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Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art
Edelgerät mit deftigem Preis

von Roland Haberer Uhr veröffentlicht

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Nokias Einstieg in den Netbookmarkt bringt frischen Wind in das Kleinrechner-Segment. Der Hersteller setzt beim Booklet 3G auf ungewöhnliche Hardware, die in dieser Form kaum ein Konkurrenzmodell anbietet. Das schlägt sich auch im Preis von 700 Euro nieder.

Nokias Einstieg in den Netbookmarkt bringt frischen Wind in das Kleinrechner-Segment. Der Hersteller setzt beim Booklet 3G auf ungewöhnliche Hardware, die in dieser Form kaum ein Konkurrenzmodell anbietet. Das schlägt sich auch im Preis von 700 Euro nieder.

Leistung: Die etwas andere Hardware

Bei der Bildschirmdiagonalen hält sich Nokia noch an den Netbookstandard von 10,1 Zoll. Die Auflösung hingegen fällt mit 1.280 x 720 Pixeln bereits größer aus als bei den Displays der meisten Konkurrenzmodelle. Allerdings wirkt das Bild ungeachtet der größeren Anzeigefläche stets leicht verschwommen. Längeres Arbeiten hinterlässt beim Anwender das Gefühl, als würde ein dünner Schmutzfilm oder eine matte Schutzfolie über dem Bildschirm kleben.

Im Inneren des Booklet 3G arbeitet ein Intel Atom Z530-Prozessor. Der Hersteller gibt für die CPU eine Thermal Design Power (TDP) von nur 2,2 Watt an, der Takt liegt bei 1,60 Gigahertz. Ein handelsüblicher Atom N270 mit vergleichbarer Leistung verbraucht immerhin 2,5 Watt. Zusammen mit dem ungewöhnlichen Prozessor kommt auch der passende Chipsatz zum Einsatz: Der verwendete Intel US15W verbraucht gemeinsam mit dem Prozessor weniger als fünf Watt im laufenden Betrieb.

Auch bei der Festplatte beschreitet Nokia eigene Wege und verbaut anstatt des üblichen 160-Gigabyte-Datenspeichers eine Festplatte von Toshiba mit 120 Gigabyte. Der Datenträger fällt mit 1,8 Zoll deutlich kleiner aus als die üblichen 2,5-Zoll-Geräte und dreht nur mit 4.200 Umdrehungen in der Minute. Dadurch verringert sich die Schreib- und Leserate drastisch. Der Arbeitsspeicher hingegen entspricht mit einem Gigabyte RAM Netbook-Standard. Sämtliche Komponenten kann der Nutzer weder erweitern noch auswechseln.

Festplattengeschwindigkeit 120GB HDD (HD Tune)
MinimumMaximumDurchschnittZugriffszeit
16,4 MB/sek.39,8 MB/sek.30,2 MB/sek.19,0 ms

Sehr gute Akkulaufzeit und absolute Laufruhe

Bei der Akkuleistung macht sich die ungewöhnliche Hardware-Zusammenstellung bezahlt. Zwar bietet der Akku nur vergleichsweise schwache 3.840 Milliampere, der Stromspeicher verfügt jedoch über 16 Zellen. Dadurch erreicht das Netbook ansehnliche Laufzeiten von über acht Stunden im Büroeinsatz und rund fünfeinhalb Stunden im Filmbetrieb.

Akkulaufzeit
OfficeFilm
490 min.330 min.

Das Booklet 3G verrichtet lautlos seinen Dienst. Nur bei starker Beanspruchung der Festplatte fallen erste Arbeitsgeräusche auf. Nokia verzichtet gänzlich auf einen Lüfter. Unter Last wird das Netbook dennoch nur handwarm - das Alugehäuse leistet ganze Arbeit.

Bedienung: Durchdacht

Die Tastatur rückt Nokia bis an den oberen Rand des Gehäuses. Damit bleibt genug Platz für Handballenauflage und Touchpad. Die Tasten des Keyboards fallen im Vergleich zu anderen Netbooks sehr klein aus, dennoch stellen Vertipper die Ausnahme dar. Dafür sorgt reichlich Abstand zwischen den Tasten, außerdem nimmt die Tastatur nur rund die Hälfte der Grundfläche ein. Auch die große, rechte Shift-Taste erreicht der Anwender ohne Probleme. Ein Mangel trübt den sonst guten Eindruck: Unverständlicherweise tauscht Nokia die Position von Steuerungs- und Funktions-Taste.

Nokia Booklet 3G

Bild 1 von 8
Der Erstling von Nokia

Für das Touchpad erntet das Booklet 3G ausschließlich Lob. Die Eingabefläche fällt für ein Netbook außergewöhnlich groß aus und bietet genug Abstand vom Gehäuserand. Das erleichtert die Bedienung erheblich. Alle Tasten verfügen über einen knackigen, kurzen Druckpunkt. Damit eignet sich das Booklet 3G auch hervorragend für längere Einsätze - beispielsweise im Flugzeug. Durch die leisen Tippgeräusche wird außerdem kein Nachbar gestört.

