Bundesinnenministerium bestätigt Terminplan

Elektronischer Personalausweis: Chipkarte kommt im Jahr 2010

Das Bundesinnenministerium hat heute bestätigt, dass der neue elektronische Personalausweis ab dem 1. November des Jahres 2010 verfügbar sein wird. Der neue Ausweis soll im gleichen Scheckkartenformat wie der Führerschein erscheinen und Informationen - etwa über Fingerabdrücke - speichern können.

Elektronischer Personalausweis: Chipkarte kommt im Jahr 2010
Der neue Personalausweis erscheint im November 2010 im handlichen Scheckkartenformat. (Bild: Bundesinnenministerium)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Fingerabdrücke im Personalausweis
  2. 2Mehr Komfort bei Online-Geschäften
  3. 3Kritik von Datenschützern
  4. 4Ausweise ohne Chip vorerst noch erhältlich

Fingerabdrücke im Personalausweis

Auf dem neuen Scheckkartenausweis übernimmt ein "Radio Frequency Identification"-Chip (RFID) die Speicherung der persönlichen Daten. Neben den üblichen Ausweis-Informationen etwa zu Name, Alter und Wohnsitz steht es Ausweis-Besitzern frei, biometrische Daten auf der Chipkarte zu speichern. Darunter versteht der Gesetzgeber elektronische Informationen zu eindeutigen Merkmalen des Ausweisinhabers - darunter beispielsweise auch die Fingerabdrücke. Diese sollen - ähnlich wie der elektronische Reisepass - etwa an Grenzübergängen die Kontrolle der Reisenden vereinfachen.

Mehr Komfort bei Online-Geschäften

Sämtliche auf den neuen Personalausweisen gespeicherte Informationen lassen sich nach Angaben der Behörde in Zukunft auch elektronisch auslesen. Das könnte Online-Geschäfte erheblich erleichtern: Mit dem passenden Lesegerät ließen sich Internet-Käufe durch einfaches "Durchziehen" der Karte bestätigen.

Auch Behördengänge im Netz würden so erheblich vereinfacht. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums legt die Behörde dabei großen Wert auf Datenschutz. Die Bürger sollen selbst entscheiden können, welche Daten beispielsweise an einen Online-Händler weiter gegeben werden. Zusätzliche Sicherheit soll eine Authentifizierung mit einer sechsstelligen PIN bieten.

Kritik von Datenschützern

Doch Datenschützer melden bereits seit einiger Zeit Bedenken an - schließlich seien die Informationen auf dem elektronischen Personalausweis für Kriminelle nicht uninteressant. Da der neue Personalausweis auch zur Identifikation im Internet dienen soll, könnten Unbefugte mit gekaperten Identitäten großen Schaden anrichten. Als Schwachstelle des neuen Personalausweises gilt vor allem der RFID-Chip.

Denn RFID-Chips werden über Funk ausgelesen. In der Vergangenheit konnten mehrere Sicherheitsexperten die Verschlüsselung der RFID-Chips überlisten. Hinzu kommt, dass die RFID-Chips dank drahtloser Datenübertragung "im Vorbeigehen" ausgelesen werden können. Der Besitzer des elektronischen Ausweises merkt von dem Auslesevorgang nichts - egal, ob staatliche Stellen oder Unbefugte auf die Daten zugreifen.

Ausweise ohne Chip vorerst noch erhältlich

Dr. Hans Bernhard Beus, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesinnenministerium äußert sich positiv zum neuen Ausweis: "Mit diesem modernen Personalausweis, der durch äußere und innere Werte überzeugt, setzt Deutschland im internationalen Vergleich neue Standards - vor allem für den Datenschutz." Bundesinnenminister Thomas de Maizière findet den neuen Personalausweis schlicht "praktisch". Immerhin sei er kleiner als der alte Ausweis, könne dafür aber viel mehr.

Die alten Personalausweise bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig, danach werden keine "alten" Ausweise mehr ausgestellt. Wer möchte, kann seinen Ausweis aber ab dem 1. November 2010 gegen eine der neuen Chipkarten tauschen. Wie teuer der neue Ausweis wird, steht allerdings noch nicht fest. Wer lieber Abstand zur neuen Technik halten will, kann bis Ende Oktober 2010 noch einen regulären Ausweis beantragen. Die Exemplare ohne RFID-Chip behalten zehn Jahre lang ihre Gültigkeit.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 9 Beiträge

ich könnt heulen bei diesem gedanken...vor allem wird das volk nach nichts mehr gefragt....es wird einfach entschieden...DAMIT WIR ENDLICH SICHER LEBEN KÖNNEN UND SICHER VOR TERRORISMUS SIND

Ich desinfiziere meine Ausweise regelmäßig in der Mikrowelle. 5 Sekunden reichen für eine Keimfreiheit. Leider überleben die RFID-Chips den Reinigungsvorgang nicht. Das ist aber kein Problem. In den USA wird der...

Fingerabdrücke nehmen die Amis so und so. Es geht nur darum zu den Abdrücken den passenden Ausweis zu finden.

Zitat: Kleine Information: Der Reisepass und dein Personalausweis sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Die Zerstörung vom RFID-Chip wäre demnach Sachbeschädigung. ...

Zitat: Also, solange der Gebrauch einer Mikrowelle erlaubt ist werde ich, sobald ich diesen Ausweis in den Händen halte selbigen damit behandeln. Kleine Information: Der...

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