Solid-State-Drives - Technik und Trends
Netzwelt-Wissen: SSD
Die größte Geschwindigkeitsbremse für moderne Rechner ist die Festplatte. Vor allem als Systemlaufwerk setzen sich daher zunehmend die noch vergleichsweise teuren Solid-State-Drives durch. Netzwelt verrät, was hinter der Technik steckt - und gibt einen Ausblick auf die kommende Entwicklung der Flash-Speicher.
Inhaltsverzeichnis
- 1SSD-Formate: In allen Größen
- 2Controller: Extrem wichtig für die Geschwindigkeit
- 3MLC oder SLC
- 4Trim: Bereinigen der SSD
- 5Firmware: Neue Funktionen, höhere Geschwindigkeit
- 6Ausblick: Günstiger und größer
SSD-Formate: In allen Größen
Solid-State-Drives gibt es in nahe zu allen gängigen Formaten: Als PCI-Express 2.0 mit vier- oder achtfacher Anbindung, als 1,8-, 2,5- oder 3,5-Zoll-SSD-Laufwerk sowie als PCIe-Mini-Card und Expresscard-Slot 34-Modul. Anders als bei herkömmlichen Festplatten (HDD), die üblicherweise in 3,5 Zoll gefertigt werden, hat sich als Standardformat für Solid-State-Drives 2,5 Zoll etabliert.
Die Hersteller können Solid-State-Drives vor allem aufgrund des einfachen Aufbaus in so vielen verschiedenen Formaten anbieten: Eine SSD-Platine wird lediglich mit Speicherbausteinen und einem Controller bestückt, dabei kommen Flashspeicher zum Einsatz, die den in SD-Karten oder USB-Sticks verwendeten Bauteilen ähneln.
Die neuen Speicher kommen im Gegensatz zu Festplatten, in denen mehrere Platten rotieren und ein Lesekopf hin und her fährt, komplett ohne bewegliche Bauteile aus. In der Theorie benötigen SSDs daher auch keine Gehäuse als zusätzlichen Staubschutz. Dennoch werden die meisten Solid-State-Drives mit Gehäuse ausgeliefert.
Die Hülle dient zum einen als Schutz vor mechanischen Einwirkungen, außerdem lässt sich das Laufwerk so besser verbauen: Zum einen bietet ein Gehäuse Platz für Schraubengewinde und Halterungen, zum anderen passen die Geräte so in Festplattenhalterungen im Rechnergehäuse.
Controller: Extrem wichtig für die Geschwindigkeit
Die wichtigste Rolle bei einer Solid-State-Drive spielt der Controller. Von diesem Chipsatz hängt maßgeblich die Geschwindigkeit des Flashlaufwerks ab. Als technisch führend gelten derzeit die Controller des Herstellers Intel. Schnelle Controller bieten jedoch auch die Unternehmen Indilinx, Samsung und Sandforce an. Viele Hersteller haben mehrere SSD-Serien mit den unterschiedlichsten Controllern im Programm, weshalb hier erst ein genauer Blick auf das Datenblatt für Überblick sorgt.
MLC oder SLC
SSDs mit SLC-NAND-Chips speichern pro Zelle nur ein Bit, während SSDs mit MLC-NAND-Chips zwei bis vier Bits pro Zelle speichern. Dies erklärt auch den bei ersten Generationen hohen Geschwindigkeitsvorteil von Solid-State-Drives mit SLC-NAND-Chips gegenüber MLC-Varianten. Inzwischen spielt dieser Unterschied aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Controller jedoch keine allzu große Rolle mehr.
Ein häufiger Irrtum betrifft die Lebensdauer der Speicherbausteine, frühe MLC-Varianten galten als nicht sonderlich haltbar. Zwar halten die SLC-NAND-Chips in der Tat auch heutzutage mehr Schreibzugriffe als MLC-NAND-Chips aus. Allerdings liegt nach Herstellerangaben die maximale Betriebszeit eines aktuellen MLC-NAND-Chips bei bis zu einer Million Stunden. Außerdem wird dieser Umstand auch von der Größe der SSD beeinflusst. Je mehr Speicherzellen zur Verfügung stehen, desto seltener müssen die einzelnen Zellen beschrieben werden - und damit verlängert sich die Lebensdauer des Laufwerks.


Beinahe wöchentlich stellen die Hersteller neue Solid State Drives (SSD) vor und die Preise sinken allmählich. Einen Nischenmarkt stellen bislang noch MiniPCIExpress SSDs dar. Der Hersteller OCZ Technology stellt nun vier solcher Solid State Drives zum einfachen Aufrüsten von Netbooks und UMPCs vor.
OCZ mausert sich zum Vorreiter in Sachen SSD. Vor rund eineinhalb Monaten stellte OCZ das Z-Drive Solid-State-Drive vor. Eine SSD bestehend aus vier Platinen im Raid-Verbund für den PCI-Exprress-Slot mit sehr hohen Datenübertragungsraten. Auf ein ähnliches Konzept setzt OCZ bei dem Modell Colossus.
Intel hat die ersten Solid State Drives mit 34-Nanometer-Fertigungstechnik offiziell angekündigt. Bisher lag die übliche Strukturbreite der Leiterbahnen bei 50 Nanometern. Dank der neuen Fertigungstechnik bringt der Hersteller mehr Speicherkapazität auf der gleichen Fläche unter. Das senkt die Kosten in der Produktion und letztlich auch für den Verbraucher.
Die neue Solid 2 Serie von OCZ setzt auf einen Indilinx Controller. Ab heute bietet OCZ die Reihe auch in Deutschland an. Hierzulande kommen vorerst drei Modelle mit Kapazitäten von 30 bis 120 Gigabyte in den Handel. Die Preise liegen zwischen 100 und 260 Euro.
Von Woche zu Woche sinkt der Preis für Solid-State-Drives. Gleichzeitig bieten die neuen Modelle mehr Geschwindigkeit und Speicherplatz. Corsair spendiert seiner Extreme-Serie nun ein neues Flaggschiff, die X256. Der Produktname deutet auf die Speicherkapazität von 256 Gigabyte hin. Die neue SSD verfügt - wie auch die anderen Modelle der Baureihe - über einen Controller von Indilinx.
Die lautlosen Solid-State-Drives sollen im Jahr 2010 endgültig den Durchbruch schaffen und die Preise in annehmbare Regionen fallen. OCZ und Toshiba stellen auf der CES ihre neuen SSD-Modelle vor. OCZ bringt neben drei neuen Produktreihen auch Flash-Festplatten für Server und eine externe SSD auf den Markt. Toshiba beschränkt sich auf zwei neue Modellreihen in vier verschiedenen Formgrößen.
Trotz hoher Preise im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten werden Solid-State-Drives immer beliebter - vor allem als Bootdatenträger. Neben dem lautlosen Betrieb bietet eine SSD dank niedriger Zugriffszeiten und hoher Lese- und Schreibraten vor allem mehr Geschwindigkeit als herkömmliche Laufwerke.




