Lesegerät mit zahlreichen Extras und einigen Software-Problemen
iRiver Story im Test: Koreanischer E-Book Reader
Mit dem "iRiver Story" veröffentlichte der koreanische Hersteller iRiver im Oktober 2009 seinen ersten E-Book Reader. Vom Aussehen her erinnert das Lesegerät stark an den Kindle von Amazon. Der MP3-Player-Spezialist iRiver baut in den Story aber einige Extras ein.

Neben den Abmessungen des Geräts ähnelt auch das Aussehen sehr stark dem Kindle 2 von Amazon.
Inhaltsverzeichnis
- 1Erinnert an Kindle 2
- 2Deutsche Sprache, schwere Sprache
- 3Zahlreiche Dateiformate
- 4Darstellungsprobleme bei E-Books
- 5Audiowiedergabe und -Aufnahme
- 6Abgleich nur per USB
- 7Zubehör: Fehlanzeige
- 8Fazit: Starker Funktionsumfang, schwache Software
Erinnert an Kindle 2
Die Abmessungen des formschönen weißen Gehäuse des iRiver Story entsprechen mit 20,3 mal 13,5 Zentimetern und einer Höhe von 9 Millimetern exakt denen des Kindle 2 von Amazon. Auch der E-Ink-Bildschirm ist mit sechs Zoll Diagonale und einer Auflösung von 600 mal 800 Bildpunkten mit der Anzeige des Konkurrenzprodukts vergleichbar, stellt aber lediglich acht Graustufen dar. Im Innern des E-Book Readers arbeitet ein Samsung ARM-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 400 Megahertz.
Unterhalb des Displays befindet sich eine vollwertige QUERTY-Tastatur. Eine Schnellstartleiste gibt Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Geräts. Nutzer können dort das Menü aufrufen, den Musikplayer bedienen oder die Lautstärke anpassen. An den Seiten des Geräts sind außerdem jeweils zwei Tasten zum Vor- und Zurückblättern eingelassen.
Einschaltknopf, Mikrofon und Kopfhörerausgang bringt der Hersteller an der Geräteunterseite an. Daneben enthüllt das Entfernen einer Blende den Steckplatz für SD-Speicherkarten und eine USB-Schnittstelle.
Deutsche Sprache, schwere Sprache
Nach dem Einschalten des iRiver Story präsentiert sich das Startmenü sehr aufgeräumt. Die Oberfläche zeigt alle installierten Bücher, einzelne Kategorien sowie eine Zeitanzeige an. Der Hersteller installiert allerdings nur verschiedene Sprachversionen des Handbuchs und das englischsprachige Buch "The Story Girl" von L.M. Montgomery auf dem Gerät.
In den Einstellungen wählt der Nutzer zwischen 15 Sprachen, darunter auch Deutsch. Die deutsche Übersetzung fällt allerdings recht dürftig aus - zahlreiche Ausdrücke erscheinen ohne oder mit schlechter Übersetzung auf dem Bildschirm. Um beispielsweise zu einer anderen Seite zu springen, dient im Menü der Eintrag "Seite verschieben".
Video iRiver Story
iRiver Story: Vom Funktionsumfang her macht der iRiver Story einen guten Eindruck. Allerdings weist die Software des Gerätes insbesondere bei Anzeige und Übersetzung noch zahlreiche Fehler auf. Zum Video: iRiver Story
Eine Seitenleiste des Buchauswahl-Menüs gibt dem Nutzer Zugriff auf Comics, Lesezeichen und den SD-Kartenleser zugreifen. Ein Comic befindet sich bereits auf dem Gerät. Die Comics bestehen ZIP-Dateien, die Bilder in den Formaten JPG, BMP oder GIF enthalten. In Deutschland werden E-Book-Comics allerdings fast ausschließlich im PDF-Format angeboten, entsprechend erscheinen die Einträge nicht im Comic-Verzeichnis des iRiver-Lesegeräts.
Zahlreiche Dateiformate
Das Gerät verfügt über zwei Gigabyte internen Speicher und solle damit laut Herstellerangaben rund 2.240 Bücher aufnehmen. Wer seine Bibliothek noch weiter vergrößern möchte, kann den Speicherplatz per SD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern.
Der E-Book Reader unterstützt eine Vielzahl von Dateiformaten. PDF-Dateien und das freie ePub-Format zeigt der iRiver Story sowohl mit als auch ohne dem digitalen Kopierschutz DRM an. Außerdem liest das Gerät Text- und Office-Dokumente wie TXT, DOC, XLS und PPT und unterstützt die Anzeige von HTML-Dateien sowie das MobiPocket-Format MOBI.
Darstellungsprobleme bei E-Books
In vielen Fällen stellt der iRiver Story die Bücher mit einer zu kleinen Schrift dar, was die Lesbarkeit sehr stark einschränkt. Einige der E-Books im ePub-Format konnten im Test trotz entsprechender Funktion nicht vergrößert werden. Die Vergrößerung von PDF-Dateien funktioniert zwar sehr gut, der entsprechende Ausschnitt lässt sich aber nach Vergrößerung nicht mehr verschieben.
