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Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz
41-Millimeter-Festbrennweite und ein großer Bildsensor

von Jan Johannsen
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Sigma baut in die DP2 den gleichen Bildsensor wie in seine Spiegelreflexkameras ein. Mit diesem liefert die Kompaktkamera vor allem bei Bildern im hauseigenen Rohdatenformat X3F hervorragende Bildqualität. Durch ihre Festbrennweite eignet sich die DP2 eher für anspruchsvolle Aufnahmen denn für Schnappschüsse.

Sigma baut in die DP2 den gleichen Bildsensor wie in seine Spiegelreflexkameras ein. Mit diesem liefert die Kompaktkamera vor allem bei Bildern im hauseigenen Rohdatenformat X3F hervorragende Bildqualität. Durch ihre Festbrennweite eignet sich die DP2 eher für anspruchsvolle Aufnahmen denn für Schnappschüsse.

Bildsensor wie eine Spiegelreflexkamera

Sigma verwendet in seinen Digitalkameras CMOS-Sensoren, die sich von den Bildchips der anderen großen Hersteller durch ihr Drei-Schicht-System unterscheiden. Durch drei übereinander liegende Sensorelemente zeichnet jeder Pixel des Foveon-X3-Chip die drei Grundfarben auf. Bei anderen Bildsensoren verteilen sich hingegen die Bildpunkte für Grün, Rot und Blau ungleichmäßig.

Mit einer Fläche von 20,7 x 13,8 Millimetern fällt der Foveon X3 von Sigma nur geringfügig kleiner aus als die APS-C und DX-Sensoren in aktuellen Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon. Die Sigma DP2 liefert Fotos mit einer realen Auflösung von etwa 4,6 Megapixeln. Für das Datenblatt der Kamera rechnet der Hersteller die Bildpunkte der drei Sensorschichten zu 14 Megapixeln zusammen.

Die Brennweite des Objektivs der DP2 liegt fest bei 24,2 Millimetern - umgerechnet ins Kleinbildformat sogar bei 41 Millimetern. Der Autofokus des Objektivs arbeitet zügig und präzise, allerdings auch deutlich lauter als der vieler anderen Kameras.

Die DP2 bietet ihrem Nutzer kaum Hilfsmittel an. Anders als die meisten aktuellen Kompaktkameras verfügt das Modell von Sigma weder über eine Gesichtserkennung, noch bringt die Kamera Lächelautomatik oder Bildstabilisator mit. Im Gegenzug erlaubt sie dem Anwender neben der teilweisen auch die komplette manuelle Einstellung von Fokus und Belichtungswerten.

Der auch als Sucher dienende 2,5 Zoll große Bildschirm der Sigma DP2 verfügt über angenehm große Betrachtungswinkel. Kontrast und Helligkeit reichen aus, um die Anzeige auch bei Sonnenlicht erkennen zu können.

Klare Druckpunkte, aber unübersichtliche Menüstruktur

Der Nutzer erreicht alle Bedienelemente der Sigma DP2 mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand. Einzige Ausnahme: Die Entriegelung für den internen Blitz. Die Tasten und der Auslöser zeichnen sich durch sehr knackige Druckpunkte aus. Mit der "Qs"-Taste ruft der Fotograf ein Schnellwahlmenü auf, in dem er wichtige Werte wie Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Bildqualität oder Aufnahmeart verstellen kann.

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Objektiv mit fester Brennweite und ein Bildsensor mit drei Schichten.

Über die Menü-Taste erreicht der Anwender eine Auflistung mit Bildeinstellungen, die mit 21 Unterpunkten zu lang und unübersichtlich ausfällt. An die Grundeinstellungen wie Sprache, Tastentöne oder Datum und Uhrzeit gelangt der Fotograf nur, wenn er das Modus-Wahlrad auf "Setup" stellt. Nach einer kurzen Eingewöhnung geht die Bedienung der Sigma DP2 leicht von der Hand.

Bildqualität: Gut, digital belichtet besser

Der automatische Weißabgleich der Sigma DP2 schafft es zwar, dass bei Aufnahmen unter Neonlicht kein Gelbstich zu erkennen ist. Allerdings wirken die Farben auf den Bildern ausgeblichen. Besser arbeitet der Weißabgleich bei Tageslicht, bei Aufnahmen unter freiem Himmel fördert die Automatik natürlich wirkende Farben zu Tage.

Darüber hinaus überzeugt die DP2 von Sigma mit geringen Bildrauschen. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 400 treten leichte Bildstörungen auf, die erst bei ISO 800 auch bei einer um 50 Prozent verkleinerten Ansicht zu erkennen sind. Beim Kontrast und bei der Detailgenauigkeit übertreffen die Bilder der DP2 günstigere Digitalkameras mit höherer Auflösung ebenfalls.

Fotografen mit etwas Zeit für die Bildbearbeitung können die Bildqualität der Fotos der DP2 mit einfachen Mitteln verbessern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Aufnahmen im unkomprimierten Rohdatenformat X3F vorliegen. Mit "Sigma Photo Pro 3.5.1" befindet sich ein Programm zur Konvertierung der Dateien ins JPEG-Format auf der zum Lieferumfang gehörenden CD-Rom.

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Zimmerbeleuchtung ein, Blitz ein: ISO 100, Blende 2.8, 1/40 Sekunde.

In dieser virtuellen Dunkelkammer kann der Fotografen die Bildeinstellungen manuell verstellen. Schon die Verwendung der automatischen Bildkorrektur mit anschließender Umwandlung ins JPEG-Format führt zu einer deutlich besseren Bildqualität als bei reinen JPEG-Aufnahmen. Die konvertierten RAW-Bilder weisen deutlichere Konturen, kräftigere Farben und angenehmere Kontraste auf.

