Spieler beschweren sich über neue Arsenal-Funktion

World of Warcraft: Protest gegen virtuelle Überwachung

Nutzer des Online-Rollenspiels "World of Warcraft" beschweren sich lautstark über eine neue Funktion, die die Aktivitäten von Spielern überwacht. Auf der "World of Warcraft"-Seite können alle Besucher einsehen, was ein virtueller Charakter zu einer bestimmten Uhrzeit gemacht hat. Das geht manchen Spielern zu weit.

World of Warcraft: Protest gegen virtuelle Überwachung
Im Arsenal lassen sich Details über den Charakter herausfinden.

Jeder Spieler, der einen Charakter im Online-Rollenspiel "World of Warcraft" (WoW) besitzt, erhält von Betreiber Blizzard eine Gratis-Website im so genannten "Arsenal" des Spiels. Dort sieht man alle Statistiken der Spielfigur - etwa gewonnene Gegenstände, Level, Stärke und Ausdauer. Seit kurzem zeigt die auf Englisch "Armory" genannte Website einen RSS-Feed an, der wiedergibt, welche Aktivitäten die Spielfigur gerade durchführt. So kann jeder, der den Charakternamen kennt, unter anderem verfolgen, wann ein Spieler im WoW-Universum online ist, und was er mit seiner Spielfigur unternimmt. Eine Möglichkeit, den Feed abzustellen, gibt es bislang nicht.

Spieler beschweren sich über neue Funktion

Die Spieler beklagen sich im offiziellen WoW-Forum mit inzwischen über 3.500 Beiträgen über die neue Funktion. Einige Beiträge raten Spieleinsteigern davon ab, ihre Charakternamen in Familie oder gar Öffentlichkeit preiszugeben, da andernfalls eine komplette Überwachung des Spielverhaltens möglich sei. Viele WoW-Spieler sprechen sich dagegen aus, dass Außenstehende Spielverhalten und Online-Zeiten mit ihrer Person verknüpfen können.

Das Problem betrifft lediglich Spieler, die ihren Charakternamen an Freunde oder Bekannte weiter geben haben. Wer seine Spielerdaten für sich behalten hat, bleibt trotz der neuen Arsenal-Funktion anonym. Kennen sich Mitspieler allerdings persönlich, weil sie miteinander befreundet oder gar verwandt sind, kann ein Dateneinblick unliebsame Folgen haben - etwa wenn es darum geht, den Vorwurf exzessiven Spielens zu untermauern. Einige Spieler befürchten sogar Repressalien seitens ihres Arbeitgebers. Blizzard hat auf die teils heftigen Fan-Äußerungen bislang noch nicht reagiert.

Umstrittenes Genre: Online Multiplayer Spiele

World of Warcraft ist das derzeit beliebteste Online-Rollenspiel, mehr als elf Millionen Spieler weltweit nutzen das Blizzard-Spiel. In vielen Fällen wurde der Titel allerdings bereits kritisiert und mit Spielsucht in Verbindung gebracht. Ziel des Spiels ist es, seinen Charakter in einer Fantasy-Welt auszubauen und diesen immer stärker werden zu lassen. Der Zeitaufwand dafür ist teils enorm, da außerdem viele Aktionen im Spiel nur in Teams durchgeführt werden können, entsteht leicht eine Art von virtuellem Gruppenzwang.

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