Software-Test: Chrome OS Pre-Release
Geschwindigkeit: Optimal für Netbooks
Besonderes Augenmerk legen die Entwickler auf die Sicherheit des neuen Betriebssystems. Ein großer Vorteil von Chrome OS liegt im Konzept der Anwendung: Das System gestattet dem Anwender nicht, eigene Software zu installieren - das versperrt auch Schadsoftware wie Viren oder Trojanern den Weg auf den Rechner. Aus dem Home-Verzeichnis können keine Programme gestartet werden, das Root-Dateisystem ist für Zugriffe nur lesbar und kann niemals geändert werden.

Ob Webseiten den Chrome-Browser über HTML, Javascript oder andere Technologien kapern können, steht noch nicht fest. Zudem arbeitet Google mit einer speziell angepassten Firmware. Altlasten aus der PC-Steinzeit, die sich noch heute in verschiedenen modernen Betriebssystemen finden, wurden komplett entfernt. Außerdem prüft ein zentraler Mechanismus die Integrität der Firmware - und stellt bei Bedarf den Auslieferungszustand wieder her. Sollte der Browser, das zentrale Steuerelement des Betriebssystems, einmal abstürzen, wird er automatisch neu gestartet.
Auch bei der Systemleistung hinterlässt Google Chrome OS einen sehr guten Eindruck. Da alle Programme ausschließlich innerhalb des Browsers laufen und der Linux-Kernel stark geschrumpft wurde, läuft das System sehr effizient im Arbeitsspeicher. Javascript und andere Technologien arbeiten moderne Browser wie Google Chrome so optimiert ab, dass wenig Systemleistung benötigt wird. Dank der geringen Anforderungen an Speicherplatz und Systemleistung eignet sich Google Chrome OS insbesondere für den Einsatz auf Netbooks und Subnotebooks.

Seine ersten Partner für Chrome OS hat Google bereits vorgestellt: Acer, Asus, HP und Lenovo gehören ebenso dazu wie bekannte Software-Anbieter. Dazu zählt auch Adobe - derzeit gibt das Unternehmen allerdings noch keine Auskunft, ob die Kernprogramme Acrobat und Grafik-Software auf Chrome OS portiert werden. Auch Intel ist bei Google Chrome OS dabei, obwohl der Chip-Riese mit Moblin ein eigenes Linux für mobile Rechner unterstützt.
Fazit: Praktisch und spartanisch
Google Chrome OS hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits wirkt die Idee, alle Programme aus dem Internet auszuführen, genial und spart die lästige Wartung der Software. Dafür fällt Chrome OS sehr spartanisch aus - das revolutionäre System besteht lediglich aus einem abgespeckten Linux, auf dem ein Browser läuft. Das schränkt einige Funktionen sehr ein - beispielsweise erschwert die Verteilung der E-Mails auf die drei getrennten Programme Google Mail, Hotmail, Yahoo Mail unnötig die Arbeit.
Spannend bleibt die Frage, wie Google sein System im Markt positionieren wird. Sobald sich einige Hardware-Hersteller auf das Experiment einlassen, könnte Chrome OS durchaus einen signifikanten Marktanteil erreichen. Wer hingegen Bedenken hat, nun auch noch den heimischen PC und damit alle persönlichen Dokumente dem Google-Konzern anzuvertrauen, sollte um das System aber einen Bogen machen. So oder so zeigt Google einmal mehr, dass der Konzern neue Lösungen entwickelt - ob diese besser arbeiten als bewährte Systeme, muss sich zeigen.
