Verkehrte Netzwelt: Bestrafung 2.0
Ich habe mehr Twitter-Follower als Du
Für Fortgeschrittene: Legen Sie sich einen Account beim Microblogging-Dienst Twitter zu. Versuchen Sie, mehr Follower - also Leser Ihrer Kurzmitteilungen - zu erhalten als Ihr Kind. Nutzen Sie dazu Ihre realen Kontakte als Multiplikator. Oft hilft es, beim Elternabend in der Schule oder nach dem sonntäglichen Kirchenbesuch Werbung in eigener Sache zu machen. Folgen Ihrem Twitter-Account mehr Menschen als dem Ihres Kindes, nutzen Sie die Macht von Twitter für gezielte Maßnahmen gegen den Nachwuchs. Ihr Kind will mal wieder nicht hören? Posten Sie einen entsprechen Beitrag bei Twitter und präsentieren Sie anschließend Ihrem Kind auf dem Bildschirm das Echo des Sozialen Netzwerkes.
Ich lösche deine Spielstände
Eine einfache, aber effektive Maßnahme. Drohen Sie mit dem Löschen der mühsam erarbeiteten Spielstände auf Rechner oder Konsole Ihres Zöglings. Die Angst versetzt manchmal Berge. Aufgrund möglicher Überreaktionen empfehlen wir diese Maßnahme nur als letztes Mittel, wenn alle anderen Methoden versagen - zudem besteht die Gefahr, dass der Sprössling in späteren Nacht- und Nebelaktionen versucht, die begehrten Highscores erneut aufzustellen.
Super Nanny Katia Saalfrank hat angerufen...
...und sich nach deinen Lernfortschritten erkundigt! Erziehungsmethoden wie die "Stille Treppe" oder der "Redestein" verfolgen Ihr ungehorsames Kind anschließend jede Nacht im Traum.
Jetzt kommst Du an die Leine
Wenn alle Rezepte und Drohungen nicht die gewünschte Wirkung zeigen, bleiben nur drastische Maßnahmen wie das Tragen eines GPS-Halsbandes . Eigentlich konzipiert für Hunde, erlaubt es Elternteilen die Standort-Überwachung des eigenen Kindes. Das Gerät können ambitionierte Erziehungsberechtigte in den USA bestellen. Ebenfalls dort steht mit dem Lok8u ein Kinderortungssystem zum Verkauf - das funktioniert aber noch nicht in Deutschland.
Auf die Spitze getrieben
Wenn Sie es auf die Spitze treiben möchten, empfiehlt die Verkehrte Netzwelt das Anbringen von gefälschten Marken-Namen auf billiger Discounter-Mode. Was auf den ersten Blick wie teure Designer-Klamotten aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als peinlicher Stilbruch. Überpinseln Sie absichtlich stümperhaft das No-Name-Logo des Herstellers auf Jacke, Hose und Schuhe und ersetzen Sie es durch mit Rechtschreibfehlern gespickte Fantasie-Namen. Bevor Ihr Kind sich das nächste Mal in der Schule mit Mode-Accessoires von "Atitas", "Nikel Air" oder "Edd Harley" blicken lässt, wird es schon freiwillig das Zimmer aufräumen.
