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Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test
RIM Blackberry Storm 9520 mit SurePress und WLAN

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Der Blackberry Storm, das erste RIM-Smartphone ohne "echte" Tastatur, war ein Sturm im Wasserglas. Der anfängliche Hype wich auf Grund zahlreicher Bugs schnell Ernüchterung. Mit dem Blackberry Storm 2 will der Hersteller nun alles besser machen. Gravierende Schwächen bringt aber auch die Neuauflage mit.

Der Hersteller Research in Motion (RIM) und die Marke Blackberry rufen bei den meisten Menschen Assoziationen zu flinken Fingern hervor. Denn nicht selten sieht man Geschäftsleute in öffentlichen Verkehrsmitteln wie von Sinnen auf die Tastaturen ihrer RIM-Smartphones einhämmern. Die Geschwindigkeit in der sie E-Mails, Notizen oder Kalendereinträge verfassen ist beeindruckend.

Dann stellte RIM vor einem Jahr mit dem Blackberry Storm das erste RIM-Smartphone mit berührungsempfindlichem Bildschirm vor. Im Gegensatz zu anderen Touchscreens lies sich der Bildschirm des Storms physikalisch herunterdrücken.

RIM Blackberry Storm 2 (9520): Die Neuauflage ist äußerlich vom Storm 1 kaum zu unterscheiden.

Das Klicken und Klackern in U- und S-Bahnen hörte daher also nicht auf - aber mit der Eingabe-Frequenz der Buchstaben ging es deutlich bergab. Denn die meisten Nutzer wurden nicht warm mit dem Prinzip, kamen mit der ungenauen Steuerung des Storms nicht zurecht. Viele Software-Bugs erschwerten das Arbeiten mit dem innovativen Smartphone zusätzlich.

Der Dreh mit dem Klick

Auch der Bildschirm des neuen Blackberry Storm 9520 gibt auf Fingerdruck spürbar nach. RIM verbesserte gegenüber dem Vorgängermodell die Aufhängung des 3,25 Zoll großen Displays. Jetzt ruht die Anzeige auf vier statt nur einem Aufhängungspunkt. Eine spürbar bessere Rückmeldung ist die Folge.

In der Tat gehen Eingaben auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm mit der Neuauflage spürbar einfacher, schneller und treffsicherer von der Hand. Das Berühren des Displays gleicht der Steuerung eines Maus-Cursors. Der Nutzer blättert auf diese Art und Weise durch das Menü, wählt Einträge aus und bestätigt diese durch einen mechanischen Druck. Bei der Eingabe von Text stellt der Storm 2 eine virtuelle Tastatur zur Verfügung, die je nach Ausrichtung des Gerätes im Hoch- oder Querformat erscheint.

Tippen und Texten

Die Eingabe von langen Texten auf dem Blackberry Storm 9520 mit Hilfe der virtuellen Tastatur funktioniert gut. Endlich erkennt der Storm auch Eingaben von zwei Fingern gleichzeitig. Es ist also möglich, etwa die Shift-Taste gedrückt zu halten und gleichzeitig Buchstaben zu tippen. Nach ein paar Tagen Übung hat der Nutzer den Dreh mit dem Klick raus und die Daumen fliegen nur so über den Bildschirm. Tatsächlich ist die "SurePress" genannte Eingabe-Technologie auf die Bedienung mit zwei Daumen ausgelegt. Keine Sorge - auch Menschen mit dickeren Daumen kommen mit der Tastatur zurecht.

Unabhängig vom Daumenumfang - so schnell wie mit einer physikalischen Tastatur dürfte kaum jemand mit SurePress Texte verfassen können. Bis auf den ersten Blackberry Storm sind daher sämtliche anderen Smartphones von RIM besser zur Eingabe von langen Texten geeignet. Darüber sollten sich Käufer im Klaren sein. Im Vergleich zu reinen virtuellen Tastaturen ohne SurePress, wie sie etwa das iPhone oder Modelle von HTC bieten, gewinnt der Storm 2 deutlich an Boden.

