Verstoß gegen Lizenz-Bestimmungen und DMCA
Schlappe für Mac-Klone: Apple gewinnt gegen Psystar vor Gericht (Update)
Das Betriebssystem Mac OS X gibt es nur in Verbindung mit Apple-Hardware. Dennoch hatte das Unternehmen Psystar versucht, günstige Rechner mit dem Apple-Betriebssystem zu verkaufen. Ein Gericht weist Psystar nun in die Schranken - der Verkauf der Mac-Klone geht aber vorerst weiter.
Das Update vom 2. Dezember "Weniger als 800 Rechner verkauft" finden Sie am Ende des Artikels.
Neben der ansprechenden Hardware liefert für viele Käufer eines Apple-Rechners sicherlich auch das Betriebssystem Mac OS X einen Entscheidungsgrund. Eine Alternative zu den teuren Apple-Rechnern bietet die Firma Psystar an: Kunden können Computer mit Mac OS X über die Webseite des Unternehmens bestellen - und das zu einem Preis, der dem eines vergleichbaren Windows-PC entspricht. Damit dürfte es aber in absehbarer Zeit vorbei sein.
Verstoß gegen Lizenz-Bestimmungen
Apple klagte vor einem kalifornischen Gericht gegen Psystar und bekam nun Recht. In der Urteilsbegründung schreibt das Gericht, dass Psystar mit dem Einsatz von Mac OS X auf nicht von Apple hergestellter Hardware gegen die Lizenz-Bestimmungen des Herstellers aus Cupertino verstößt. Das Gericht gab Apple auch in einem anderen Punkt Recht: Beim Bootvorgang legen die Psystar-Rechner eine Kopie des Betriebssystems im RAM ab - ein ebenfalls illegaler Vorgang.
Zusätzlich verurteilte das Gericht Psystar auf Grund eines Verstoßes gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA), weil das Unternehmen den Bootloader von Mac OS X verändert habe. Das Ergebnis der Verhandlungen ist noch nicht rechtskräftig, eine Berufung noch möglich. Dennoch bleibt fraglich, wie lange die Pystar-Rechner mit dem Apple-Betriebssystem noch im Online-Shop des Anbieter erhältlich sein werden.
Seit Jahren schon setzen sich Apple und Psystar vor Gericht auseinander. Zuletzt geriet das Unternehmen aus Miami aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in die Schlagzeilen: Im Mai dieses Jahres musste Psystar sämtliche Geldgeber vor Gericht offenlegen. Das bereits damals laufende Verfahren wurde aus diesem Grund unterbrochen.
Update vom 2. Dezember: Weniger als 800 Computer verkauft
Im Gerichtsprozess Apple gegen Psystar kam nun ans Licht, dass das Unternehmen Psystar im Zeitraum zwischen April 2008 und August 2009 lediglich 768 Rechner mit Apples Betriebssystem Mac OS X verkauft hat. Diese Zahl rechnete der Wirtschaftsexperte Matthew Lynde im Auftrag von Apple aus.
Gegenüber den Investoren gab Psystar zuletzt noch das ehrgeizige Ziel an, bis zum Jahr 2011 insgesamt zwölf Millionen "Open Computer" verkaufen zu wollen. Eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Mac-Hersteller aus Cupertino ist Psystar daher wohl nie gewesen. Prozessbeobachter gehen daher davon aus, dass Apple an Psystar ein Exempel statuieren wollte.

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