Suchmaschinenanbieter zeigt sich kompromissbereit
Google News: "First Click Free" bringt Kontrolle für Verleger
Der Suchmaschinenanbieter Google zeigt sich im Streit mit amerikanischen Zeitungsverlegern kompromissbereit: Verleger können ab sofort den Zugang zu kostenpflichtigen Nachrichtenangeboten über "Google News" begrenzen.
"First Click Free" beschränkt Zugriff auf Google News
Der Google News-Chef Josh Cohen bestätigte am gestrigen Mittwoch in einem Blog-Eintrag, dass Verleger ab sofort mehr Kontrolle über die Online-Zugriffe auf ihre Inhalte erhalten. Dazu hat das kalifornische Unternehmen das Projekt "First Click Free" ins Leben gerufen: Google-News-Nutzern steht möglicherweise bald nur noch eine bestimmte Anzahl der gelisteten Nachrichten einer Zeitung kostenlos zur Verfügung. Für alle weiteren Seitenabrufe müssen die Seitenbesucher dann zahlen. Auf diese Art soll First Click Free Verlegern die Möglichkeit bieten, ihre Inhalte zu bewerben - und Nutzer erhalten die Gelegenheit, den Nachrichteninhalt zu testen.
Die Anbieter von Bezahlinhalten können bis zu fünf "kostenlose Klicks" pro Tag für den Nutzer freischalten und Google-News-Besucher danach auf kostenpflichtige Angebote weiterleiten. Verleger, die ihre Zeitungen komplett im Abonnement anbieten wollen, können bei Google News entsprechende Vorschauseiten indexieren lassen. Die Nachrichten erscheinen wie gewohnt mit Überschrift und erstem Absatz in Googles Nachrichten-Suchdienst, nach Klick auf den Link erscheint anstelle der Nachricht aber ein Hinweis auf das kostenpflichtige Abonnement. Die betroffenen Seiten will Google mit einer entsprechenden Markierung versehen, auf die Reihenfolge der Suchergebnisse - das so genannte "Ranking" - soll die Kennzeichnung aber keinen Einfluss nehmen.
Verleger-Kritik an Google-Suche
Noch vor kurzem hatte der amerikanische Medienmogul Rupert Murdoch die Nachrichtensuche von Google stark kritisiert. Anlass für die Aufregung gab das Online-Angebot der Zeitung "Wall Street Journal", die zu Murdochs Unternehmen News Corp. gehört. Deren Web-Angebot ist komplett kostenpflichtig, die meisten Seiten nur gegen Bezahlung abrufbar. Google News führte den Leser dennoch auf den kompletten Artikel - ohne dass dieser hätte bezahlen müssen.
Zuletzt kündigte Murdoch an, sämtliche seiner Online-Bezahlmedien aus Google News entfernen zu lassen. Der Konzernchef ließ außerdem verlauten, dass er sich in Verhandlungen mit Microsofts Suchmaschine Bing befinde, die seine Inhalte exklusiv und gegen Gebühr vermarkten wollte. Mit dem "First Click Free"-Projekt bietet der Suchmaschinenanbieter erstmals einen Kompromiss im "Google News"-Streit an. Bisher hat Google allen Betroffenen lediglich vorgeschlagen, sie sollten ihre Inhalte für die Suchmaschine sperren.

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