  • Der Blackberry Storm 2 ist das Nachfolgemodell des ersten Storm. Er ist exklusiv bei Vodafone erhältlich.
  • Verbessert wurde vom Hersteller vor allem der Touchscreen. Eingaben von längeren Texten sind nun problemlos machbar.
  • Dass der Storm kein reines Business-Handy ist, beweisen seine zahlreich vorhandenen Multimedia-Funktionen.
  • Im Lieferumfang enthalten ist ein kabelgebundenes Headset.
  • Das Storm 2 ist zwar kleiner als das iPhone, mit einem Gewicht von 160 Gramm dafür deutlich schwerer.
  • Unter der Akku-Abdeckung findet der Nutzer Zugang zur Speicherkarte.
  • Eine 3,2-Megapixel-Kamera samt LED-Blitz gehört zur Ausstattung.

Am Gehäuse des Storm veränderte RIM im Vergleich zur Erstauflage kaum etwas. Lediglich kleineren Maßnahmen widmete sich der kanadische Hersteller mit Entwicklungszentrum in Bochum. Die Tasten zur Rufannahme und zum Auflegen integrierten die Ingenieure nun direkt in das Display. Die Abdeckung des Akkufachs kann der Nutzer jetzt öffnen, ohne vorher eine Entriegelung zu betätigen. Viel mehr gab es auch an der ersten Version des Blackberry Storm nicht auszusetzen.

So überrascht es nicht, dass die Verarbeitung des Storm 2 auf einem sehr hohen Niveau liegt. Das wertige Gefühl, welches das Smartphone in den Händen hinterlässt, fordert allerdings seinen Tribut: Mit einem Gewicht von 160 Gramm ist dieser Blackberry alles andere als leicht geraten. Obwohl das RIM-Smartphone mit Abmessungen von 112,5 x 62,2 x 13,95 Millimeter eine ganze Ecke kleiner als beispielsweise das iPhone ist.

Ausstattung

In der Ausstattungsliste des ersten Storm-Modells fehlte der Haken bei WLAN - ein Fauxpas, den RIM beim Storm 9520 zum Glück ausbügelte. Nun funkt das Smartphone nicht nur über HSPA, EDGE oder GPRS im weltweiten Daten-Netz, sondern auch über WLAN. Für die Kommunikation mit anderen Handys oder dem Rechner steht Bluetooth 2.1 zur Verfügung. Auch ein aGPS-Sensor steckt im Storm 2. Von Werk aus installiert RIM die Navigations-Software Blackberry Maps - mit Google Maps steht aber auch eine kostenlose Alternative zum Download über den RIM-eigenen Download-Dienst "AppWorld" bereit.

Auch längere Texte lassen sich angenehm flott verfassen.

Das Research in Motion den Storm nicht nur als reines Business-Handy verstanden wissen will, zeigt die umfangreiche Multimedia-Ausstattung des 9520. Neben einem gut klingenden MP3-Player samt integrierten Stereo-Lautsprechern, Video-Wiedergabe und Sprachaufzeichnung verbaut der Hersteller eine Digitalkamera. Der Sensor löst mit maximal 3,2 Megapixel auf. Licht in dunkle Aufnahmesituationen bringt ein kräftiger LED-Blitz. Auch Video-Aufzeichnungen sind mit einer Auflösung bis zu 480 x 352 möglich.

Der interne Speicher misst 256 Megabyte - zu knapp bemessen für speicherintensive Anwendungen oder Multimedia-Inhalte. Im Lieferumfang enthalten ist daher eine microSD-Karte mit einer Kapazität von einem Gigabyte. Speicherkarten bis zu einer Größe von 32 Gigabyte kann das Storm 2 vertragen.

Office

Trotz Multimedia-Aufwertung bleibt auch dieser Blackberry im Kern ein Business-Talent. Daher stehen auch dem Storm-Besitzer zahlreiche E-Mail-Optionen zur Verfügung, durch welche die klassischen RIM-Smartphones bekannt wurden. Eine aufpreispflichtige Infrastruktur mit Blackberry-Server vorausgesetzt, gelangen E-Mails per Push, verschlüsselt und in Echtzeit auf das Handy-Display. Selbstverständlich ist auch der herkömmliche E-Mail-Empfang über POP- oder IMAP-Postfächer möglich.

