Handlungsbedarf für Hersteller und Provider

Verkehrte Netzwelt: Der Sieben-Punkte-Katalog für 2010

Manche Hersteller lernen es einfach nicht. Sie bringen Jahr für Jahr ihre Produkte in neuen Versionen, aber mit denselben alten Fehlern auf den Markt. Doch ab dem Jahr 2010 machen die Verbraucher nicht mehr mit. Hoffentlich. Die Verkehrte Netzwelt zeigt, was im neuen Jahr alles besser werden muss.

Apple iPod
Akkutausch nicht möglich. Der iPod ist fest verschlossen und lässt sich nur in der Fachwerkstatt öffnen. (Bild: Apple)

Inhaltsverzeichnis

  1. 11. Handys, Smartphones, MP3-Player
  2. 22. Mobilfunk-Provider
  3. 33. PC und Notebook
  4. 44. Internet-Provider
  5. 55. Tastaturen und Monitore
  6. 66. Software
  7. 77. Spiele

Bei Produktneuheiten läuft das normalerweise so: Die Hersteller lassen ihre Entwickler und Techniker werkeln, machen nebenher ein bisschen Marktforschung und werfen dann ihre mehr oder weniger gelungenen neuen Handys, Spielkonsolen oder Notebooks auf den Markt. Gerne werden die vorab auf Messen gezeigt, wie jetzt gerade wieder auf der CES in Las Vegas. Wenn den Anwendern die Produkte nicht gefallen, dann hat er eben Pech gehabt.

Verärgerte Kunden dürfen ein bisschen herummäkeln, dann ändert der Hersteller das Produkt vielleicht bei der nächsten Version. Vielleicht. Manche Bugs und Mängel überdauern so die Jahre und Jahrzehnte. Doch jetzt schreiben wir das Jahr 2010, jetzt drehen die Verbraucher den Spieß um. Die Verkehrte Netzwelt präsentiert der Industrie die To-Do-Liste für das Jahr 2010.

1. Handys, Smartphones, MP3-Player

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Bitte keine Akkus im fest verschraubten Gehäuse mehr, die man nicht selbst wechseln kann. Und den Rückdeckel bei Handys und Smartphones soll man möglichst auch ohne Zerstörung des Fingernagels oder gefährlichen Einsatz von Teelöffeln oder Küchenmessern öffnen können.

Kann ja nicht so schwer sein. Vielleicht auch wieder mal ein ordentliches Handbuch beilegen und kein windiges Faltblatt für den "Schnelleinstieg" und dann 180 Seiten PDF-Manual auf der CD. So was sollte bei einem Mobiltelefon für 300 Euro aufwärts eigentlich drin sein.

2. Mobilfunk-Provider

Sie wollen ein neues Handy, gleichzeitig den Vertrag verlängern und vielleicht auch den Tarif wechseln? Viel Spaß bei der Beratung in einem Mobilfunk-Shop. Kaum wartet man eine halbe Stunde, schon hat der Verkäufer Zeit. Er wird gleich ein großes Blatt Papier nehmen, mit einem Kugelschreiber 17 verschiedene Tarifoptionen skizzieren und dabei sehr schnell sprechen. Sie verstehen nichts. Das ist ungefähr so, als wollte er ihnen die Riester-Rente erklären. Nichts ist so kompliziert wie Handy-Tarife.

Schluss damit. Mobilfunk-Kunden fordern eine radikale Vereinfachung des Tarifsystems. Es muss wenigstens so einfach werden wie das deutsche Steuerrecht. Außerdem sollten die Preise gesenkt werden. 29 Cent für eine SMS oder acht Euro pro Monat für die Messenger-Funktion beim Blackberry, dafür gibt es nur ein Wort, und das beginnt mit "A" und endet mit "bzocke".

Viele Anwender haben heute schon zwei Handys. Ein Smartphone für den Beruf und ein kleines Handy, wenn man abends erreichbar sein will. Dafür wünschen wir uns, dass die Mobilfunk-Provider auch zwei SIM-Karten ausgeben. Nein, nicht für monatlich drei Euro, sondern für eine einmalige Gebühr von drei Euro. Maximal.

3. PC und Notebook

Rechner, die ihr Umfeld mit mehr als 30 Dezibel beschallen, will keiner mehr haben. Solche PCs sollten kennzeichnungspflichtig sein. Oder einen Warnhinweis bekommen. "Das Arbeiten mit diesem PC kann ihre Nerven unwiderruflich schädigen." Liebe Hersteller, leise Lüfter für CPU, Gehäuse, Grafikkarte und Netzteil gibt es schon. Bitte, bitte, baut diese doch einfach in eure Hightech-Kisten ein und schont die Nerven der Anwender.

Ach ja, jetzt, da Intel von der EU eine milliardenschwere Geldbuße wegen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht aufgebrummt bekam, haben wir die Hoffnung, dass 2010 bei Saturn und Mediamarkt auch mal der ein oder andere Rechner mit AMD-Prozessor auftaucht.

4. Internet-Provider

Haben Sie ihren Webzugang auch auf schnelle sechs Megabit pro Sekunde upgegradet? Leider, leider sind in Ihrem Wohnblock nur 3,2 Megabit möglich. Der Provider lacht sich ins Fäustchen, denn mit dem kleingedruckten Hinweis "bis zu 6 MBit/s" hatte er sich vorher abgesichert. Das berühmte Hintertürchen, das immer dem Anbieter und niemals dem Kunden offen steht.

Schon mal was von Fairness gehört? Auf solche Spielchen sollten die Anbieter 2010 verzichten. Stattdessen wünschen sich die Kunden die Angabe der Mindestbandbreite. Oder wenigstens einen Preisnachlass, wenn die versprochen sechs Megabit pro Sekunde um mehr als zehn Prozent unterschritten werden.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Wie schön wäre es doch, wenn alle Unternehmen sich an (Verkehrte) Netzwelt orientieren würden. Machen sie aber nicht - leider. Die Zeit der Monarchie ist schon lange vorbei; dem König "Kunde"...

Ihr Redakteur muß meinen Wohnblock meinen - und meinen T-Punkt. Die Leute da sind freundlich, teilweise sehr freundlich. Leider läßt die Telekom diese freundlichen Menschen aber im Regen stehen. Weil...

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