Neue Anwendung gibt Einblick in gespeicherte Daten
Google-Dienst: "Dashboard" für mehr Transparenz
Der amerikanische Suchmaschinenbetreiber Google möchte mit seinem neuen Produkt "Dashboard" für mehr Transparenz sorgen. Der Dienst heißt übersetzt "Armaturenbrett" und soll Nutzern Einsicht in die Daten geben, die das Unternehmen aus Mountain View über sie speichert.
Inhaltsverzeichnis
- 1Dashboard zeigt gespeicherte Daten
- 2Datenschützer begrüßt Google-Politik
- 3Datenhungriger Suchmaschinenbetreiber
Dashboard zeigt gespeicherte Daten
Das am heutigen Donnerstag gestartete Google Dashboard liefert dem Anwender eine Übersicht aller seiner Daten, die in Verbindung mit den per Login zugänglichen, personalisierten Google-Produkten stehen. Neben dem Einblick in den eigenen Datenbestand gestattet Google Dashboard dem Nutzer, die Einstellungen aller entsprechenden Anwendungen auf einer Übersichtsseite zu ändern.
Dashboard zeigt unter anderem die gespeicherten E-Mails und Konversationen aus dem Dienst Googlemail an, des Weiteren liefert der Dienst auch einen Überblick über die bei Google Docs gespeicherten Dokumente. Dazu muss der Anwender lediglich seine Google-Zugangsdaten auf der Internetseite "www.google.com/dashboard" eingeben.
Google-Nutzer erhalten mit Dashboard auch Einsicht in ihr Suchprotokoll. Dabei handelt es sich um eine Datei mit den Suchanfragen, die über die Suchmaschine getätigt wurden. Entschließt sich der Nutzer dazu, das Dashboard-Webprotokoll zu aktivieren, zeigt der Dienst die gespeicherten Suchvorgänge in einer Übersicht an und gibt den Nutzern die Kontrolle über die Datensammlung. So entfernt der Anwender bei Bedarf einzelne Suchanfragen aus dem Protokoll - oder löscht gleich die komplette Log-Datei.
Datenschützer begrüßt Google-Politik
"Das ist ein großer Schritt, Nutzern Transparenz und Kontrolle über ihre Daten zu geben", sagt Dr. Wieland Holfelder, Leiter des Google-Entwicklungs-Zentrums in München. Holfelder hofft nach eigenen Aussagen, dass die Veröffentlichung des neuen Dienstes der IT-Branche einen Anstoß gibt, über Datenkontrolle nachzudenken. Nach Angeben des Forschers richtet sich der Dienst aber zuerst an alle Google-Anwender: "Es ist wichtig, dass sich Nutzer bewusst sind, welche Daten online sind und wie sie diese steuern können - das Google Dashboard hilft ihnen dabei", sagt der Unternehmensvertreter.
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Professor Johannes Caspar begrüßt das Vorgehen von Google. "Hinter dem Google Dashboard steht die Idee, den Nutzern künftig einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Daten sie Google anvertraut haben und welche Einstellmöglichkeiten hierfür bestehen. Dies stärkt die eigene Verantwortung im Umgang mit den Daten und führt zu einer größeren Transparenz für die Nutzer", erklärt der Datenschützer.
Datenhungriger Suchmaschinenbetreiber
Inzwischen nutzen Millionen Menschen die zahlreichen Google-Dienste. Datenschützer bemängeln jedoch seit Jahren den Umgang des Suchmaschinenbetreibers mit privaten Daten. In letzter Zeit sorgte vor allem die Debatte um den Google-Dienst "Street View" für Aufsehen. Dabei fotografiert der Suchmaschinenbetreiber weltweit Straßenzüge von Städten und stellt die Aufnahmen im Internet zur Verfügung.
Da auf den Panorama-Fotos auch Personen erscheinen, stehen Datenschützer wie Casper dem Projekt nach wie vor kritisch gegenüber. Auch der E-Mail Dienst Googlemail sorgte für Kritik, da der Anbieter die privaten Nachrichten nach Stichworten durchsucht und am Seitenrand zum Inhalt passende Werbung einblendet.