Bei zwei Büchern kam es sogar vor, dass der Text bei ausgeschalteter Vergrößerung am Rand des Displays abgeschnitten wurde. Der iRiver-Vertriebspartner New Tech Products stellte im November ein Firmware-Update zum Herunterladen bereit, viele Fehler treten aber auch nach dem Aufspielen der neuen Firmware weiterhin auf.
Der Seitenaufbau der auf dem E-Ink-Display angezeigten E-Books fällt mit bis zu drei Sekunden sehr langsam aus. Ändern sich nur einzelne Elemente bei der Menüführung oder Texteingabe, blendet der iRiver Story nur den entsprechenden Teil der Anzeige neu ein. Dadurch reagiert der E-Book Reader in diesen Fällen sehr schnell.
Audiowiedergabe und -Aufnahme
Der iRiver Story enthält einen kompletten Audio-Player, mit dem Anwender MP3-, WMA- und OGG-Dateien über den integrierten Lautsprecher oder den Kopfhörerausgang abspielen können. Allerdings liefert der Lautsprecher weder hohe Lautstärke noch satten Klang.
Daneben gestattet das Gerät auch das Aufzeichnen von Memos. Die Sprachnotizen legt der E-Book-Reader im MP3-Format ab. Um einen verständlichen und rauscharmen Klang zu erhalten, muss sich der Nutzer den Kopf bei der Aufnahme aber sehr nah an das eingebaute Mikrofon bewegen.
Außerdem enthält der E-Book Reader eine Notiz- und Kalenderfunktion. Notizen lassen sich über die Tastatur relativ schnell eingeben. Auch hier profitiert der Anwender davon, dass das Gerät nicht nach jedem Buchstaben die komplette Anzeige neu aufbaut. Für entspanntes Schreiben sitzt allerdings der Druckpunkt der Tasten zu tief. Das Verknüpfen von Notizen mit Buchseiten bietet das Gerät leider nicht an.
Die Kalenderfunktion nennt iRiver "Tagebuch". Neben einer Monatsansicht steht dem Nutzer eine Tagesansicht zur Verfügung, die bis zu vier Einträge mit einer maximalen Länge von drei Zeilen aufnimmt. Weitere Informationen - etwa zu Zeit oder Ort - können nicht eingegeben werden.
Abgleich nur per USB
Die Synchronisation zwischen E-Book Reader und PC oder Mac erfolgt ausschließlich über das mitgelieferte USB-Kabel. Eine Anbindung über ein WLAN- oder UMTS-Netz steht nicht bereit. Software zur Synchronisation wie Sonys "eBook Library" liegt dem iRiver-Reader ebenfalls nicht bei. Immerhin arbeitet das Gerät mit dem kostenlosen Synchronisationsprogramm Adobe Digital Editions zusammen.
Außerdem erkennt Windows den iRiver Story als Wechseldatenträger. Damit lassen sich E-Books wie die Inhalte eines USB-Sticks auf den Rechner übertragen werden. Bei größeren Dateien muss sich der Anwender allerdings etwas gedulden, da der E-Book Reader mit der veralteten und langsamen USB-Version 1.1 arbeitet.
Zubehör: Fehlanzeige
Als Zubehör liefert Hersteller iRiver nur ein USB-Kabel für den Datenaustausch mit dem Rechner mit. Weder Schutzhülle noch Etui liegen in der Verpackung, weder Hersteller-Webseite noch Online-Händler führen entsprechendes Zubehör auf. Da die Maße des Geräts denen des Amazon Kindle 2 entsprechen, sollten der iRiver Story auch in entsprechende Taschen passen, die bereits zahlreiche Händler anbieten.
Fazit: Starker Funktionsumfang, schwache Software
Vom Funktionsumfang her macht der iRiver Story einen guten Eindruck. Allerdings weist die Software des Gerätes insbesondere bei Anzeige und Übersetzung noch zahlreiche Fehler auf. Interessenten sollten daher in jedem Fall mit dem Kauf warten, bis der Hersteller die Probleme behebt. Einen weiteren Grund zum Zögern vor dem Griff ins Regal stellt der noch relativ hohe Preis von rund 260 Euro dar.
Als Alternativen bieten sich derzeit der Kindle von Amazon oder der Sony Reader PRS-600 an. Beide Geräte sind auch in Deutschland erhältlich. Seit dem 15. Dezember steht außerdem der Txtr Reader zum Verkauf, der eine gute Shop-Anbindung über das Mobilfunknetz mit vielen deutschsprachigen Büchern bietet.
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Kommentare: iRiver Story im Test: Koreanischer E-Book Reader (2)
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Thema: News - iRiver Story im Test: Koreanischer E-Book Reader
16.12.09 21:17
Apropos "deutsche Sprache, schwere Sprache":
Zitat:
Um beispielsweise zu einer anderen Seite zu springen, dient im Menü den Eintrag "Seite verschieben".
;)
17.12.09 08:34
Danke für den Hinweis - korrigiert. ;o)