Airlines fordern: Weg mit Slip und Slipper
Verkehrte Netzwelt: Nackt, nicht gescannt
Die so genannten Nacktscanner sollen an den Flughäfen dieser Welt für mehr Sicherheit sorgen. Schon schreien Datenschützer und Intim-Piercing-Träger auf: Das geht doch nicht, das kann man doch nicht machen. In der Tat: Es wäre einfacher, wenn alle nackt wären. Ein Gedankenexperiment.
Inhaltsverzeichnis
- 1Airlines fordern: Weg mit Slip und Slipper
- 2Mehr Sicherheit für alle - wenn der Mensch nur nicht so prüde wäre
- 3Niedlich nackte Terroristen
- 4Landeanflug in die Realität: Nackscanner, wir kommen
Ist mein Nebenmann vielleicht ein Terrorist? Dieser Bart, diese finstere Mine, dieses ständige Abtasten mit den Augen. Hat er etwas zu verbergen? Und in der Hand hält er eine arabische Zeitung. Vielleicht ist es auch ein Flyer von irgendeinem Ausbildungscamp?
Airlines fordern: Weg mit Slip und Slipper
Das Misstrauen an Flughäfen ist fast schon unerträglich geworden. Auch die so genannten Nacktscanner würden da nicht viel dran ändern. Denn ist es nicht so wie bei der Alarmanlage im Haus? Sie schreckt Gelegenheitsdiebe ab, aber wenn jemand mit krimineller Energie wirklich einbrechen will, dann schafft er es doch auch. Um wirklich sicher zu gehen, dass alle Menschen, die ein Flugzeug betreten, keine gefährlichen Gegenstände bei sich tragen, müssten Airlines und Flughafenbetreiber Kleidung komplett verbieten.
Der Abflug-Terminal sähe dann aus wie diese FKK-Städte im Osten. Das finden Sie eine unangenehme Vorstellung? Keine Angst: In dem ganzen Gebaumel und Gehänge gehen Ihre körperlichen Defizite mit Sicherheit unter. Es merkt schon niemand, dass Sie ein paar Pfund zu viel auf den Rippen haben. Und es dient ja auch Ihrer Sicherheit. Sie wollen doch nicht, dass jemand mit einem langen Lodenmantel in den Flieger steigt, unter dem sich ein ganzes Arsenal von Waffen verstecken lässt.
Mehr Sicherheit für alle - wenn der Mensch nur nicht so prüde wäre
Nackt würden sich Sicherheitsschleusen erübrigen. Das Abtasten beim Check-In könnte man ja auf freiwilliger Basis, aus guter Gewohnheit, beibehalten. Je nachdem, welches Personal da gerade abtastet. Das kitzelt, Sie Schlingel. Und der nächste bitte.
Die Angst vor einem Anschlag würde einer Art kindlich naiver Erotik weichen. Ein besseres Rezept gegen den Terror kann es eigentlich nicht geben. Wenn der Mensch nur nicht so prüde wäre.
Niedlich nackte Terroristen
Das kann Sie immer noch nicht überzeugen und Sie haben außer im Baumarkt auch noch nie eine Sauna von innen gesehen? Vielleicht gefällt Ihnen dennoch folgende Vorstellung: Ein Terrorist springt plötzlich während des Landeanfluges von seinem Sitz auf, brabbelt etwas in einer für Sie unverständlichen Sprache. Mit Schaum vor dem Mund will er offenbar die Maschine in seine Gewalt bringen. Doch die restlichen Passagiere krümmen sich vor Lachen in ihren Sitzen. Ist "Süß, der ist aber klein" oder "Brauchen Sie für Ihre Körperbehaarung eigentlich keinen Waffenschein?" nicht die bessere Alternative zum verzweifelten Abschiedsanruf bei der Familie?
Am fernen Ziel angekommen, erhält der Reisende dann Gepäck und Kleidung fein säuberlich zurück. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Grenze zwingt man sich in Hose und Pullover und fragt sich vielleicht, wieso man überhaupt Kleidung trägt. Schließlich können auch Reißverschlüsse und Knöpfe im Alltag zu gefährlichen Waffen werden. Das kennt jeder, der sich schon einmal auf die falsche Weise den Reißverschluss einer Hose zugemacht hat. Vor allem Männer können davon ein Lied singen.
Landeanflug in die Realität: Nackscanner, wir kommen
Aber hier geht es ja um die Sicherheit an Flughäfen und die Verkehrte Netzwelt sieht wohl ein, dass sich mit dem Gedankenspiel des Nacktreisens nur die wenigsten Menschen anfreunden können. Aber wie wäre es denn mit einer Art genormter Reise-Uniform, als kosmopolitischem Pendant zur Schuluniform? Eine schlichte Kluft ohne Taschen, damit man Scharfkantiges oder Schusswaffen nicht darin verstecken kann würde gleichzeitig Nacktscanner überflüssig machen und die Würde des Menschen nicht verletzen. Aber auch die Uniform wäre zum Scheitern verurteilt. Denn welcher Promi oder welches "It-Girl" würde sich schon in eine solche zwingen?
Bitte klappen Sie jetzt wieder Ihre Sitze hoch, schnallen Sie sich an - wir sind auf dem Landeanflug in Richtung Wirklichkeit. Und diese sieht wohl in Zukunft Nacktscanner vor. Denn uns fragt ja keiner, obwohl wir es sind, die für die Reise zahlen. Einen guten Flug wünscht jedenfalls die Verkehrte Netzwelt - die sich jetzt auch langsam wieder was anzieht.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge
Ich wäre für totales entkleiden bei allen Fußballspielen ;) Da bekäme der Begriff "Schlagstock" eine neue Bedeutung und man könnte Hooligans vielleicht an ihrer Länge erkennen :cool: Nur...
Wirklich ein sehr gelungener Artikel mal wieder :D Doch... was bringt all das Nacktscannen und das eventuelle Nacktreisen wenn man Sprengstoffe auch im Körper verstecken kann? Zugegeben,...
:hmmm: da scheint der Autor seinen Geburtstag in Las Vegas wohl etwas übertrieben zu haben :saufgela: :idea: oder war es die übrig gebliebene Zeit aufgrund der Flugausfälle wegen kalter Witterung?