Überflieger-OS in mangelhafter Hardware-Verpackung
Palm Pre im Test: Der Hoffnungsträger des PDA-Pioniers
Das Smartphone Palm Pre wird wie viele andere Handys zuvor als "iPhone-Killer" bezeichnet. Erste Bilder und Videos des Slider-Modells machten neugierig, vor allem das Betriebssystem WebOS schien das Zeug zum Überflieger zu haben. Im Test bröckelt die Fassade des Palm Pres aber gewaltig.
Palm Pre: Das Palm Pre mit dem Betreibssystem WebOS ist ein schickes Slider Handy. Der Touchscreen und das Display überzeugen im Test, die Verarbeitungsqualität verdient ein fünf Zum Video: Palm Pre
Inhaltsverzeichnis
- 1Verarbeitung
- 2Tastatur
- 3WebOS
- 4Surfen im Netz
- 5Ladestation Touchstone
- 6Fazit
Als Palm den Pre Anfang des Jahres 2009 auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas erstmalig der Öffentlichkeit vorstellte, war das Interesse von Fachpublikum und Besuchern riesig. Für den Hersteller Palm sollte der Pre so etwas wie ein rettender Strohhalm sein, der den ehemaligen PDA-Pionier aus der Krise retten sollte. Scheinbar rannte Palm die Zeit davon, denn der Pre wirkt bereits beim dem Auspacken aus dem schicken Karton eher hastig zusammengeschustert als mit Bedacht zusammengebaut.
Verarbeitung
Obwohl der Pre mit einem Gewicht von 138 Gramm ordentlich in der Hand liegt, ertasten die Finger keinen wertigen Smartphone-Block, sondern etwas, dass sich wie ein Stück Plastik-Seife aus dem Kinderkaufladen anfühlt. Die Rückschale aus Kunststoff fällt dermaßen dünn aus, dass sie bereits auf leichte Berührung hin deutlich nachgibt.
Das erste Handy mit WebOS: Palm Pre.
Die Augenbraue des Testers rutscht noch höher, sobald er das erste Mal die beiden Gehäusehälften des Gerätes auseinander schiebt. Unter allen bislang von netzwelt getesteten Slider-Modellen gibt der Palm Pre die unangenehmsten Geräusche bei diesem Vorgang von sich. Plastik reibt auf schlecht entgratetem Plastik. Für Smartphone-Fans, die sich auf das Erscheinen des Pre in Deutschland freuten wie Kinder auf den Weihnachtsmann, fühlt sich das Aufschieben des Sliders wie über Schiefertafeln kratzende Fingernägel an. Es schmerzt beim bloßen Zusehen.
Um die beiden extrem wackeligen Slider-Hälften auseinander zu ziehen, benötigt der Nutzer zudem fast immer zwei Hände. Versucht er es mit einer Hand, landet der Daumen zwangsläufig auf dem Display. Nach kürzester Zeit ist die Anzeige übersät mit Fingerabdrücken. Auch Konkurrenzmodelle kämpfen gegen Fettschlieren. Aber selbst wesentlich günstigere Handy-Modelle bieten einen besser gefederten Slider-Mechanismus und lassen sich einfacher auf und zu schieben.
Tastatur
Der Blick auf die Tastatur zerstört endgültig die letzte Hoffnung, dass es sich beim Pre um ein Premium-Produkt handeln könnte. Die insgesamt 35 Tasten sind in einer Schale mit rasiermesserscharfer Abschlusskante eingebettett. Außerdem liegen sämtliche Tasten zu dicht beieinander. Selbst mit spitzen Fingern wird das Verfassen von Texten zur Qual.
Um Längen besser ist es um die Ausstattung des Palm Pre bestellt. Das Smartphone bietet einen 3,1 Zoll goßen Touchscreen, der mit maximal 320 x 480 Bildpunkten auflöst. Als Quadband-Handy geht der Palm Pre fast überall auf der Welt auf Empfang. WLAN sorgt im heimischen Netzwerk für flotten Datenverkehr. Unterwegs surfen Pre-Besitzer mit UMTS und HSDPA-Unterstützung in den Weiten des Internet. Das schnelle Hochladen von Inhalten ins weltweite Netz über HSUPA unterstützt das Palm-Smartphone hingegen nicht.
Ausstattung
Dafür verbindet sich das Gerät via Bluetooth mit anderen Handys oder drahtlosem Zubehör wie Headsets oder Kopfhörern. Die integrierte Digitalkamera bietet eine Auflösung von drei Megapixeln. Ein LED-Blitz soll Licht in dunkle Aufnahmesituationen bringen. Auch GPS ist an Bord. Auf Grund noch fehlender Navigations-Software taugt der Empfänger aber nur für Googles Kartenprogramm Maps und für Geotagging.
