Erstes Bada-Smartphone kommt 2010
Bada: Samsung entwickelt Handy-Betriebssystem
Handy
Samsung kündigt sein eigenes Handy-Betriebssystem an. Das neue "Bada" soll Anwendern eine übersichtliche Oberfläche bieten - und Entwicklern helfen, schnell und unkompliziert Anwendungen und Services für Samsung-Handys zur Verfügung zu stellen. Das erste Mobiltelefon mit Bada erscheint vermutlich im ersten Halbjahr 2010.
Symbian, iPhone OS, Windows Mobile, Android, Web OS, Maemo - Betriebssysteme für Mobiltelefone gibt es einige. Aber immer noch nicht genug - das zumindest meinen wohl die Entwickler von Samsung Electronics. Der Konzern stellt jetzt den Plan für eine eigene Mobilplattform namens Bada vor.
Neuer Mitbewerber auf dem Smartphone-Markt
Vielleicht haben die Samsung-Manager Smartphone-Fans im Blick, die sich für keinen der Konkurrenten begeistern können: Android steht unter Verdacht, die Macht des Quasi-Suchmaschinen-Monopolisten Google zu mehren, Web OS von Palm ist noch nicht verbreitet genug, Symbian und Windows Mobile wirken altmodisch - und das iPhone ist vielen Anwendern schlicht zu teuer. So gesehen bietet der zügig wachsende Smartphone-Markt durchaus noch Platz für einen weiteren Mitbewerber.
Dem Anwender soll Bada vor allem eine übersichtliche Bedienoberfläche bringen. Entsprechende Lösungen bietet die Konkurrenz bereits an. Bada setzt daher nicht wie einige Mitbewerber auf eine eigene Oberfläche, die auf ein bestehendes Betriebssystem gesetzt wird. Im Gegensatz zu Menüsystemen wie HTC Touch Flo oder Sony Ericsson UX soll Bada in Samsung-Handys als vollwertiges Betriebssystem arbeiten.
Schneller Einstieg für Entwickler
Der Name des Betriebssystems stammt aus dem Koreanischen und bedeutet "Ozean". Damit spielt der Hersteller auf die große Vielfalt an möglichen Anwendungen für die neue Plattform an. Die Technik ist nach Aussagen von Samsung so konzipiert, dass Entwickler schnell und einfach neue Anwendungen und Dienste entwickeln können. Ein Hinweis darauf, dass nicht nur Programmier-Profis neue Anwendungen und Dienste aufbauen könnten.
Das wiederum stellt eine Voraussetzung dafür dar, dass Anwender schnell in den Genuss von Samsung-Programmen kommen, etwa im Bereich ortsbasierter Dienste. Außerdem will Samsung nach eigenen Angaben eng mit Mobilfunk-Providern zusammen arbeiten, um deren Kunden mit Samsung-Handys eigene Dienste und Anwendungen anzubieten.
Fahrplan: Entwicklermessen und Online-Läden
Genauere Angaben zum neuen System veröffentlicht der koreanischen Elektronik-Konzern derzeit nicht. Dafür steht der Zeitplan bereits fest. Im Dezember will Samsung eine Webseite für Entwickler eröffnen. Ebenfalls für Dezember plant das Unternehmen einen "Developer Day" in Seoul, weitere Entwicklertage in London und San Francisco sollen folgen. Im ersten Halbjahr 2010 kommt dann das erste Bada-Telefon in den Handel.
Ebenfalls im Jahr 2010 öffnet auch der Application Store für Bada-Anwendungen seine Tore im Web. Im zweiten Halbjahr sollen entsprechende Internet-Portale für 30 Länder zur Verfügung stehen, darunter Italien, Großbritannien und Frankreich. Ob es Samsung gelingt, der Betriebssystem-Konkurrenz von Android, Symbian und Co. das Fürchten zu lehren, ist eher zweifelhaft. Zudem wird es wohl viele Monate dauern, bis genug Anwendungen und Handys auf den Markt kommen.
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