest hingegen steht: Legt man die Messlatte für Desktop-Lautsprecher an, und als solche bezeichnet der Hersteller das System, klingen die GLA-55 außerordentlich gut. Selbst den Vergleich zu größeren Klangkörpern müssen die Harman-Skulpturen nicht scheuen.

Fast wie Glas: Lautsprechersystem GLA-55 von Harman Kardon.

Der Hörtest beginnt mit dem AC/DC-Klassiker "Ain't No Fun". Die Lautsprecher befinden sich im Test auf dem Schreibtisch auf Höhe eines Monitors, als Zuspieler dient ein Apple MacBook. Krachend und plastisch peitschend werfen die Lautsprecher uns die Gitarren-Sounds von Angus Young bereits im Intro um die Ohren. Leider geht die Stimme von AC/DC-Frontmann Brian Johnson im Gitarren-Gewitter ein wenig unter.

Ein ganz anderes Klangbild zeichnet sich beim nächsten Track ab. In Björks psychedelischem Titel "Wanderlust" schwirrt die Stimme der Isländerin förmlich ein paar Meter vor den Lautsprecher-Auslässen im Raum. Schließt man die Augen, scheint sie einem zentral angeordneten - aber nicht vorhandenen - Center-Speaker zu entfliehen. Wummernde Bässe geben einen Vorgeschmack auf den folgenden Belastungstest mit dem Titel "Bound Too long".

Harman Kardon GLA-55

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Das aktive Lautsprecher-System GLA-55 von Harman Kardon sieht auf den ersten Blick aus wie eine Eisskulptur.

Bass im Überfluss, dreckig, tief, nass, explodierend, trocken: Wenn ein Titel für Bassquälereien geeignet ist, dann dieser Dancefloor-Track von The Crystal Method. Auch ohne Zollstock liegt die Vermutung nahe, dass der maximale Hub von 2,5 Zentimetern des Tieftöners jetzt ausgereizt wird. Aber selbst Lichtjahre entfernt von Zimmerlautstärke spielt das Harman-Kardon-System freudvoll und keinesfalls angestrengt auf.

Zum Preis von knapp 800 Euro im Handel: Glas-Lautsprecher Harman Kardon GLA-55.

Fazit

Wer bereit ist, knapp 800 Euro für Schreibtisch-Lautsprecher auf den Tisch zu legen, wird von den GLA-55 von Harman Kardon nicht enttäuscht. Sofern kein Ferrari-Schlüssel in der Nähe liegt, sind sie der Star auf jedem Schreibtisch. Der Klang liegt erwartungsgemäß auf sehr hohem Niveau, und selbst ausgeschaltet lenkt das Aktiv-System die Blicke auf sich.

Negative Kritik handelt sich das Lautsprecher-Set höchstens für die nur mit einem Schraubenzieher erreichbare Stellschraube zur Regelung der Bass-Intensität ein. Hier wäre ein komfortabler Drehregler an der Gehäuse-Rückseite die bessere Wahl gewesen.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer knapp 800 Euro für Desktop-Lautsprecher auf den Tisch legt, erwartet neben einem umwerfenden Klang auch eine gehörige Portion Design für sein Geld. Beides liefert das gläserne Multimedia-Lautsprecher-System GLA-55 von Harman Kardon.

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  • -Sandstorm- schrieb Uhr
    AW: News - Durchschaubar wie Plexiglas: Harman Kardon GLA-55 im Test

    Die Boxen sind bereits ab 635,- Euro zu haben - ein wenig googeln lohnt sich. Ansonsten finde ich die Boxen optisch nicht schlecht, auch wenn sie bei mir so gar nicht rein passen würden - schon gar nicht finanziell :( Für eine UVP von 800,- Euro hätte ich allerdings mindestens eine Fernbedienung erwartet. Das die Lautsprecher hingegen Kabel-gebunden statt Akku-betrieben sind, finde ich sehr gut :)

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Durchschaubar wie Plexiglas: Harman Kardon GLA-55 im Test
Durchschaubar wie Plexiglas: Harman Kardon GLA-55 im Test
Wer knapp 800 Euro für Desktop-Lautsprecher auf den Tisch legt, erwartet neben einem umwerfenden Klang auch eine gehörige Portion Design für sein Geld. Beides liefert das gläserne Multimedia-Lautsprecher-System GLA-55 von Harman Kardon.
http://www.netzwelt.de/news/81705-durchschaubar-plexiglas-harman-kardon-gla-55-test.html
2010-02-03 12:00:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/harman-kardon-gla-55-4-420-1265187541.jpg
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