Kein Ersatz für die Desktop-Anwendung

Bildbearbeitung im Browser: Photoshop.com

Beim Thema Bildbearbeitung fällt schnell der Begriff Photoshop. Das Programm ist zwar teuer, hat sich in den letzten 20 Jahren aber trotzdem zum Marktführer entwickelt. Neben der Vollversion des Software und dem abgespecktem Ableger "Elements" gibt es mit Photoshop.com seit einiger Zeit auch eine kostenlose Version im Internet.

Photoshop.com
Photoshop.com: Kein Vergleich zur Desktop-Software - die Online-Anwendung bietet nur einfache Funktionen, darunter auch Rote-Augen-Korrektur und Kopierstempel.

Vor einigen Jahren als "Photoshop Express" gestartet will die Web-Anwendung den Nutzern auch im Netz eine Möglichkeit bieten, schnell und einfach die eigene Schnappschüsse zu bearbeiten. Der Name Photoshop.com suggeriert, dass sich hinter dem Projekt eine Software mit ähnlich umfangreichen Funktionen wie die Desktop-Anwendung verbergen könnte. Dem ist jedoch nicht so: Photoshop.com hat weder vom Funktionsumfang, noch von der Oberfläche her etwas mit der Vollversion gemeinsam. Das Online-Tool bietet lediglich Basisfunktionen und ist damit höchstens zum Nachbearbeiten von Schnappschüssen geeignet.

Bevor der Anwender loslegen und das erste Bild in Photoshop.com öffnen kann, ist erst einmal eine erstaunlich umfangreiche Anmeldung notwendig. Neben E-Mail-Adresse und Passwort will Adobe auch Vor- und Zunamen wissen, anschließend sendet die Seite eine Aktivierungs-E-mail. Erst wenn der Anwender auf den darin enthaltene Link klickt, kann es endlich mit der Bildbearbeitung losgehen.

Schneller Bild-Import aus Flickr, Picasa und Facebook

Im Bearbeitungsmodus stehen dann knapp 20 verschiedene Standard-Werkzeuge zum Nachjustieren des Bildes zur Verfügung. Die Größe kann dabei ebenso verändert werden wie Helligkeit, Kontrast oder Sättigung. Auch sind einige automatische Funktionen, beispielsweise ein Tool zum Entfernen von roten Augen oder eine automatische Farbkorrektur, enthalten.

Ein Kopierstempel für einfache Retusche-Arbeiten ist ebenfalls an Bord. Neben diesen Bildbearbeitungswerkzeugen hat Photoshop.com auch einen so genannten "Decorate"-Bereich zu bieten. Hier stehen verschiedene vorgegebene Rahmen, Grafikelemente und ein Textwerkzeug zur Verfügung, mit denen das Foto aufgehübscht werden kann. Hat man sich einmal vertan, kann jeder Bearbeitungsschritt mit einem Undo-Button rückgängig gemacht werden.

Nach dem Bearbeiten wird das Bild wieder in der Library gespeichert. Über den Button "Save Photo" kann die Datei zudem im ursprünglichen Format - bei JPEG-Bildern also beispielsweise nur im JPEG-Format - auf die Festplatte exportiert werden. Vorsicht ist geboten beim Speichern eines Bildes, das aus den oben genannten Foto-Communitys geöffnet wurde: Ohne erneute Nachfrage wird das geänderte Bild beim Speichern sofort dorthin übertragen und überschreibt die ursprüngliche Datei.

Fazit: Kein kleiner Bruder von Photoshop

Im Großen und Ganzen sind das auch schon alle Funktionen, die Photoshop.com zu bieten hat. Keine Ebenen, keine aufwändigen Filter oder Effekte, keine Exporte in andere Formate und schon gar kein Farbmanagement oder Stapelverarbeitung wie beim großen Bruder. Obwohl das Online-Tool einen großen Namen hat, sind die Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Online-Bildbearbeitungsprogrammen doch sehr eingeschränkt.

Einzig das schnelle Bearbeiten von Photos aus Sozialen Netzwerken und Foto-Communitys ist sehr komfortabel. Einem Vergleich mit der Vollversion von Photoshop oder auch nur mit dessen Ableger Photoshop Elements hält die Online-Version des Bildbearbeitungsprogramms aber in keinem Fall stand.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben