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Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter
Flatrate-Angebote von vier Providern im Überblick

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Der VDSL-Markt kommt langsam in Fahrt: Nach der Telekom haben auch 1&1, O2 und Vodafone Tarife für das turboschnelle Internet gestartet. Nachteil für Bandbreitenhungrige: Die Angebote sind nur regional verfügbar. Netzwelt gibt einen Überblick.

Neben der Telekom haben auch 1&1, Vodafone und O2 Tarife für das turboschnelle Internet im Portfolio. Nachteil für Bandbreitenhungrige: Die Provider-Angebote sind nur regional verfügbar. Netzwelt gibt einen Überblick.

Vor zehn Jahren waren Internet-Leitungen für Privatkunden mit einer Geschwindigkeit bis zu 50.000 Kilobit pro Sekunde kaum vorstellbar. Auch der Datenbedarf der Anwendungen hielt sich in Grenzen: Online-Videos in hochauflösender Qualität standen damals kaum oder gar nicht zur Verfügung, zudem leistete sich nicht jede Internetseite bandbreitenhungrige und rechenintensive Flash-Videos.

Heute dagegen werden riesige Datenmengen über das Internet transportiert. Auf Empfängerseite steigt damit der Bedarf nach einer schnellen Zugangsleitung. Das gilt für Fernsehen übers Internet, Youtube und Online-Videotheken genauso wie für den Fall, dass sich in einem Haushalt viele Multimedia-Nutzer einen Anschluss teilen müssen. In Frage kommen dann vor allem die schnellen VDSL-Leitungen der Provider.

Der VDSL-Ausbaustatus der Telekom macht deutlich, dass das schnelle Internet vor allem ein Großstadtprodukt ist. (Quelle: Screenshot)

VDSL-Angebote im Überblick: Schnelles Internet ab 40 Euro

Während DSL mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6.000 Kilobit pro Sekunde schon für 25 Euro zu haben ist, sind die VDSL-Tarife noch etwas teurer. Die günstigsten Pakete sind ab rund 30 Euro zu haben und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50.000 Kilobyte pro Sekunde ausgestattet. VDSL-Tarife sind bei den Anbietern Telekom, 1&1, Vodafone und O2 buchbar.

Eine Preisschlacht wie auf dem DSL-Markt wird es bei den VDSL-Anschlüssen vermutlich nicht geben. Das liegt an den relativ hohen Gebühren, die die Konkurrenten der Telekom an den Konzern abtreten müssen. Denn um die Infrastruktur kümmert sich in der Regel nicht der jeweilige Anbieter, sondern der Ex-Monopolist: Die Telekom stellt die Leitungen bereit und kümmert sich bei Störungen auch um die Fehlerbehebung. Einige Anbieter wie etwa Vodafone erschließen Hauptverteiler aber selbst mit VDSL im Rahmen ihres Nahausbaus. 

VDSL - vorerst ein Großstadtprodukt

Nach Angaben der Telekom steht das sehr schnelle Internet in insgesamt 750 Städten zur Verfügung, darunter die Metropolen Berlin, Hamburg, München, und Großstädte wie Hannover, Stuttgart, Bremen, Dresden oder Mainz. Doch auch Kleinstadt-Bewohner sollten prüfen, ob nicht ein Hochgeschwindigkeitsanschluss geschaltet werden kann.

Vor allem in den bevölkerungsdichten Ortskernen steht häufig schon die nötige Infrastruktur bereit. In den Randgebieten - selbst in Großstädten - und auf dem Land sieht es hingegen schlecht aus. Denn die Telekom plant den Ausbau zunächst dort, wo eine hohe Nachfrage nach VDSL herrscht. Bewohner bevölkerungsschwacher Gebiete müssen demzufolge noch eine Weile auf mehr Bandbreite warten.

Anbieter-Webseiten geben Auskunft

Wer die VDSL-Verfügbarkeit überprüfen will, besucht die Webseiten der Anbieter. Deren Online-Dienste berechnen nach Abfrage von Telefonnummer oder Wohnadresse, ob der Provider den schnellen Anschluss liefern kann. Das entsprechende Formular steht bei einigen Providern häufig nur zusammen mit einer Bestellung zur Verfügung. Nach der Verfügbarkeitsprüfung lässt sich der Vorgang aber immer noch abbrechen.

Alternativ zur Online-Abfrage informiert der telefonische Kundenservice der Anbieter, ob VDSL am gewünschten Ort lieferbar ist. Dabei ist auch eine Nachfrage nach der technisch möglichen Bandbreite ratsam. Denn da die Internet-Geschwindigkeit von der Telefonleitung abhängt, kann es durchaus vorkommen, dass statt der maximal möglichen 50 Megabit pro Sekunde weit weniger beim Kunden ankommt.

VDSL-Alternative: Kabel-Internet

Bei den VDSL-Anschlüssen der Telekom ist aber auch unabhängig von ortsbedingten Engpässen eine Tempodrosselung eingebaut: Beim VDSL-Angebot des rosa Riesen steht ab einem Transfervolumen von 200 Gigabyte nur noch 6.016 Kilobit pro Sekunde im Downstream für den Rest des Verbrauchsmonats zur Verfügung.

