Handy-Navigation im Test: Skobbler
Zusatzfunktionen für die Navigation
Über das große Plus-Zeichen in der rechten unteren Ecke der Karte gelangt der Nutzer zum Optionsmenü. Dort kann er die Karte in eine dunklere Nachtansicht umschalten, damit das Display des iPhones im Auto nicht zu stark leuchtet. Die letzte Sprachansage kann noch einmal wiederholt oder der Ton ausgeschaltet werden. Auch eine Steuerung der iPod-Funktionen des Smartphones ist über das Menü möglich.
Skobbler zeigt während der gesamten Fahrzeit die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit an und warnt bei Überschreitung. Auf Wunsch kann die Anzeige in den Einstellungen noch weiter konfiguriert werden. Auch stationäre Radarkontrollen zeigt das Navigationsprogramm zuverlässig an.
Kartenmaterial
Das Kartenmaterial ist nicht auf dem iPhone gespeichert, sondern wird online abgerufen. Da die meisten Handyverträge bei T-Mobile für das iPhone bereits eine Volumen- oder Flatrate enthalten, sollten in der Regel keine zusätzlichen Kosten für das Herunterladen der Karten anfallen. Der Kartenanbieter ist Navteq, der auch Navigationsmaterial für Navigon-Geräte zur Verfügung stellt. Die Karten decken nach Navteq-Angaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit insgesamt knapp 1,4 Millionen Straßenkilometern das komplette Straßennetz ab.
Skobbler - Die wichtigsten Funktionen
Über die Auswahl der Adresse mithilfe der iPhone-Tastatur berechnet Skobbler sehr schnell die passende Route.
Damit das iPhone bei Nachtfahrten nicht blendet, kann der Fahrer die Karte in dunkleren Farben darstellen lassen.
Über ein Optionsmenü greift der Anwender direkt auf wichtige Funktionen wie Nachtfarben, Wiederholung der letzten Ansage, iPod- und Lautstärkensteuerung zu.
Ähnlich den "Points of Interest" können in der Umkreissuche mit Skobbler verschiedene Einrichtungen in der Nähe der aktuellen Position gesucht werden.
Navigation, Tempowarnungen und Blitzererkennung definiert der Nutzer im Einstellungs-Menü.
Neue Funktionen in Sicht
Wegen eines Streits mit Navigon wechselt Skobbler nach eigenen Angaben spätestens im März 2010 das Kartenmaterial und wird zukünftig mit OpenStreetMaps arbeiten. Zur Umstellung kündigten die Entwickler auf dem Skobbler Blog bereits zahlreiche Verbesserungen an. So soll sich die Karte in Fahrtrichtung drehen. Mit Open Street Maps wird auch die dreidimensionale Darstellung möglich, da das Kartenmaterial mit Vektorgrafiken arbeitet.
Nach der Umstellung möchte das Unternehmen an der Integration des TMC-Staumelders arbeiten. Für diese Funktion sollen laut Skobbler aber zusätzliche Gebühren anfallen. Außerdem soll es möglich sein, das Kartenmaterial kostenlos herunterzuladen, sodass insbesondere im Ausland keine teuren Roaming-Gebühren für die Routenplanung entstehen. Auch eine Ansage der Straßennamen über die Text-to-Speech-Schnittstelle des iPhones kündigte Skobbler bereits an.
Update vom 9. März 2010: Skobbler mit neuem Kartenmaterial
Am Freitag, dem 5. März 2010, veröffentlichte Skobbler die Version 2.0 der gleichnamigen Navigationslösung. Grund dafür ist die Umstellung des Kartenmaterials auf OpenStreetMaps. Dadurch hat sich die Darstellung merklich verändert. Auch eine dreidimensionale Kartenansicht mit Schritt-für-Schritt-Navigation.
Da die Qualität von OpenStreetMap ähnlich Wikipedia auf der Interaktion mit den Nutzern basiert, ruft Skobbler mit der Veröffentlichung von Skobbler 2.0 dazu auf, bei der Verbesserung des Kartenmaterials mitzuhelfen. So enthält die App einen Rückkanal, mit dem Anwender fehlende Straßen, falsche Navigationen oder falsches Abbiegen melden können. Das Update von Skobbler ist kostenlos und sollte bis zum 10. März erfolgen, da die alte Version zu dem Zeitpunkt nicht mehr funktioniert.
Fazit
Skobbler ist eine gute und vor allen Dingen preiswerte Navigationslösung. Im Vergleich zu handelsüblichen Navigations-Gerät muss der Nutzer allerdings noch viele Abstriche machen. Besonders in der Darstellung der Karten und einigen fehlenden Funktionen wie TMC oder einen Fahrspurassistenten besteht Nachholbedarf.
Mit der Ankündigung, dass viele der gewünschten Funktionen bereits in Arbeit oder wenigstens in Planung sind, könnte die Software ein echtes Konkurrenzprodukt zu teureren Navigationsanwendungen für das iPhone werden. Skobbler ist derzeit für 7,99 Euro im Apple AppStore erhältlich.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Apple iPhone hier.
