Edelhersteller prüft alternative Antriebstechnik

Rolls Royce: Gerüchte um Phantom-Limousine mit Elektromotor

Bereits seit dem Jahr 2008 kursieren Hinweise, dass der britische Limousinen-Hersteller Rolls Royce seine erste Elektrokarosse plant. Nun bestätigt ein Sprecher des Unternehmens, dass sich der Edel-Hersteller mit alternativen Antriebstechniken beschäftigt.

Rolls Royce Phantom
Statt der Tankanzeige könnte im Cockpit des Rolls Royce Phantom demnächst eine Batterieanzeige arbeiten. (Bild: Rolls Royce)

Liebhaber von Luxuslimousinen haben es nicht immer leicht. Die Zurschaustellung des exklusiven Gefährts ruft bei Passanten eine Mischung aus Bewunderung und Neid hervor, in den letzten Jahren kommt noch Verachtung ob des CO2-speienden Benzinmonsters hinzu. Schließlich könnte der Fahrer auch in einem umweltfreundlichen City-Flitzer sitzen. Ausgerechnet Rolls Royce verspricht nun Abhilfe: Nach Presseberichten will die noble BMW-Tochter aus Großbritannien demnächst einen Rolls mit Elektroantrieb auf den Markt bringen. Dabei soll es sich um eine Version des Rolls Royce Phantom handeln.

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Der erste Hinweis auf die Pläne kam schon im Jahr 2008. Da äußerte der neue Rolls Royce-CEO Tom Purves gegenüber dem Magazin "Car", dass ein Elektroantrieb "perfekt" für die Luxuslimousinen sei. "Man bekommt keine ruhigere und lautlosere Maschine als mit einem gut gebauten Elektromotor", zitiert "Car" den Topmanager. Zudem gelten Elektromotoren als äußerst antrittsstark. Ein weiterer Hinweis kam von einem Mitarbeiter, der sich gegenüber Journalisten verplappert und erwähnt hatte, dass Rolls Royce an einer Version mit Lithium-Ionen-Antrieb arbeite. Das berichtet das britische Onlinemagazin Limobroker.

Nun soll das Projekt konkretere Formen angenommen haben. Gegenüber dem Branchenblatt "Auto Motor und Sport" sagte ein Firmensprecher aus dem Hauptquartier im englischen Goodwood, dass der Nobelhersteller sich ernsthafte Gedanken über eine Limousine mit E-Motor mache.

Ein Rolls für die Stadt, einer fürs Land

Schließlich verursachen schwere Autos mit 12-Zylinder-Benzinmotor erheblich mehr CO2-Emissionen als der typische Kleinwagen. Und Stadtverwaltungen könnten irgendwann auf die Idee kommen, Autos mit zu hohem CO2-Ausstoß aus den Innenstädten zu verbannen. Mit einem E-Antrieb wäre der Luxus-Liner mit den zwei "R" im Logo dann fein raus. Auch das Problem der mangelnden Reichweite bei Elektroautos wäre für die gut betuchte Kundschaft des britischen Nobelherstellers kein Problem. Wer das nötige Kleingeld sein eigen nennt, schafft sich einfach zwei Rolls an - ein Elektro-Modell für kürzere Stadtfahrten und einen klassischen Benziner für den Wochenendausflug.

Ob es aber tatsächlich bereits in den nächsten Monaten einen Rolls Royce mit E-Motor geben wird, ist derzeit noch unklar. Rolls Royce-Sprecher Frank Tiemann bestätigt gegenüber netzwelt die Aussagen seines englischen Kollegen, nennt aber keine konkreten Pläne. "Wir schauen uns naturgemäß unterschiedliche zukünftige Antriebskonzepte an, darunter auch Hybride oder elektrische Antriebe, allerdings gibt es aktuell noch keine Entscheidung darüber, ob und wann so etwas umgesetzt werden wird", erklärt Tiemann.

An fehlendem Technik-Know-how wird das Projekt jedenfalls nicht scheitern. Schließlich ist Rolls Royce eine Tochter des BMW-Konzerns. Dessen Ingenieure beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit alternativen Antriebskonzepten und haben beispielsweise mit dem Active Hybrid X6 Sports Activity Coupé einen Wagen mit Hybrid-Motor vorgestellt. Ein Großteil dieser Technologie könnte auch im britischen Goodwood zum Einsatz kommen.

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