Ausweitung des Zugangserschwerungsgesetzes gefordert

Filmindustrie: Forderung nach Streaming-Sperre

Filmindustrie: Forderung nach Streaming-Sperre Vertreter der Filmindustrie und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen forderten auf dem Branchenforum zu "Prävention und Aufklärung" Maßnahmen gegen illegale Streaming-Seiten und Download-Portale. Zugriffssperren sollen potenzielle Nutzer vom Besuch der Webseiten abhalten. Das berichtet heise online.

Nachdem im Frühling diesen Jahres das umstrittene Zugangserschwerungsgesetz zur Sperrung von Kinderpornografie-Seiten verabschiedet wurde, befürchteten viele Kritiker, dass die Technik zur Sperrung von Webseiten bald auch auf Filesharing- und Streaming-Angebote ausgeweitet werden könnte. Wenn es nach dem renommierten Filmproduzenten Max Wiedemann und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) geht, könnte genau dieser Fall bald eintreten.

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Portale einfach sperren

Wiedemann forderte nach Angaben von heise online zusammen mit weiteren Vertretern der Filmindustrie auf einer GVU-Veranstaltung die Sperrung illegaler Download-Portale. Auch der Zugriff auf Streaming-Seiten, die ihren Besuchern Kinofilme und Serien direkt im Browser anzeigen, soll nach seinen Aussagen so schnell wie möglich unterbunden werden.

Daneben äußerte Wiedemann sein Unverständnis über die Kritik zahlreicher Nutzer und Datenschützer an der Speicherung dynamischer IP-Adressen. Der Produzent verglich die Protokollierung von IP-Adressen mit den Nummernschildern eines Mietwagens, die bei Verkehrsverstößen zur Identifizierung des Fahrers herangezogen werden. Wiedemann sieht nach eigenen Aussagen in der Vorratsdatenspeicherung kein größeres Problem als bei der Vergabe von Nummernschildern.

"Es macht wenig Sinn, jeden einzelnen Nutzer zu verfolgen und zu bestrafen", sagte der Filmproduzent am Dienstag in Berlin. Vielmehr sollten die Provider gesetzlich dazu verpflichtet werden, Webseiten zu sperren, sobald diese illegale Downloads oder Links zu Videostreams anbieten.

Warnung per E-Mail

GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy wies außerdem darauf hin, dass illegale Downloads auch durch automatische Warn-E-Mails an die Seitenbesucher eingeschränkt werden könnten. Dazu will er die Internet-Provider gesetzlich in die Pflicht nehmen, für die es seiner Meinung nach ein Leichtes sei, entsprechende Systeme einzurichten.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) wehrt sich gegen die Forderung der Filmindustrie. Man könne nicht "einen ganzen Industriezweig als Wurzel des Übels darstellen" sagte Verbandssprecher Oliver Süme gegenüber heise online. Außerdem gebe es schon genügend Mittel und Wege zur Rechtsdurchsetzung, die sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Verletzungen betreffen. Zu guter Letzt sei ein solches Vorhaben nicht gesellschaftlich durchsetzbar, da die Sperrungen einer Zensur sehr nahe kämen.

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