Neue Suchmaschine liefert übersichtliche Ergebnisse
EntityCube: Microsoft testet Wikipedia für Personen
Informationen über Personen zeigen herkömmliche Suchmaschinen meist wenig komfortabel an. Als Alternative bringt Microsoft nun "EntityCube" an den Start - ein neues Projekt aus dem Forschungszentrum des Konzerns. Auch bei der Suche nach Orten und Organisationen soll die neue Technik helfen.

Wer einen Namen in eine Internet-Suchmaschine eingibt, erhält in der Regel sehr lange Ergebnislisten. Die Informationen zu sichten und zusammen zu fassen, artet oft in mühsame Kleinarbeit aus. Microsoft will die Personensuche mit dem Projekt EntityCube - frei übersetzt etwa "Daseins-" oder "Wesenswürfel" - vereinfachen.
EntityCube stammt aus dem Forschungszentrum von Microsoft, Interessenten können den neuen Dienst bereits jetzt im Netz testen. Nach Angaben des Unternehmens durchsucht die Online-Anwendung Milliarden von Webseiten nach Informationen von Personen, Orten, Organisationen - und erkundet deren Beziehungen untereinander. Im Gegensatz zu Google & Co. spuckt die Software die Informationen geordnet nach Rubriken aus - das sorgt für mehr Übersicht.
Aktivitäten in sozialen Netzwerken
Neben biografischen Daten zum Suchbegriff liefert EntityCube unter anderem auch Nachrichten und eine grafische Illustration der Häufigkeit von Suchanfragen geordnet nach Jahren. Des Weiteren listet der Dienst die Links zu Seiten, auf denen der Suchbegriff Erwähnung findet sowie Schlüsselwörter, die zur Anfrage passen. Auch allgemeine Suchergebnisse aus Microsofts Suchdienst Bing zeigt EntityCube an.
In der Theorie stellt die neue Microsoft-Webseite mit "Guanxi Map" noch eine grafische Darstellung der Beziehungen einer Person in sozialen Netzwerken zur Verfügung. Im Test funktioniert die Anwendung, die übrigens die Browser-Erweiterung Microsoft Silverlight benötigt, mehr schlecht als recht: Die Suche scheiterte an der langen Wartezeit.
EntityCube bietet sich vor allem für die Recherche nach Personen an, das zeigt auch die Startseite des Microsoft-Projekts: Neben wenigen anderen Schlüsselbegriffen werden dort ausschließlich Prominente wie Tiger Woods, Barack Obama oder Hamid Karzai als Anfragen vorgeschlagen. Als Alternativen zu EntityCube in Deutschland bieten sich Personensuchmaschinen wie Yasni.de oder 123people.de an. Allerdings ordnen diese die Suchergebnisse weniger übersichtlich als die neue Microsoft-Seite.
