Betreiber rufen im Internet zu Spenden auf

Wikileaks: Enthüllungsprojekt mit Geldsorgen

Wikileaks: Enthüllungsprojekt mit Geldsorgen Das Internetportal Wikileaks steckt in Geldnöten: Die Dokumente des Enthüllungsprojekts sind online nicht mehr verfügbar, auf der Webseite prangt stattdessen ein Spendenaufruf. Vor allem für die Mitarbeiter werden dringend finanzielle Mittel benötigt.

Das Internetprojekt Wikileaks hat offenbar Geldsorgen. Anstelle neuer Enthüllungen von Geheimdokumenten begrüßt die Webseite den Besucher derzeit mit einem Spendenaufruf. "We protect the world - but will you protect us?" heißt es dort. Bis zum 11. Januar wollen sich die Betreiber ganz auf das Eintreiben von Fördermitteln konzentrieren. Geld wird dabei vor allem für die Entlohnung der Mitarbeiter benötigt.

"Im Moment finanziert sich jeder der Beteiligten noch selbst, aber das kann auf Dauer nicht so bleiben", erzählte der Wikileaks-Aktivist Julian Assange bereits in einem Interview mit dem Berliner Blogger Stefan Mey, das auf dem 26. Kongress des Chaos Computer Clubs Ende 2009 in Berlin geführt wurde. Fünf Vollzeit-Mitarbeiter und etwa 800 Ehrenamtliche sind nach Angaben von Assange derzeit für das Projekt aktiv.

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Unterstützer übernehmen Anwaltskosten

Um den Betrieb aufzurechterhalten, benötigt Wikileaks Aussagen von Assange zufolge jährlich rund 600.000 US-Dollar - das entspricht 418.000 Euro. Die Summe werde für Personalkosten, Serverbetrieb, Registrierungs- und Bank-Gebühren sowie Verwaltungsausgaben benötigt, sagt der Aktivist.

Anwaltshonorare fallen für die streitlustigen Seitenbetreiber allerdings keine an, da das Enthüllungsprojekt auf die Hilfe einiger Organisationen zurückgreifen kann: Die National Newspaper Association, die Nachrichtenagentur Associated Press oder auch die Los Angeles Times gehören zu den Unterstützern und stellen in Streitfällen Anwälte zur Verfügung.

Wikileaks macht Schlagzeilen

Über Arbeit können sich die Wikileaks-Mitarbeiter derzeit nicht beklagen. Auf der Webseite des Projekts heißt es, dass das Projekt umfangreiche Dokumente über korrupte Banken, den Irak-Krieg, China und die Vereinten Nationen erhalten habe. Zur Veröffentlichung solcher Informationen müssten aber Mitarbeiter das Material zusammenfassen und die Plausibilität der Quellen prüfen, schildert Assange im Interview die Arbeit von Wikileaks.

Wikileaks funktioniert ähnlich wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Jeder Seitenbesucher kann Texte und Bilder publizieren. Allerdings fokussiert sich das Webprojekt auf die Veröffentlichung von Geheiminformationen. Zuletzt hatte Wikileaks mit Material zum Terroranschlag auf das World Trade Center vom 11. September des Jahres 2001 Schlagzeilen gemacht. Die im Netz veröffentlichten Informationen bestehen aus abgefangenen Pager-Nachrichten und Dokumenten, die über Mobiltelefone verschickt wurden.

Brisantes Material enthüllten auch Recherchen zu einem Fall von Steuerhinterziehung bei der Schweizer Bank Julius Bär vom Februar 2008. In Deutschland sorgte Wikileaks zuletzt mit der Veröffentlichung geheimer Bundeswehr-Dokumente zur Bombardierung von Tanklastzügen in Afghanistan für Aufsehen. Auch mit exklusiven Informationen über Verträge, die die rot-grüne Bundesregierung mit den Betreibern des Lkw-Mautsystems Toll Collect abgeschlossen hatten, machte Wikilieaks hierzulande Schlagzeilen.

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