Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz
Bildqualität: Gut, digital belichtet besser
Der automatische Weißabgleich der Sigma DP2 schafft es zwar, dass bei Aufnahmen unter Neonlicht kein Gelbstich zu erkennen ist. Allerdings wirken die Farben auf den Bildern ausgeblichen. Besser arbeitet der Weißabgleich bei Tageslicht, bei Aufnahmen unter freiem Himmel fördert die Automatik natürlich wirkende Farben zu Tage.
Darüber hinaus überzeugt die DP2 von Sigma mit geringen Bildrauschen. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 treten leichte Bildstörungen auf, die erst bei ISO 800 auch bei einer um 50 Prozent verkleinerten Ansicht zu erkennen sind. Beim Kontrast und bei der Detailgenauigkeit übertreffen die Bilder der DP2 günstigere Digitalkameras mit höherer Auflösung ebenfalls.
Fotografen mit etwas Zeit für die Bildbearbeitung können die Bildqualität der Fotos der DP2 mit einfachen Mitteln verbessern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Aufnahmen im unkomprimierten Rohdatenformat X3F vorliegen. Mit "Sigma Photo Pro 3.5.1" befindet sich ein Programm zur Konvertierung der Dateien ins JPEG-Format auf der zum Lieferumfang gehörenden CD-Rom.
In dieser virtuellen Dunkelkammer kann der Fotografen die Bildeinstellungen manuell verstellen. Schon die Verwendung der automatischen Bildkorrektur mit anschließender Umwandlung ins JPEG-Format führt zu einer deutlich besseren Bildqualität als bei reinen JPEG-Aufnahmen. Die konvertierten RAW-Bilder weisen deutlichere Konturen, kräftigere Farben und angenehmere Kontraste auf.
Videos zeichnet die Sigma DP2 mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln auf. Trotz der brauchbaren Qualität der Filme sollten Nutzer, die häufiger bewegte Bilder aufnehmen wollen, zu einer Digitalkamera greifen, die Videos in HD-Auflösung aufnimmt.
Kompaktkamera mit Zubehörschuh
Dank der großen Daumenablage liegt das robust wirkende Gehäuse der Sigma DP2 sicher in der Hand. Die Stromversorgung stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher, und als Speichermedien dienen SD- und SDHC-Karten. Neben einem kombinierten USB- und AV-Anschluss verfügt die Kamera noch über einen Zubehörschuh, auf den der Nutzer zum Beispiel ein Blitzgerät aufstecken kann.
Sigma bietet für die DP2 ein externes Blitzlicht an. Ebenfalls erhältlich sind eine Gegenlichtblende sowie ein optischer Sucher, der ebenfalls auf den Zubehörschuh gesteckt wird.
Fazit: Bilder für die digitale Entwicklung
Keine Schnappschusskamera: Die Sigma DP2 verlangt, dass der Fotograf sich Zeit für die Aufnahmen nimmt. Die Bedienung geht insgesamt noch leicht von der Hand. Aber um mit der Festbrennweite den richtigen Bildausschnitt zu wählen, braucht es Geduld und Erfahrung. Zusätzlich zeigt die Kamera ihre hervorragende Bildqualität nur bei Aufnahmen im Rohdatenformat X3F. Von Anfang an im JPEG-Format komprimierte Fotos fallen hingegen trotz des großen Bildsensors nur unwesentlich besser aus, als die anderer Kompaktkameras.
Aktuell kostet die Sigma DP2 bei Online-Händler rund 500 Euro und liegt damit auf einem Preisniveau mit günstigen Spiegelreflexmodellen oder anderen hochwertigen Kompaktkameras - wie zum Beispiel der Canon Powershot G11.
