Sicherheits-"Sandkasten" für Internet-Surfer

Software-Test: Kaspersky Internet Security 2010

Software-Test: Kaspersky Internet Security 2010 Die aktuelle Version der Kaspersky-Suite soll dank einer sicheren Online-Arbeitsumgebung für mehr Schutz beim Surfen sorgen. Das russische Softwareunternehmen ist ein alter Hase im Anti-Viren-Geschäft und konnte in den letzten Jahren hohe Marktanteile gewinnen.

Werbung

Installation und Bedienung

Kaspersky Internet Security 2010 (KIS) ist schnell eingerichtet. Wer die Anwendung von CD installiert, muss vor dem ersten Programmstart noch ein knapp 70 Megabyte großes Update-Paket herunterladen. Nach dem Abschluss der Installation nimmt die Sicherheitssoftware die Arbeit ohne Neustart des Betriebssystems auf. Das Programm beansprucht rund 36 Megabyte Speicherplatz auf der Festplatte. Die Benutzeroberfläche von KIS wirkt auf den ersten Blick gewohnt übersichtlich, auch Neulinge finden sich in den Menüs schnell zurecht.

Internet-"Sandkasten" schützt vor Angriffen

Der Virenscanner von KIS schützt den Rechner des Anwenders vor Schadsoftware. Das Programm überwacht Festplatten, Wechselträger und Arbeitsspeicher und führt bei Bedarf regelmäßig Systemprüfungen durch. Für zusätzlichen Schutz beim Aufruf von Internetseiten soll der Dienst "SafeRun" sorgen. Das Programm erstellt einen virtuellen Arbeitsbereich für Internet-Anwendungen wie Firefox oder Internet Explorer.

Selbst "erfolgreiche" Angriffe von Schadsoftware, die unter SafeRun beispielsweise eine Browser-Schwachstelle ausnutzen, laufen ins Leere: Da der Browser in einer von KIS kontrollierten Umgebung läuft, erhält der Angreifer keinen Zugriff auf Betriebssystem, private Daten oder System-Einstellungen. Das Sandkasten-System macht sich durch einen grünen Rahmen um das Anwendungsfenster bemerkbar. SafeRun gestattet über Verknüpfungen auch das gezielte Ausführen von Anwendungen im geschützten Bereich.

Kaspersky Internet Security 2010
Kaspersky Internet Security 2010: Die Arbeitsumgebung "SafeRun" macht sich durch einen grünen Fenster-Rahmen bemerkbar.

Im Praxistest zeigt sich allerdings ein Manko von SafeRun: Downloads, die eine Anwendung im SafeRun-Modus speichert, legt KIS in einem gemeinsamen Ordner ab. Dadurch bleiben die Dateien zwar in einer sicheren Umgebung erhalten, doch ein vereinfachter Weg zu den Downloads fehlt. Die unkomfortable Handhabung kann dazu führen, dass Anwender den "unsicheren" Anwendungsstart bevorzugen und auf den sinnvollen Zusatzschutz verzichten.

Kaspersky Internet Security 2010
Kaspersky Internet Security 2010: Die ansprechende Benutzeroberfläche bietet schnellen Zugriff auf alle Funktionen.

Zusätzliche Sicherheit beim Surfen bietet der so genannte "URL-Advisor". Ähnlich wie Norton Internet Security 2010 macht auch die Kaspersky-Sicherheits-Suite den Anwender auf gefährliche Internetseiten schon während der Internet-Suche aufmerksam. Allerdings unterstützt KIS lediglich die Browser Internet Explorer und Mozilla Firefox. Erkennt der URL-Advisor einen Verweis zu einer gefährlichen Internetseite, blendet er ein Warnsymbol hinter dem Link ein.


Eine weitere, praktische Erweiterung stellt die von Kaspersky eingeführte, virtuelle Tastatur dar. Die Anwendung umgeht so genannte "Keylogger"-Programme, die heimlich Tastatureingaben speichern und an Unbefugte weitergeben: Auf Wunsch dienen anstelle der Tastatur Bildschirm und Maus zur Eingabe von Zeichen. Ein Klick auf das entsprechende Symbol im Browser genügt, und Login-Daten, Passwörter und Kreditkarteninformationen können sicher in das Dialogfeld eingegeben werden.

Kaspersky Internet Security 2010
Kaspersky Internet Security 2010: Das Risikopotenzial der laufenden Prozesse auf einen Blick.

Neben den neuen Funktionen bietet KIS wie die meisten anderen kostenpflichtigen Suiten eine Software-Firewall, eine Kindersicherung, Spam-Filter sowie Sniffing-Schutz für das Surfen in öffentlichen WLAN-Netzen. Daneben stellt KIS noch einen Web- und Phishingschutz zur Verfügung.

Erkennungsrate und Fazit

Im AV-Comparatives-Labortest zeigt Kaspersky Internet Security 2010 lediglich eine Erkennungsrate von 94 Prozent. Inzwischen stellte der Anbieter allerdings ein größeres Sicherheits-Update zur Verfügung, sodass zukünftige Messergebnisse möglicherweise positiver ausfallen. Sehr negativ fällt die hohe Verzögerung der Bootzeit auf: Fast 30 Sekunden länger benötigt ein durchschnittlicher Heimcomputer, auf dem KIS läuft, zum Starten.

Damit fällt die Verzögerung noch höher aus als bei der G Data Internet Security 2010-Suite, die immerhin zwei Scan-Engines initialisiert. Im laufenden Betrieb etwa von Internet-Browser oder Office-Programmen macht sich KIS hingegen kaum bemerkbar.

Der Hersteller gibt als Systemanforderungen lediglich die Betriebssysteme Windows XP, Vista oder Windows 7 an. Unter XP sind 256 Megabyte RAM, unter Vista 512 Megabyte RAM und unter Windows 7 mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher nötig. Das Programm steht als Einzelplatzlizenz im Online-Handel zu Preisen ab 25 Euro zum Verkauf.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

Links zum Thema

Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Habe auf meinem Rechner Windows 7 installiert und testweise einmal Norton Internet Security 2010 und von Kaspersky installiert. Mein Fazit: Norton läuft um einiges schneller bei mir als Kaspersky und brauch bei...

Kommentieren