Durchleuchtungs-Geräte sollen mehr Sicherheit bringen

Flughafensicherheit: Die Körperscanner kommen

Sicherheitskontrollen an Flughäfen könnten noch in diesem Jahr neue Dimensionen erreichen: Politiker der schwarz-gelben Koalition planen die Einführung von Körperscannern bereits im Jahr 2010. Die umstrittenen Geräte werden auch als "Nacktscanner" bezeichnet und durchleuchten Flugpassagiere bis unter die Haut.

Flughafensicherheit: Die Körperscanner kommen
In diesen Schleusen werden Passagiere bis auf die Haut durchleuchtet (Quelle: L3 Communications)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bombenmischung in der Unterhose
  2. 2Überprüfungsmethode jenseits der Schamgrenze
  3. 3CDU-Experte befürwortet Scanner-Einsatz
  4. 4Kein wirksamer Schutz vor Wiederholung des Detroit-Attentats
  5. 5Italien und Großbritannien planen Scanner-Einsatz
  6. 6Terahertz-Strahlung nur wenig erforscht

Bombenmischung in der Unterhose

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Das vereitelte Attentat von Detroit am ersten Weihnachtsfeiertag des letzten Jahres führte weltweit zur Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen. Dem Attentäter Umar Faruk Abdulmutallab war es gelungen, eine Brandbombe in seiner Unterhose auf das Flugzeug zu schmuggeln und zu zünden. Nur das beherzte Eingreifen von Passagiere verhinderte größeren Schaden, der Terrorist fügte sich und anderen Passagieren lediglich Verbrennungen zu. Als Folge diskutieren auch deutsche Politiker über den Einsatz von Scannern, die mit Hilfe von Mikrowellen oder Röntgenstrahlen den Fluggast bis unter die Haut "ausziehen". Entsprechende Geräte kommen bereits in den USA und auf holländischen Flughäfen zum Einsatz.

Die Diskussion um die so genannten Nacktscanner bewegt schon seit dem Jahr 2008 die internationalen Medien. Sicherheitunternehmen hatten damals neue Mikrowellen-Körperscanner vorgestellt, die eine überprüfte Person ohne Kleidung darstellen können. Die Ganzkörperscanner zeigen ein 3D-Bild des Passagiers an - einschließlich der Genitalien. Diese Darstellung erleichtert das Entdecken von Gegenstände, die normalerweise nur über eine Leibesvisitation auffindbar wären - zum Beispiel versteckte Keramikmesser.

Überprüfungsmethode jenseits der Schamgrenze

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, warnt vor dem Einsatz der Körperscanner: "Die Möglichkeiten, mit dem Körperscanner mehr Sicherheit zu schaffen, sind sehr reduziert." An der technischen Wirkung des Scanners zweifelt er nicht: "Tatsächlich lässt sich natürlich durch die Kleidung hindurchschauen, und es kann festgestellt werden, was auf der Haut getragen wird. Aber es ist trotzdem möglich, Waffen oder andere Sprengstoffe in das Flugzeug reinzubringen - auch mit diesem Scanner." Ein großes Problem stellt nach Weicherts Aussagen vor allem die Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen dar.

Der Datenschützer verweist darauf, dass "auch Gesundheitsinformationen - unter Umständen ein Herzschrittmacher, ein künstlicher Darmausgang oder andere Dinge - offen gelegt" werden. "Und das ist sehr, sehr peinlich." Zudem könne "die Scham von sehr vielen Menschen verletzt werden" - insbesondere weil sie auch aus religiösen Gründen es ablehnten, sich nackt auszuziehen". Neuere Scanner machten zwar die Intimbereiche der Fluggäste unkenntlich. Das mache "den Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nur geringer, aber es ändert nichts daran, dass er stattfindet", sagt Weichert.

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