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Verkehrte Netzwelt: Freunde im 1.000er-Pack

Vieles im Internet, das eigentlich Geld kosten sollte, ist gratis: Software, Informationen, Landkarten, News. Doch manchmal ist es auch umgekehrt. Da muss man für etwas zahlen, das eigentlich kostenlos zu haben ist: Freunde zum Beispiel. Eine Marketing-Idee aus den USA liefert die Steilvorlage für die Verkehrte Netzwelt.

Usocial-Webseite
Im 1.000er-Pack billiger: Der Sozial-Marketing-Dienst bietet Fans und Freunde in sozialen Netzwerken zum Kauf.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Von der Business-Idee zum Trostpflaster
  2. 2Niedrige Wartungskosten garantiert
  3. 3Vorübergehender Stopp für den Freundeshandel

Freundschaft! Über dieses schöne Wort finden sich seit Jahrhunderten Sprichwörter und Redewendungen in allen Kulturen. Das Internet hat jetzt ein neues hinzugefügt. "Gib mir ein paar Cent und ich gebe dir einen Freund". Ausgedacht hat sich das die US-Firma U-Social, die sich auf Werbung in sozialen Netzwerken spezialisiert hat. Die Marketing-Genies bieten Facebook-Nutzern "Freunde" oder "Fans" zum Kauf an. Konfektioniert in 1.000er-Paketen.

Von der Business-Idee zum Trostpflaster

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Die Idee ist in erster Linie für Unternehmen mit hippem Zeitgeist gedacht, die sich mal schnell eine Facebook-Präsenz zugelegt haben und anschließend feststellen, dass die ganze Sache ohne Besucher nicht so recht funktioniert. Das heißt "soziales Marketing". Oder für Prominente, die mit ihrer Facebook-Seite Bedeutung und Popularität nachjagen. Das heißt "Showbusiness". Wer nun ungeachtet fehlender Ideen oder akuter D-Prominenz Kunden, Medien oder Bekannte mit einem großen Facebook-Freundeskreis beeindrucken will, der legt sich jetzt "Fans" zu. 1.000 Facebook-Fans kosten 197 Dollar.

Doch laut U-Social hat sich sogar eine Zielgruppe eingestellt, die man vorher gar nicht im "Targeting" (Marketing-Jargon) hatte. Nämlich Privatleute, die ohne erkennbares kommerzielles Interesse einfach nur viele Freunde in ihrem Profil auflisten wollen. Besonders deutlich ist das nach U-Social-Angaben jetzt kurz vor Weihnachten. Da sei die Zahl derer, die ohne geschäftlichen Hintergrund "Freunde" kaufen merklich angestiegen, heißt es in einer Mitteilung. Das heißt "Einsamkeit".

Niedrige Wartungskosten garantiert

Viel menschliche Wärme dürfte von den via Kreditkarte erworbenen Freundschafts-Packs allerdings nicht ausgehen. Aber einige praktische Eigenschaften haben die gekauften Kumpels zum Stückpreis von einigen Cent zumindest: Man muss sie niemals persönlich treffen, sie rufen niemals an, sie kommen niemals zu Besuch, sie futtern niemals den Kühlschrank leer und man muss ihnen niemals Geld leihen. Sagen zumindest die Zyniker.

"Es sieht so aus, als gäbe es da draußen eine Menge einsamer Leute, die bereit sind, jede nur erdenkliche Möglichkeit zu nutzen, Freunde zu bekommen", sagt U-Social-Chef Leon Hill. Andererseits sieht es auch so aus, als ob sich U-Social selbst mit dieser Kampagne nicht eben viel Freunde macht. Der Facebook-Betreiber beispielsweise findet den Service gar nicht so lustig und hat nach Medienberichten U-Social eine freundschaftliche Abmahnung - zu gut Amerikanisch "Cease and Desist" - zukommen lassen.

Vorübergehender Stopp für den Freundeshandel

Daraufhin hat U-Social den Verkauf von Freunden vorläufig gestoppt, will aber demnächst weitermachen. Übrigens: Den Dienst gibt es nicht nur für Facebook, sondern in ähnlicher Form auch für Twitter. 1.000 Twitter-Follower kosten 87 Dollar. Die Umrechnung pro Kopf lohnt sich bei dem Preis schon gar nicht mehr. Ganz schön traurig.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Zitat: :hmmm: Da fallen mir doch gleich die Turbo-:mrspam:Spammer in den Foren ein, die auf Teufel komm raus in den BlaBla-Threads und Forenspielen ihre Beiträge posten, nur damit der eigene...

:hmmm: Freunde kaufen für das virtuelle soziale Netzwerk :?: Das Ganze nur um im Profil viele Freunde oder "regelmäßige Leser" angezeigt zu bekommen. Da fallen mir doch gleich die...

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