Samsung WB5000 im Test: Großer Zoom, kleiner Bildsensor
Bildqualität auf Kompaktniveau
Bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 wirken die Farben der Aufnahmen der Samsung WB5000 kräftig und kontrastreich. Sie geben viele Details wieder und bieten über einen großen Schärfebereich. Eine Vignettierung tritt so gut wie nicht auf.
Mit zunehmender Lichtempfindlichkeit nimmt die Bildqualität allerdings rasch ab. Bereits bei ISO 400 stört das Bildrauschen bei Betrachtung der Aufnahmen in der Originalgröße. Ab ISO 800 treten die Bildstörungen auch bei verkleinerten Ansichten deutlich zu Tage. Die Fotos eignen sich dann nicht einmal mehr für den Versand per E-Mail oder zum Einstellen auf Internetseiten.
Videos zeichnet die WB5000 mit einer maximalen Größe von 1.280 x 720 Pixeln auf, trotz HD-Auflösung erreichen die Filme aber keine für Flachbildfernseher geeignete Qualität. Auf den Bildern sind zu viele Pixel zu erkennen, der Weißabgleich bleibt zudem stets auf der Anfangseinstellung stehen und passt sich nach Drehbeginn nicht an veränderte Lichtverhältnisse an.
Während der Filmaufzeichnung steht der 24-fache Zoom des Objektivs in vollem Umfang zur Verfügung. Allerdings hinterlassen die Bewegungen des Linsen-Systems Störgeräusche auf der Tonspur. Abgesehen von diesen Beeinträchtigungen nehmen die zwei Mikrofone der WB5000 Tonquellen angenehmen und klar verständlich auf.
Hersteller spart bei Ausstattung und Zubehör
Das Kunststoffgehäuse der Samsung WB5000 wirkt sauber verarbeitet. Die Kamera liegt dank des griffigen, mit Gummi überzogenen Griffs und der großzügigen Daumenablage auf der Rückseite sicher in der Hand. Als Speichermedium kommen SD- oder SDHC-Karten zum Einsatz.
Die Stromversorgung der Kamera stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Samsung legt der WB5000 kein Ladegerät bei, der Nutzer muss die Batterie daher umständlich über einen Netzadapter im Fotoapparat aufladen. Das optional erhältliche Ladegerät CK1134P kostet rund 25 Euro.
Samsung stattet die WB5000 mit einer einzigen nicht standardisierten Schnittstelle aus, die Stromanschluss, USB-Schnittstelle und AV-Ausgang kombiniert. Ein HDMI-Ausgang zum Anzeigen der HD-Videos auf einem Flachbildfernseher fehlt.
Fazit: Lichtblicke und Kinderkrankheiten
Für seine erste Bridgekamera sammelt Samsung Lob und Tadel. Einen guten Eindruck hinterlassen sowohl die unkomplizierte Bedienung der Kamera als auch die riesige Brennweite des Objektivs. Trotz der jahrelangen Erfahrungen von Samsung als Kamera-Hersteller weist die WB5000 allerdings einige Kinderkrankheiten auf. Für ein Bridge-Modell wirkt der Bildsensor deutlich zu klein, Aufnahmefläche und Bildqualität entsprechen dem in der günstigeren Kompaktklasse üblichen Durchschnitt.
Ebenfalls negativ fällt das schmale Zubehör-Angebot auf. Die WB5000 zeichnet zwar HD-Videos auf, bietet aber keine HDMI-Schnittstelle. Zum Lieferumfang gehört lediglich ein Netzadapter, ein Ladegerät fehlt. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro kann der Käufer mehr erwarten. Immerhin bietet einige Online-Händler die Kamera bereits zum Verkaufsstart zu deutlich angemesseneren Preisen von rund 340 Euro an.
Weitere Informationen
Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt Samsung WB5000. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu Samsung WB5000. Zusätzlich haben wir ein Special zu Samsung Digitalkamera vorbereitet.
