Windows Azure: Drei Bildschirme und eine Wolke (Update)
Datenschützer noch skeptisch
Allerdings stehen gerade in Deutschland viele Datenschützer dem Thema noch sehr skeptisch gegenüber. Denn wenn Software und Daten übers Web in anonymen Rechenzentren betrieben werden, dann muss der Anwender darauf vertrauen, dass der Betreiber die Daten vertraulich behandelt und sicherstellt, dass Unbefugte nicht darauf zugreifen können. Technikexperten zweifeln auch, ob die Systeme und Internetserver schon ausreichend Bandbreite und Zuverlässigkeit für Cloud Computing bieten.
Der Begriff Cloud Computing wird in der Regel mit Unternehmensanwendungen verbunden. Doch auch Privatanwender sollen in Zukunft verstärkt auf die Internet-Programme und -Services zugreifen können. Die Nutzung von Programmen übers Web gibt es schon seit Längerem, etwa mit Googles "Text und Tabellen" oder Adobes Acrobat.com. Was genau unter dem Begriff Cloud Computing - übersetzt etwa "Rechnen in der Wolke" - zu verstehen ist, darüber gehen die Meinungen so weit auseinander, wie das wenig präzise Wort "Wolke" nahelegt.
Rechenzentrum ersetzt Online-Server
Allen Definitionen gemeinsam ist die Vorstellung, dass die Anwender nicht auf einen bestimmten Server zugreifen, sondern auf ein oder mehrere Rechenzentren, die Anfragen und Rechenlast unter den Servern aufteilen. Unterschieden wird dabei zwischen "Private Cloud", die den Mitarbeitern eines Unternehmens vorbehalten ist, und der "Public Cloud", bei der im Prinzip alle Nutzer übers Internet auf einen Dienst zugreifen können.
Der herkömmliche Desktop-PC wird aber noch lange nicht verschwinden. Microsofts Ray Ozzie betont auf der Veranstaltung, dass der Trend zum Mischangebot gehe. Dabei nutzen die Anwender je nach Bedarf entweder die lokal installierte Software auf ihrem PC oder einen Online-Service.
Erste Anwendungen in Deutschland
Nach Angaben von Microsoft arbeiten in Deutschland bereits erste Unternehmen mit Windows Azure. T-Systems beispielsweise nutzt die Lösung "Stromboxx" zur intelligenten Steuerung von Stromnetzen und Endgeräten. Die Social Studying-Seite "Berry" von Unimall bietet Schülern, Lehrern und Eltern eine gemeinsame Lernplattform, auf der sie Nachrichten und Dokumente austauschen können. Der Dienst gestattet unter anderem Eltern, den Lernstoff ihrer Kinder einzusehen und die Aufgaben zusammen mit ihnen bearbeiten.