Knapp sieben von insgesamt acht Gigabyte Speicher stehen dem Nutzer für Multimedia-Inhalte und Programme aus dem Palm-eigenen Online-Shop "App Catalog" zur Verfügung. Ist der Speicher irgendwann voll, besteht wie beim Apple iPhone keine Möglichkeit durch das Einlegen einer Speicherkarte zusätzlich Kapazität zu schaffen - schade.
Palm Pre
Der Nachfolger des Palm Pre ist ab Ende April zusammen mit dem Modell Pixi Plus vertragsfrei bei O2 erhältlich.
Ähnlich wie beim Apple iPhone sitzt unterhalb des Displays lediglich eine Taste.
Das Palm Pre verfügt über GPS, Bluetooth, acht Gigabyte internen Speicher und eine Drei-Megapixel-Kamera.
Auf dem schwarzem Rücken des Palm Pre sitzt die Linse der Drei-Megapixel-Kamera.
Die Kontakte lassen sich mit Fotos, mehreren Nummern und Adresse speichern.
Durch den Lagesensor dreht sich das Display beim Drehen des Handys mit.
Über den Schnellzugriff, eine Leiste am unteren Ende des Displays, gelangt der Nutzer zu den wichtigsten Funktionen.
Der Pre ist Palms Hoffnungsträger. Erstmalig kommt das neue Betriebssystem WebOS zum Einsatz.
Die Bedienung erfolgt intuitiv. Das Gerät ist permanent online und für die Nutzung von Internetdienstleistungen optimiert.
Die praktische Ladestation Touchstone ist gegen Aufpreis erhältlich. Sie kostet im Paket circa 60 Euro.
Die Tasten der Tastatur liegen viel zu dicht beieinander. Schnelles Tippen ist daher kaum möglich.
Die Kamera bietet eine Auflösung von drei Megapixeln und überzeugt mit einer schnellen Auslöseverzögerung.
Im Inneren des Palm Pre sorgt ein Prozessor mit einer Taktrate von 600 Megahertz für kurze Ladezeiten. Ihm zur Seite stehen 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Die Kraft der CPU reicht locker aus, um die Multitasking-Fähigkeiten des Smartphones voll auszuspielen. Selbst mehrere geöffnete Anwendungen und eine aktive Internetverbindung zwingen den Palm nicht in die Knie.
Bedienung
WebOS ist nach Meinung von netzwelt ein echter Herzensbrecher - das auf Linux basierende Palm-Betriebssystem kommt im Pre zum ersten Mal zum Zuge und verwöhnt den Nutzer direkt nach der Inbetriebnahme durch grafisch aufwändige Animationen und Bildschirme. Intuitiv nimmt der Pre-Besitzer die ersten Einstellungen vor. Danach geht es genau so unkompliziert weiter.
Geöffnete Programme zeigt der Pre als Karteikarten auf dem Startbildschirm an. Mit Hilfe einer Wischbewegung in Richtung obere Bildschirmkante schließt der Anwender Programme wieder. Ähnlich wie beim iPhone funktioniert auch das Vergrößern oder Verkleinern von Fotos oder Webseiten mit Hilfe von zwei Fingern. Innovativ zeigt sich die Gestensteuerung des Palm Pre. Unterhalb des Displays befindet sich der Gestenbereich. Eine Streichbewegung mit dem Finger über diesen wechselt Ansichten im Menü oder Webseiten im Browser. All dies setzt der Pre flüssig und ohne merkliche Verzögerung um.
WebOS
Der Name des Betriebssystems legt es bereits nahe - WebOS ist voll und ganz auf Online-Nutzung ausgelegt. Egal ob Google, GMX, Facebook oder SMS - das Palm Pre sammelt Nachrichten und Termine aus den unterschiedlichsten Quellen und präsentiert sie dem Nutzer in einer gemeinsamen Ansicht. Es synchronisiert sich beispielsweise automatisch mit einem Palm-Service, um Kontaktdaten oder Termine abzugleichen. Legt der Nutzer einen neuen Kontakt auf dem Pre an, erscheint dieser kurze Zeit später auch im Online-Adressbuch des entsprechenden Anbieters.
Palm Pre
Der Nachfolger des Palm Pre ist ab Ende April zusammen mit dem Modell Pixi Plus vertragsfrei bei O2 erhältlich.
Ähnlich wie beim Apple iPhone sitzt unterhalb des Displays lediglich eine Taste.
Das Palm Pre verfügt über GPS, Bluetooth, acht Gigabyte internen Speicher und eine Drei-Megapixel-Kamera.
Auf dem schwarzem Rücken des Palm Pre sitzt die Linse der Drei-Megapixel-Kamera.
Die Kontakte lassen sich mit Fotos, mehreren Nummern und Adresse speichern.
Durch den Lagesensor dreht sich das Display beim Drehen des Handys mit.
Über den Schnellzugriff, eine Leiste am unteren Ende des Displays, gelangt der Nutzer zu den wichtigsten Funktionen.
