Verband der Musikwirtschaft veröffentlicht neue Analyse
Musikmarkt: Online-Downloads überschreiten 25-Prozent-Marke
Der Marktanteil von Musik-Downloads überschreitet nach Angaben einer neuen Studie des Musikverbands IFPI erstmals die 25-Prozent-Marke. Dafür sorgt auch die steigende Zahl der entsprechenden Internet-Seiten: Mehr als 400 Online-Shops für Musikdownloads zählt der Verband mittlerweile weltweit zu seinen Mitgliedern.
4,2 Milliarden US-Dollar durch digitale Verkäufe
Nach Angaben des Verbands der Musikwirtschaft (IFPI) sind die Tonträger-Verkaufszahlen seit dem Jahr 2004 um 30 Prozent gesunken. Die endgültigen Zahlen für das Jahr 2009 liegen noch nicht vor, doch der Verband schätzt, dass der Musikmarkt weiter schrumpft. Trotz des negativen Trends gibt es dank Downloads per Computer und Handy Grund zum Optimismus: Nach einer neuen Analyse des IFPI liegt der Anteil der Downloads am weltweiten Musikmarkt 2009 erstmals bei über 25 Prozent. Auch in Deutschland soll im Jahr 2009 das Internetgeschäft um 20 bis 30 Prozent gewachsen sein.
Insgesamt elf Millionen Tracks wurden im letzten Jahr in weltweit über 400 Shop-Webseiten online heruntergeladen. Rund 4,2 Milliarden US-Dollar nahm die Musikindustrie durch diese digitalen Verkäufe ein. Im Vergleich zum vergangenen Jahr entspricht das einem Plus von zwölf Prozent. Die Downloads einzelner Songs sind um rund zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Stück gestiegen, die Downloads ganzer Alben sogar um etwa 20 Prozent auf 110 Millionen. Verkäufe im Internet und über Mobiltelefone machen in den Vereinigten Staaten bereits 40 Prozent des gesamten Musikmarktes aus. In Europa hingegen kaufen nur acht Prozent der Internetnutzer regelmäßig Musik online. Auch beim Online-Vertrieb hinkt Europa den USA hinterher: Erst 15 Prozent der Musikverkäufe laufen über digitale Vertriebswege.
Abo-Systeme sollen Aufschwung bringen
Wachstumsbarrieren für den digitalen Musikmarkt stellen nach Angaben des IFPI etwa Probleme mit grenzüberschreitender Lizenzierung oder die Zurückhaltung vieler Konsumenten bei Online-Bezahlsystemen dar. Um dem entgegen zu wirken, sollen verstärkt Musik-Abosysteme zum Einsatz kommen, die unbegrenzten Musikdownload gegen eine monatliche Gebühr erlauben. Derzeit machen diese Systeme lediglich fünf Prozent des digitalen Marktes aus.
Als großes Problem schätzt der Verband nach wie vor illegale Musik-Downloads ein. Ein Rückgang der Raubkopien sei aber nur mit Hilfe der Regierungen zu erreichen. Daher fordert der Verband die Länder auf, ein gesetzliches Umfeld zu schaffen, in dem kreative Arbeit belohnt wird. "Wir sind dabei eine effektive Antwort auf Urheberrechts-Diebstahl zu finden." sagt IFPI-Vorsitzender John Kennedy. Der Fortschritt in diese Richtung gehe jedoch "quälend langsam" voran.

In keinem Land ist Musikpiraterie so weit verbreitet wie in China. Der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) vermutet, dass weniger als ein Prozent aller Musikdownloads auf legalem Wege heruntergeladen wird. Dem soll nun über eine Kooperation von Google und dem chinesischen Online-Musikportal Top100.cn entgegengewirkt werden.
Aufatmen für die Musikindustrie: Die Jahresbilanz 2009 verzeichnet dank stabiler CD-Verkäufe und einem großem Interesse an Musikdownloads nur einen leichten Rückgang des Umsatzes. Der Trend zu kostenlosen, illegalen Downloads bereitet dem Bundesverband der Musikindustrie jedoch Kopfschmerzen.
Allein in Deutschland wurden 2009 Programme im Wert von 1,35 Milliarden Euro raubkopiert. Das ergab eine Studie im Auftrag der Business Software Alliance. Dieser fordert härteres staatliches Vorgehen gegen Piraterie.
Diese Zahlen berauschen: Pro Sekunde versenden die Deutschen rund 1.100 SMS, im Jahr insgesamt 34 Milliarden. Das hat der Hightech-Verband Bitkom mitgeteilt mit Verweis auf die aktuellen Daten der Bundesnetzagentur.
Immer mehr Internetnutzer navigieren mit dem Chrome-Browser im Web. Nach Auswertungen von Statcounter hat sich die Software einen Marktanteil von knapp über 20 Prozent weltweit gesichert.
Illegale Musik-Downloads im Netz steigen rapide. Eine Studie des Bundesverbands Musikindustrie zählt, dass im letzten Jahr über 200 Millionen widerrechtlich gezogene Einzelstücke und Alben auf privaten Rechnern gespeichert wurden.
Das Verhältnis zwischen digitalen und physischen Musikverkäufen liegt in Deutschland bei 1:5. Die CD ist nach wie vor das beliebteste Medium, doch Downloads und Streaming holen langsam auf und sorgen für Umsatz.