Videos zeichnet die Sigma DP2 mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln auf. Trotz der brauchbaren Qualität der Filme sollten Nutzer, die häufiger bewegte Bilder aufnehmen wollen, zu einer Digitalkamera greifen, die Videos in HD-Auflösung aufnimmt.

Kompaktkamera mit Zubehörschuh

Dank der großen Daumenablage liegt das robust wirkende Gehäuse der Sigma DP2 sicher in der Hand. Die Stromversorgung stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher, und als Speichermedien dienen SD- und SDHC-Karten. Neben einem kombinierten USB- und AV-Anschluss verfügt die Kamera noch über einen Zubehörschuh, auf den der Nutzer zum Beispiel ein Blitzgerät aufstecken kann.

Sigma bietet für die DP2 ein externes Blitzlicht an. Ebenfalls erhältlich sind eine Gegenlichtblende sowie ein optischer Sucher, der ebenfalls auf den Zubehörschuh gesteckt wird.

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netzwelt
5.8
Sigma DP2
Vorteile
  • Lichtstarkes Objektiv
  • Farbtreue
Nachteile
  • Kein Bildstabilisator
  • Langsamer Autofokus

Bilder für die digitale Entwicklung

Keine Schnappschusskamera: Die Sigma DP2 verlangt, dass der Fotograf sich Zeit für die Aufnahmen nimmt. Die Bedienung geht insgesamt noch leicht von der Hand. Aber um mit der Festbrennweite den richtigen Bildausschnitt zu wählen, braucht es Geduld und Erfahrung. Zusätzlich zeigt die Kamera ihre hervorragende Bildqualität nur bei Aufnahmen im Rohdatenformat X3F. Von Anfang an im JPEG-Format komprimierte Fotos fallen hingegen trotz des großen Bildsensors nur unwesentlich besser aus, als die anderer Kompaktkameras. Aktuell kostet die Sigma DP2 bei Online-Händler rund 500 Euro und liegt damit auf einem Preisniveau mit günstigen Spiegelreflexmodellen oder anderen hochwertigen Kompaktkameras - wie zum Beispiel der Canon Powershot G11.


Einzelergebnisse
In Fotos und Videos halten wir schönen Erinnerungen fest oder nutzen die Medien als Ausdrucksform. Im Internet werden täglich unzählige Bilder und Filme ausgetauscht und netzwelt sucht für Sie nach der richtigen Kamera. Ziel eines Testbericht ist es ein Gefühl für die Digitalkamera oder den Camcorder zu vermitteln und vor allem,die Funktionsweise im Alltag. Gleichzeitig sollte die Beurteilung der Bildqualität nicht zu kurz kommen. Daher setzt sich die Gesamtwertung aus Handhabung, Foto, Video, Display/Sucher und der Bildqualität zusammen um eine Digitalkamera ganzheitlich zu erfassen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Redakteur kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritierien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Handhabung
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Foto
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Video
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Display/Sucher
5
Bildqualität
7
Einsortierung
Sigma DP2 von Sigma wurde als Digitalkamera abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Digitalkameras". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Canon, DSLR, Sigma, Sigma DP2 und Review .
Kommentare zu diesem Artikel

Sigma baut in die DP2 den gleichen Bildsensor wie in seine Spiegelreflexkameras ein. Mit diesem liefert die Kompaktkamera vor allem bei Bildern im hauseigenen Rohdatenformat X3F hervorragende Bildqualität. Durch ihre Festbrennweite eignet sich die DP2 eher für anspruchsvolle Aufnahmen denn für Schnappschüsse.

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  • Marianne1 schrieb Uhr
    AW: News - Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz

    Mein mann hat sich die dp1s als "kleine" gekauft. ist ganz praktisch, man(n) muss nicht immer die große mitschleppen und hat dennoch sehr gute bldergebnisse. das bild mit der gegenlichtblende und dem blitz ist sehr beeindruckend ;)
  • LochNessie schrieb Uhr
    AW: News - Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz

    Ist lustig, ich hab die DP2 auch mal in der Hand ghabt und find eben das Design gar nicht mager, sondern mir gefällt die Optik in mattschwarz... na geschmäcker sind eben verschieden! :-) Auch schon mal getestet?
  • Otto J. schrieb Uhr
    AW: Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz

    Die DP2 ist für mich eindeutig ein Liebhaberstück für all jene, die sich gern und intensiv mit ihrer Kamera beschäftigen, um das Beste aus ihr herauszuholen. Das etwas magere Design wird wohl einige davon abhalten, zur Kamera zu greifen - ohne zu ahnen, was in ihr steckt. Fotografiere bereits seit fast einem Jahr mit dem guten Stück und möchte die Kamera auf keinen Fall mehr missen. Der spezielle Foveon-Bildsensor macht alle eventuellen Nachteile (siehe Menüstruktur) mehr als wett und man wird mit tollen Bildern belohnt.
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Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz
Sigma DP2 im Test: Kompaktkamera mit DSLR-Herz
Sigma baut in die DP2 den gleichen Bildsensor wie in DSLR-Kameras ein. Die Kompaktkamera liefert vor allem bei Bildern im Rohdatenformat X3F hervorragende Bildqualität. Durch ihre Festbrennweite eignet sich die DP2 kaum für Schnappschüsse.
http://www.netzwelt.de/news/81618-sigma-dp2-test-kompaktkamera-dslr-herz.html
2010-01-26 17:34:00
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/09/sigma-dp2-produktbild-141128.jpeg
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