Verhaftungen und Hausdurchsuchungen im Erfurter Raum

Thüringen: Software-Raubkopierer richten Millionenschaden an

Thüringen: Software-Raubkopierer richten Millionenschaden an In Erfurt wurden am gestrigen Mittwoch zwei Männer wegen gewerbsmäßigen Handels mit Raubkopien verhaftet. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen wirft den beiden 33-Jährigen vor, von Anfang des Jahres 2007 bis Mitte 2009 illegale Kopien von Computerprogrammen über das Internet verkauft zu haben.

Schaden in Millionenhöhe

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Die Staatsanwaltschaft konnte den Angeklagten nach eigenen Angaben Verkäufe im Wert von 40.000 Euro nachweisen. Der Gesamtschaden könnte sich nach Behördeninformationen sogar auf bis zu 1,7 Millionen Euro belaufen. Die beiden Erfurter haben mittlerweile den Verkauf von 560 gefälschten Programmen eingeräumt.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden Wohn- und Büroräume in Erfurt, Magdeburg und Nürnberg durchsucht. Nach Informationen der Ermittlungsbehörden stellten die Männer von Computern in Magdeburg und Nürnberg aus Angebote auf Internet-Auktionshäusern und -Handelsplattformen ein. Dabei sollen Anwendungen der Hersteller Microsoft, Adobe und Corel verkauft worden sein. Das Thüringer Landeskriminalamt wurde auf die Raubkopierer aufmerksam, weil Käufer der Software Anzeige erstattet hatten. Die Betroffenen äußerten den Verdacht, dass es sich bei den von ihnen ersteigerten Produkten um Raubkopien handelte.

Microsoft stellt ebenfalls Strafanzeige

Der Marktwert der Microsoft-Produkte, die die beiden Männer als Raubkopien verkauften, beträgt nach Angaben des Softwarekonzerns 400.000 Euro. Microsoft wurde durch Echtheitstests seiner Produktidentifikationsservices ebenfalls auf die Raubkopien aufmerksam und hatte bereits im Juli dieses Jahres Strafanzeige gestellt.

Während die Verkäufer der illegalen Programmkopien nun festzustehen scheinen, kann die Staatsanwaltschaft zu den Herstellern der Raubkopien nach keine Angaben machen. Die hohe Fertigungsqualität der Fälschungen weist nach Angaben von Microsoft darauf hin, dass die Raubkopien industriell gefertigt wurden.

Nach Angaben der Mühlhausener Ermittlungsbehörden haben die beiden Verdächtigen auch nach der Einleitung des Ermittlungsverfahrens weiterhin Software-Kopien im Internet angeboten. Bis kurz vor ihrer Verhaftung sollen die zwei Erfurter noch Zahlungen von Online-Kunden angenommen haben - allerdings ohne die Ware auszuliefern.

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