Ricoh GXR: Neuartige Systemkamera im Kurztest (Update)
Bildqualität: Positiver Ersteindruck
Die meisten Tasten der Ricoh GXR erreicht der Fotograf bequem mit den Fingern der rechten Hand. Nur zum Öffnen des Blitzes, dem Umschalten zwischen elektronischem Sucher und Bildschirm sowie zum Bedienen der Direct-Taste ist die linke Hand nötig. Über das Direct-Menü erreicht der Nutzer alle wichtigen Einstellungen der Kamera, einen schnelleren Weg um Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich oder Aufnahmeart zu ändern, bietet die GXR leider nicht.
Die Ricoh GXR stellt dem Anwender auch eine komplett manuellen Steuerung zur Verfügung, dabei legt der Fotograf Belichtungszeit und Blende über ein Drehrad fest. Die Zoomwippe befindet sich rechts von der Daumenablage auf der Rückseite der Kamera. Anfangs steht zwar nur ein Zoom-Modul zur Verfügung, für 2010 kündigt Ricoh aber ein weiteres Aufnahmeset mit einem Tele-Objektiv mit einer maximalen Brennweite von 300 Millimetern an.
Mit jedem Modultausch stellt Ricoh dem Anwender eine bis auf das Gehäuse komplett andere Kamera zur Verfügung: In jedem Aufnahmemodul der Ricoh GXR arbeitet ein anderer Bildsensor mit einem anderen Objektiv zusammen. Daher lässt sich die Bildqualität der Kamera nicht pauschal bewerten. Der Ersteindruck der beiden vorgestellten Module fällt jedoch überwiegend positiv aus.

Testbild mit CMOS-Sensor bei ISO 3.200 (Großansicht 1,74 Megabyte groß).

Macro-Testbild mit CMOS-Sensor bei ISO 400 (Großansicht 0,65 Megabyte groß).
So liefert das Aufnahmemodul mit CMOS-Sensor bei bewölktem Himmel vergleichsweise kräftige Farben, deutliche Kontraste und eine hohe Detailgenauigkeit. Zudem beeindruckt die Rauscharmut der Aufnahmen: Sogar bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 3.200 fallen die Störungen so gering aus, dass sie selbst bei Betrachtung der digitalen Bilder in Originalgröße nur minimal stören.
Fazit: Viel versprechendes Konzept
Ricoh stellt mit der GXR ein viel versprechendes Kamerakonzept vor, das sich aber noch beweisen und Akzeptanz beim Käufer finden muss. Die Aufnahmemodule stellen zwar eine gut abgestimmte Mischung aus Objektiv und Sensor zur Verfügung, aber auch andere Systemkameras mit herkömmlichen Wechselobjektiven bieten eine Bildqualität, die für den privaten Gebrauch völlig ausreicht.
Preislich bewegt sich die günstigste Variante der GXR auf einem Niveau mit den preiswertesten Micro-Four-Thirds-Sets aus Kamera und Objektiv. Der Aufwand zum Austauschen der Module der Kamera von Ricoh fällt ähnlich hoch aus wie der Wechsel eines normalen Objektivs. Auch Gewicht und Platzbedarf in Fototasche oder -Rucksack halten sich bei Micro-Four-Thirds-Objektiv und GXR-Modul in etwa die Waage.
Ricoh plant den Verkaufsstart der GXR für den 4. Dezember 2009. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Kameragehäuse beträgt 459 Euro, das Aufnahmemodul mit der festen Brennweite von 50 Millimetern und CMOS-Sensor soll 670 Euro kosten. Die Kombination aus 24-bis-72-Millimeter-Objektiv und CCD-Sensor fällt mit 370 Euro deutlich günstiger aus.
Update vom 23. Februar 2010: Ricoh kündigt neue Aufnahmemodule für GXR-Systemkamera an
Im Laufe dieses Jahres will Ricoh nach eigenen Angaben zwei weitere Aufnahmemodule für die GXR anbieten. Für den Sommer plant das japanische Unternehmen den Verkaufsstart für das Ricoh Objektiv P10 mit einer Brennweite von 28 bis 300 Millimetern inklusive Bildstabilisator. Zu dem rückseitig belichteten CMOS-Sensor des Moduls machte Ricoh noch keine genaueren Angaben.
Das zweite neue Aufnahmemodul soll erst im Winter 2010 verfügbar sein. Das GR-Objektiv A12 mit einer Festbrennweite von 28 Millimetern verfügt über eine Lichtstärke von F2.5. Sein CMOS-Bildsensor im APS-C-Format mit einer Größe von 26,3 x 15,7 Millimetern liefert seine Daten zur Verarbeitung an einen GR-Engine-III-Bildprozessor.