Endlich geht auch der Storm über WLAN ins Internet.

Ein umfangreiches Kontakt-Management, Kalender, Notizfunktion und die Büro-Suite "Documents to Go Standard" dürfen bei einem Smartphone dieses Kalibers natürlich nicht fehlen. Documents to Go erlaubt sowohl das Betrachten als auch das Bearbeiten von Excel-, Word- oder Powerpoint-Dateien direkt vom Blackberry aus. Einmal mehr und gerade in dieser Disziplin spielt das Smartphone die Qualitäten der guten Tastatur und der Worterkennung aus.

Surfen im Netz

Der integrierte Browser öffnet Webseiten etwas träge. Auch beim Blättern in einer Webseite kommt es streckenweise zu erheblichen Verzögerungen. Beim Surfen im Internet spielt der Storm 2 die Qualitäten des Touchscreens eindrucksvoll aus. Da der Nutzer den Bildschirm aktiv herunterdrücken muss um eine Eingabe zu bestätigen, kommt es nur äußerst selten zu Fehlbedienungen. Umständlich ist lediglich das Vergrößern und Verkleinern von Seiten-Inhalten über kleine Symbole an der Unterseite geraten.

Praxis

In den ersten Stunden des Zusammenlebens zwischen Blackberry Storm 2 und neuem Besitzer überwiegt die Freunde über das sauber verarbeitete Gerät mit dem innovativen Touchscreen. Im Testzeitraum von zwei Wochen patzte das Testgerät von netzwelt allerdings an empfindlichen Stellen, die Freude wich wie beim Vorgängermodell der Frustration.

Patzer Nummer eins: Abruptes Beenden von Gesprächen. Während eines Telefonats unterbricht das Storm 2 ohne erkennbaren Grund und ohne jede Vorwarnung das Gespräch. Die Meldung: "Anruf fehlgeschlagen" erscheint im Display und die Gegenstelle muss erneut angerufen werden. Beim Testgerät von netzwelt kam es immer dann zu dieser Unterbrechung, wenn der Blackberry die Verbindung herstellte. Bei eingehenden Anrufen trat dieses Phänomen nicht ein einziges Mal auf.

Leider hat der Storm 2 einige Software-Schwächen vom Vorgänger geerbt.

Patzer Nummer zwei: Software-Abstürze. Während der zweiwöchigen Testphase stürzte der Storm 2 insgesamt vier Mal komplett ab und reagierte auf keinerlei Eingaben mehr. Das Einzige, was dann noch hilft, ist das Herausnehmen des Akkus. Unpraktischerweise benötigt der Blackberry eine halbe Ewigkeit, bis er nach dem Einschalten wieder einsatzbereit ist. Im hektischen Geschäftsalltag ist dies alles andere als angenehm. An diesen Punkten muss der Hersteller noch arbeiten und ein Firmware-Update nachliefern.

Gut gefällt die Akustik des Storm 2. Beide Gesprächspartner sind hervorragend verständlich. Praktisch: Die Standard-Lautstärke der Anrufer lässt sich vom Nutzer im Untermenü einstellen, lästiges Fummeln an der Lautstärkewippe entfällt somit. Auch die integrierten Stereo-Lautsprecher überzeugen durch eine kräftige Stimm- und Musikwiedergabe.

Fazit

Der Blackberry Storm 9520 gefällt durch solide Verarbeitung, umfangreiche Ausstattung und zahlreiche Multimedia-Funktionen. Der innovative Touchscreen ist eine willkommene Alternative zu herkömmlichen Displays und erleichtert in fast allen Fällen die Handhabung. Mit ein wenig Übung lassen sich auch längere Texte schnell verfassen.