Die Telekom begründet die Drosselung mit den starken Unterschieden in der Internetnutzung: Mit der Begrenzung wolle man sicher stellen, dass einige "Heavy User" die Nutzung für die restlichen Kunden nicht verschlechtern, heißt es beim Anbieter. Informationen zur VDSL-Bandbreitenbegrenzung bei der Telekom finden Kunden in den AGB des jeweiligen Tarifes.

Eine Alternative zu den sehr schnellen VDSL-Leitungen finden Interessierte bei den Kabel Internet-Anbietern. In bestimmten Regionen liefern die Netzbetreiber schon Internet-Geschwindigkeiten bis zu 128 Megabit pro Sekunde. Eine zuverlässige Aussage, welche Bandbreite geliefert wird, ist wie bei den DSL-Providern aber häufig erst nach Freischaltung des Anschlusses möglich.

Kommentare zu diesem Artikel

Der VDSL-Markt kommt langsam in Fahrt: Nach der Telekom haben auch 1&1, O2 und Vodafone Tarife für das turboschnelle Internet gestartet. Nachteil für Bandbreitenhungrige: Die Angebote sind nur regional verfügbar. Netzwelt gibt einen Überblick.

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  • Goethe schrieb Uhr
    AW: News - Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter

    Welchen Grund sollte die Telekom haben in bevölkerungsdichten Gebieten den DSL- bzw. VDSL-Ausbau zu boykottieren? Wichtig ist immer die Nachfrage. Desto mehr Leute sich interessieren, desto schneller wird man dort ausbauen. Wenn du auf www.telekom.de den (V)DSL-Test machst und bei dir kommt nichts bei raus, dann kannst du dich als Interessent registrieren. Desto mehr deiner Nachbarn es dir gleich tun, desto schneller kommt (V)DSL auch zu euch. Von meinen Nachbarn nutzt kaum jemand VDSL (viele Rentner), aber trotzdem wurde das Gebiet mit VDSL50 ausgebaut (Stadtrand von Dresden) weil die Glasfaserkabel schon seit Jahrzehnten verlegt waren.
  • Ruhrgebiet schrieb Uhr
    AW: News - Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter

    Hallo,

    da lebt man mitten im Ruhrgebiet, der Kulturhauptstadt 2010, im Dreiländereck von Bochum, Essen und Gelsenkirchen und bekommt nur ein mickriges DSL von 384kbit/s und erhält letztendlich knapp 90kbit/s als Downloadgeschwindigkeit (ich weiß, ist vermutlich immer noch besser, als diejenigen, die nichts erhalten).

    Von der Telekom hört man nur leere Versprechungen, wie hier im Artikel zu lesen ist: "VDSL ist derzeit vor allem ein Großstadtprodukt. Nach Angaben der Telekom steht das sehr schnelle Internet in insgesamt 50 Städten zur Verfügung". Die Regierung weiß vermutlich gar nicht, ob da überhaupt noch etwas ausgebaut wird und vor allem, wieviel in einer Großstadt überhaupt ausgebaut wird, da die Telekom nämlich keine Lust hat, weiteres Geld in neue Leitungen zu stecken.

    Die lieben Service Mitarbeiter der Telekom wissen natürlich auch nicht weiter und vertrösten einen nur mit Standartbautexten, ohne auf die eigentliche Frage einzugehen: "Für Ihre Fragen zu unseren Produkten und Leistungen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail." Ach ja, ein Umzug, wie es ein Telekom Mitarbeiter vorgeschlagen hat, kommt natürlich nicht in Frage.

    Langsam bekomme ich das Gefühl, als ob die Telekom nur sehr notdürftig das Netz ausbaut, wie es von der Regierung vorgeschrieben ist, denn die Regierung wird es schon nicht überprüfen, ob sich jemand aus der Großstadt beschweren wird und wenn doch, dann, ja dann wird die Telekom vermutlich Antworten: Liebe Frau Merkel, wir haben alle Anwohner gefragt, aber niemand wollte es und nur für einen Haushalt ist es doch viel zu teuer, daß müßen sie doch bitte verstehen und genau der Kunde bekommt doch schon seit Jahren DSL.

    In anderen Ländern gibt es Standleitungen für Alle nur mal soviel zum Wörtchen Kundenbindung.

    Grüße aus dem Ruhrgebiet :-)
  • Maraquinn schrieb Uhr
    Update: News - Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter

    Alice-VDSL-Angebot zeitweise eingestellt, Bestellung weiterhin möglich.
  • Maraquinn schrieb Uhr
    Update: News - Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter

    Dezember-Tarife von Vodafone aktualisiert

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24500
Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter
Unter der Lupe: VDSL-Tarife der Internet-Anbieter
Neben der Telekom haben auch 1&1, O2 und Vodafone Tarife für das schnelle Internet gestartet. Nachteil für Bandbreitenhungrige: Die VDSL-Angebote sind nur regional verfügbar.
http://www.netzwelt.de/news/81319-lupe-vdsl-tarife-internet-anbieter.html
2012-02-06 12:03:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/vdsl-ausbaustatus-telekom-macht-deutlich-schnelle-internet-allem-grossstadtprodukt--bild-screenshot4652.png
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