Der Pre ist Palms Hoffnungsträger. Erstmalig kommt das neue Betriebssystem WebOS zum Einsatz.
Die Bedienung erfolgt intuitiv. Das Gerät ist permanent online und für die Nutzung von Internetdienstleistungen optimiert.
Die praktische Ladestation Touchstone ist gegen Aufpreis erhältlich. Sie kostet im Paket circa 60 Euro.
Die Tasten der Tastatur liegen viel zu dicht beieinander. Schnelles Tippen ist daher kaum möglich.
Die Kamera bietet eine Auflösung von drei Megapixeln und überzeugt mit einer schnellen Auslöseverzögerung.
Da der Pre ständig Kontakt mit dem Internet hält, ist ein entsprechender Datenvertrag vom Mobilfunkprovider Pflicht. E-Mails landen dank Push-Technologie in Echtzeit auf dem Smartphone. In Deutschland bietet O2 den Pre exklusiv an, inklusive Datenflatrate. Die Preise beginnen ab 20 Euro im Monat.
Multimedia
Wer plant, den Pre als Ersatz für den MP3-Player zu nutzen, sollte akribisch mit dem verfügbaren Speicherplatz haushalten - acht Gigabyte Speicher sind schnell belegt. Prinzipiell bringt das Testgerät aber fast alle Anlagen für einen guten Musik-Player mit.
Die eigenen Lieblingskopfhörer finden über den handelsüblichen 3,5-Millimeter-Anschluss Zugang. Ein Adapter ist nicht notwendig. Der Klang des MP3-Players ist nicht überragend, aber zweckmäßig. Lediglich ein Equalizer fürs Klangtuning fehlt.
Die Tasten des Palm-Smartphones liegen zu dicht nebeneinander und lasse sich nur sehr schwer treffen.
Die rückseitige Kamera gefällt durch ihre kurze Auslöseverzögerung. Eine zweite Linse für Videotelefonate gibt es nicht. Palms Pre ist dafür wie kaum ein anderes Mobiltelefon schnappschuss-tauglich. Lediglich zwei bis drei Sekunden vergehen, bis das Foto im Speicher landet und der Pre-Besitzer das nächste Foto anfertigen kann - ein sehr guter Wert. Dafür müssen Handy-Fotografen auf Funktionen wie Lächelautomatik oder manuellen Weißabgleich verzichten. Auch das Aufzeichnen von Videos ist nicht möglich.
Die Qualität der Bilder ist durchweg gut. Die Aufnahmen des Palm Pre gefallen durch naturgetreue Farbwiedergabe und ausreichend Schärfe. Allerdings darf das zu fotografierende Motiv nicht zu dunkel ausfallen. Bereits mit Dämmerlicht hat der Kamera-Sensor seine Probleme. In dunklen Räumen bleibt das Pre besser in der Tasche - der schwache LED-Blitz erhellt den Raum maximal eine Armlänge weit.
Surfen im Netz
Richtig Freude bereitet der Pre seinem Besitzer beim Surfen im Netz. Der integrierte Browser kann es locker mit dem des Apple iPhone aufnehmen. Das schafften selbst Handymodelle von Branchengrößen wie HTC oder RIM bislang nicht. Genau wie der Konkurrent von Apple vergrößert auch der Palm-Browser Webseiten-Inhalte per Doppelklick und unterstützt Multitouch. Das Blättern auf einer Seite erledigt der Pre flüssig und mit kaum merkbarer Verzögerung. Flash-Inhalte stellt allerdings auch der Pre nicht dar.
Weitere Informationen
Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt Palm Pre. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu Palm Pre. Zusätzlich haben wir ein Special zu Apple iPhone vorbereitet.

Hallo Ich hab Selbst einen Palm Pré. Ich bin mit der Verarbeitung eigentlich recht zufrieden. Das einzige was mich etwas stört ist das die Schalen sich gegeneinander verschieben lassen. Wenn man den...
Ich habe das Pre seit etwa einer Woche und bin vor allem mit dem Betriebssystem und der kinderleichten Steuerung sehr zufrieden, habe jetzt nur zwei Probleme: 1. Ich habe die Ladestationtouchstone und...
Moin, Ehrlich gesagt kann ich den Test auf gar keinen fall bestätigen. Ich habe den Pre jetzt auch einige Zeit, und kann keine dieser Mängel, abgesehen von der labilen Rückenabdeckung, erkenne. Die Tastatur...
das vernichtende urteil des tests finde ich etwas unangemessen. es gibt zwar deutliche schwächen im vergleich zum iphone, aber das ist deutlich teurer, länger auf dem markt und wenn ich meinen pre mit meinem...
Hatte das Gerät nurmal zur "Ansicht " bekommen....2 Wochen in Betrieb..und kann den Test nur bestätigen. Die Verarbeitung war lausig-die TZastatur tippt sich nicht wirklich schön...die untere Kante...