Es sind die nervigen Software-Bugs, die den Storm binnen Sekunden vom mächtigen Multimedia-Smartphone zum überteuerten Briefbeschwerer machen. Spätestens dann, wenn während eines wichtigen Telefonates der Nutzer zum wiederholten Male zum Neustart gegängelt wird, schmeißt auch der treueste Blackberry-Fan seine Sympathien zum Hersteller über Bord. Aber diese Fehler kann RIM durch ein Update der Firmware ausbügeln.

Das Storm 2 ist derzeit exklusiv über den Provider Vodafone erhältlich. Ohne Vertragsbindung kostet das Smartphone 549 Euro. Im Vertrag "SuperFlat Internet" sinkt der reine Geräte-Preis auf bis zu 99 Euro.

Kommentare zu diesem Artikel

Der Blackberry Storm, das erste RIM-Smartphone ohne "echte" Tastatur, war ein Sturm im Wasserglas. Der anfängliche Hype wich auf Grund zahlreicher Bugs schnell Ernüchterung. Mit dem Blackberry Storm 2 will der Hersteller nun alles besser machen. Gravierende Schwächen bringt aber auch die Neuauflage mit.

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  • david schrieb Uhr
    AW: News - Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    das handy ist der größte mist den ich je in der hand hatte! ständig hat der bildschirm nciht reagiert! ca 2von 3 gesprächen wurden unterbrochen! viele abstürze....NIE WIEDER BLACKBERRY! und dazu muss ich sagen es war schon einmal im umtausch und trotzdem nur ärger damit!
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: News - Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    Also meins Hängt sich hin und wieder auf...das merke ich daran das die Gespäche die ich führen möchte nach ca. 5-10 sek. unterbrochen werden. Nach komplett runterfahren und wieder anschalten bekomme ich dann auch wieder EMail und SMS die schon 2-3 Tage zulagen...... Hi Horst, ähnliches trat in unserem Test leider auch auf. Offenbar scheint es aber die berühmte Ausnahme von der Regel zu sein. Viele Grüße aus der Redaktion
  • Horst Pint schrieb Uhr
    AW: News - Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    Also meins Hängt sich hin und wieder auf...das merke ich daran das die Gespäche die ich führen möchte nach ca. 5-10 sek. unterbrochen werden. Nach komplett runterfahren und wieder anschalten bekomme ich dann auch wieder EMail und SMS die schon 2-3 Tage zulagen......
  • FreewareGuide schrieb Uhr
    AW: News - Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    Manchmal liegt auch der Fehler beim Bediener, denn die Software funktioniert absolut fehlerfrei. Ähm, ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wenn die Software einwandfrei ist, dann sollte kein Benutzer sie zum Absturz bringen können (es sei denn er fummelt an der Hardware rum).
  • Berry1234 schrieb Uhr
    AW: News - Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    Das Storm ist weder in einem halbjährigen Praxisgebrauch, noch in irgend einem anderen Test im Internet jemals abgestürzt. Manchmal liegt auch der Fehler beim Bediener, denn die Software funktioniert absolut fehlerfrei. Gespräche unterbrechen auch nur dann, wenn man sich in einer Region ohne UMTS befindet und dieses eingeschaltet hat. Einfach im Standardbetrieb 2G einstellen und schon gibt es diese Probleme nicht mehr. Das Problem gibt es aber bei allen Herstellern.
  • Timo schrieb Uhr
    AW: Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test

    Der Blackberry Storm 9520 hat 256 MB Arbeitsspeicher und 2GB internen Speicher und nicht nur 256 MB internen Speicher!

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Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test
Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test
Der Blackberry Storm, das erste RIM-Smartphone ohne "echte" Tastatur, war ein Sturm im Wasserglas. Der anfängliche Hype wich auf Grund zahlreicher Bugs schnell Ernüchterung. Mit dem Blackberry Storm 2 will der Hersteller nun alles besser machen. Gravierende Schwächen bringt aber auch die Neuauflage mit..
http://www.netzwelt.de/news/81291-dreh-klick-blackberry-storm-2-test.html
2009-11-30 17:31:00
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Der Dreh mit dem Klick: Blackberry Storm 2 im Test