Chiphersteller legen Rechtsstreit bei
Intel: Konzern zahlt 1,25 Milliarden US-Dollar an AMD
In einer Pressemitteilung verkündete AMD die Beilegung der jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit dem Chiphersteller Intel. Das Abkommen lässt sich Intel 1,25 Milliarden US-Dollar kosten. Im Gegenzug stellt AMD sämtliche Klagen gegen Intel ein, unter anderem Verfahren in Japan und den USA.
AMD wirft dem Konkurrenten vor, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt zu haben. Der Chiphersteller soll unter anderem Hersteller und Händler mit Knebelverträgen an die Marke Intel gebunden haben. Außerdem erhielten nach AMD-Angaben einige große Hersteller und Händler bei Bevorzugung von Intel-Produkten Rabatte in Milliardenhöhe.
Dringend benötigte Finanzsspritze
Beobachter werten die Zahlung von 1,25 Milliarden US-Dollar an AMD als Schuldeingeständnis von Intel. Durch die außergerichtliche Einigung vermeidet das Unternehmen eine Verurteilung, die die Finanzen des Herstellers vermutlich noch stärker belastet hätte. AMD profitiert von der schnellen Finanzspritze: Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit roten Zahlen, ein Gerichtsurteil hätte sich vermutlich noch einige Jahre hingezogen.
Wegen illegalen Wettbewerbspraktiken stand Intel in der Vergangenheit schon mehrfach vor Gericht. Die EU-Kommission verurteilte das Unternehmen in diesem Jahr zu einer Geldstrafe von einer Milliarde Euro, die südkoreanische Justiz verhängte im Jahr 2008 eine Geldstrafe von 16 Millionen Euro gegen den Chiphersteller. Intel versichert im Rahmen des Abkommens mit AMD, in Zukunft auf entsprechende Vertragspraktiken zu verzichten.
Patentaustausch verlängert
Neben der Milliarden-Entschädigung schließt die Vereinbarung zwischen AMD und Intel auch eine Verlängerung des Patentaustauschabkommens der beiden Chiphersteller um weitere fünf Jahre ein. Damit gestattet Intel AMD auch die umstrittene Auslagerung der Chipfertigung an das Unternehmen Globalfoundries.
Bislang erlaubte Intel die Anwendung seines patentierten Fertigungsverfahrens nur in AMD-eigenen Werken. Der Hersteller lagerte allerdings seine Produktion an das Tochterunternehmen Globalfoundries aus, das zu zwei Dritteln arabischen Investoren gehört. Dadurch sah Intel die Patentvereinbarung verletzt.