Anschlüsse und Verarbeitung: Hochwertig

Bei den Anschlüssen wiederum zeigt das Testgerät einige Schwächen. Der Hersteller baut zwar Webcam und Mikrofon ein, verzichtet aber auf einen Mikrofonanschluss. Auch eine LAN-Buchse fehlt. Einen entsprechenden USB-LAN-Adapter bietet der Hersteller nur gegen Aufpreis an. Immerhin verfügt das Netbook neben drei USB-Ports noch über einen HDMI-Anschluss. Sim-Kartenslot und SD-Kartenleser liegen leicht erreichbar hinter einer Blende an der rechten Gehäuseseite, dort befindet sich auch der Einschaltknopf.

Deutlich ansprechender zeigt sich das Angebot an drahtlosen Schnittstellen. Das Nokia Booklet 3G bietet sowohl Bluetooth als auch WLAN samt N-Standard. Damit nicht genug: Das Netbook verfügt über UMTS, HSPA und stellt als Sahnehäubchen ein GPS-Modul bereit. Mittels Ovi Maps verwandelt sich das Booklet 3G so bei Bedarf in ein Navigationsgerät.

Eine Eins plus verdient Nokia für die Verarbeitung seines Netbooks: Kein Spalt ist zu groß, nirgendwo lässt sich das stabile Alugehäuse eindrücken. Dennoch bleibt das Gewicht mit 1,22 Kilogramm niedrig. Das Booklet 3G liefert der Hersteller in einer ansehnlichen Verpackung aus, die außerdem ein Paar Kopfhörer sowie ein Lade- und Datenkabel für Nokia-Handys enthält.

Fazit: Nicht von der Stange

Quereinsteiger Nokia orientiert sich beim Booklet 3G nur selten an gängigen Standards. Hinter Hardware und Bedienung stecken teils ungewöhnliche Konzepte - mal mit positiven, mal mit negativen Ergebnissen. Im Test stört besonders der fehlende LAN-Anschluss, der Platztausch von Steuerungs- und Funktionstaste sorgt für Verwirrung. Auch die Anzeige der beiden Testgeräte weckt wenig Begeisterung.

Dafür überzeugen sowohl Verarbeitungsqualität als auch Touchpad auf ganzer Linie. Auch die Akkulaufzeit fällt ordentlich aus, und das Netbook arbeitet beinahe lautlos. Eines ist das Nokia Booklet 3G keinesfalls - ein Netbook von der Stange. Das gilt allerdings auch für den Preis von 700 Euro: Dafür erhält der Käufer bei der Konkurrenz meist zwei Geräte.

Kommentare zu diesem Artikel

Nokias Einstieg in den Netbookmarkt bringt frischen Wind in das Kleinrechner-Segment. Der Hersteller setzt beim Booklet 3G auf ungewöhnliche Hardware, die in dieser Form kaum ein Konkurrenzmodell anbietet. Das schlägt sich auch im Preis von 700 Euro nieder.

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  • Betty schrieb Uhr
    AW: News - Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art

    Mehr als 199 würde ich nie für ein netbook ausgeben. Egal wss drauf steht oder auf der Rückseite des Displays leuchtet.
  • Maraquinn schrieb Uhr
    Update: News - Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art

    Angesichts der wenig überzeugenden Bildqualität der Anzeige des Booklet 3G haben wir noch einen Nachtest mit einem zweiten Gerät durchgeführt, da der Hersteller einen technischen Fehler als Ursache für die verschwommene Anzeige angab. Leider zeigt auch der Monitor des Ersatzrechners kein besseres Bild, der Test wurde entsprechend aktualisiert.
  • JudgementDay schrieb Uhr
    AW: News - Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art

    Nun, spätestens seit dem 1810TZ von ACER ist die Frage "Welches Netbook?" hinfällig . . . . . .
  • Frank schrieb Uhr
    AW: News - Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art

    Man möchte beim Nokia eben auch ein Stück vom "Stylish/Yuppie" Kuche abhaben. Nicht nur Apple will in dieser Sparte verdienen. 700Euro für ein Atom Prozessor Notebook, wer's braucht bitteschön.
  • thoral schrieb Uhr
    AW: Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art

    Die gleiche Sinnfreie Geschichte wie bei Apple! Warum sollte man derart viel Geld ausgeben?

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Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art
Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art
Nokias Einstieg in den Netbookmarkt bringt frischen Wind in das Kleinrechner-Segment. Der Hersteller setzt beim Booklet 3G auf ungewöhnliche Hardware, die in dieser Form kaum ein Konkurrenzmodell anbietet.
http://www.netzwelt.de/news/81186-nokia-booklet-3g-test-luxus-netbook-anderen-art.html
2009-12-07 17:16:00
News
Nokia Booklet 3G im Test: Luxus-Netbook der anderen Art