Breitband, Sicherheit, Forschungsprojekte
IT-Gipfel in Stuttgart: Alles wird besser
Mit dem vierten IT-Gipfel in Stuttgart will die Bundesregierung zeigen, wie ernst sie den digitalen Lebensstil nimmt. Zahlreiche Projekte von Breitband bis Sicherheit sollen den IT-Standort Deutschland stärken. Sogar die Generation Facebook bekommt Streicheleinheiten.
Viel vorgenommen hat sich die Bundesregierung auf dem vierten IT-Gipfel in Stuttgart. Die Liste der Projekte, die angekündigt, angestoßen, fortgeführt, gefördert oder beschleunigt werden sollen, ist lang. Breitband-Strategie beschleunigen, IT-Sicherheit stärken, Software-Kompetenz verbessern, Rechtsprechung und Behörden stärker digitalisieren, Medienkompetenz stärken, intelligente Netze aufbauen und das "Internet der Dinge" weiterentwickeln. Nicht zu vergessen, den IT-Fachkräftemangel bekämpfen.
Eines der zentralen Ziele, das auf dem IT-Gipfel einmal mehr verkündet wurde, steht schon lange fest: Der Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland. Mittelfristig sieht die Breitbandstrategie der Regierung bis Ende 2014 vor, dass drei Viertel der Bevölkerung auf Hochleistungsnetze von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zugreifen können.
Die umfassende Themenliste zeigt immerhin, dass die Existenz von PC und Internet bei den Verantwortlichen in der Politik angekommen ist. Das hat auch wirtschaftliche Gründe. Schließlich stellt die Branche Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) mit einem Umsatz von 148 Milliarden Euro im Jahr 2007 einen der mächtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands dar.
Forschungsprojekte für das Internet der nächsten Generation
Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnt in ihrer Rede ausdrücklich zwei Projekte, die sie für besonders viel versprechend hält: Die Rede ist vom "Internet der Dinge" und "Theseus". Das erste Schlagwort bezieht sich in erster Linie auf Waren, die mit RFID-Chips bestückt werden, um beispielsweise den Warenverkehr zu erleichtern.
Das Forschungsprogramm "Theseus" hingegen soll eine Art Werkzeugkasten entwickeln, mit dem Anwender das Wissen im Internet besser nutzen und verwerten können. Ziel ist eine neue "Wissensinfrastruktur" im Web. Die Technik soll in der Lage sein, Daten nicht nur nach Buchstabenkombinationen zu sortieren, sondern auch die inhaltliche Bedeutung einer Information einzuordnen.
Was bei Experten schon länger unter dem Stichwort "semantisches Web" diskutiert wird, könnte sich langfristig durchaus zu einer Konkurrenz zu Suchmaschinen wie Google entwickeln. Die Bundesregierung will 90 Millionen Euro in das Projekt investieren. Weitere 90 Millionen kommen von Partnern aus Industrie und Forschung.


Bis 2010 sollen alle Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. 600 Gemeinden fehle ein solcher Anschluss. Merkel kündigte zudem noch schnellere Bandbreiten an.
Neuer Schwung für das schnelle Internet auf dem Land: Die Bundesregierung hat eine Verordnung zur Nutzung von Rundfunkfrequenzen für die Internet-Versorgung in dünn besiedelten Gebieten auf den Weg gebracht. Aber der Bundesrat muss der Freigabe noch zustimmen.
Den vierten IT-Gipfel der Bundesregierung, der heute in Stuttgart stattfand, nutzt der Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco, um für sein Vorgehen gegen Botnetze zu werben. Nutzer von Rechnern, die als Teil eines solch kriminell genutzten Rechnerverbunds erkannt worden sind, sollen auf eine spezielle Webseite umgeleitet werden, auf der sie Hilfestellungen zum Entfernen der bösartigen Software finden. Zusätzliche Unterstützung soll ein Callcenter bieten.
Beliebt und schnell: Ende des Jahres sollen nach Angaben des Branchenverbandes BITKOM zwei Drittel der Bundesbürger Breitband-Anschlüsse nutzen. Besonderer Nachfrage erfreuen sich Anschlüsse über das TV-Kabel. Laut der Bundesregierung werde jeder Haushalt bis Ende 2010 über einen Internetzugang per Breitband verfügen.
Damit erneuerbare Energie die Haushalte erreicht, muss das Stromnetz zunächst ausgebaut werden. Dazu sind Investitionen in Milliardenhöhe notwendig. Geht es nach Bundesumweltminister Röttgen, werden die Rahmenbedingungen auf einem Netz-Gipfel diskutiert werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt vor dem nationalen IT-Gipfel den Schutz der Persönlichkeit sowie der Vertraulichkeit von Informationen als wichtigstes Ziel ihrer Netzpolitik - und kritisiert damit indirekt Wikileaks.
Jeder, dem schon seit längerer Zeit eine Frage an die Bundeskanzlerin auf der Seele brennt, kann diese nun im neuen YouTube-Kanal der Bundesregierung stellen. Wird die Frage anschließend von der Mehrheit der Nutzer positiv bewertet, wird Angela Merkel diese ab Mitte November beantworten.





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