Kritik und Lob für namhafte IT-Unternehmen

Greenpeace: Cool-IT-Ranking veröffentlicht

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlicht die aktuelle Ausgabe ihrer "Cool IT"-Liste. Im Gegensatz zum "Guide to Greener Electronics", der nur Hardware-Hersteller bewertet, zeigt das Papier auf, wie klimafreundlich IT-Firmen handeln.

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Greepeace Cool IT
Petition auf der Greenpeace-Homepage: Wer unterzeichnet, fordert Microsoft, IBM und Google auf, sich klarer für Maßnahmen zum Schutz der Umwelt auszusprechen.

Zum zweiten Mal hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace ihr Cool-IT-Ranking veröffentlicht. Die Liste "Cool IT Challenge Leaderboard" führt die IT-Unternehmen auf, die sich für den Klimaschutz einsetzen und bewertet deren Engagement. Wie schon im Vorjahr landet IBM auf dem ersten Platz, gefolgt von HP, Fujitsu und Google. Auf den weiteren Plätzen: Cisco, Intel, Microsoft und Dell. Schlusslichter bilden Sony und Panasonic.

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Das Ranking kommt nach einem ausgeklügelten Punktesystem zustande. Greenpeace vergibt dazu Punkte in drei Kategorien. Bis zu 50 Punkte gibt es, wenn das Unternehmen zeigt, wie viel CO2-Emissionen mit seinen Produkten genau eingespart werden können. Bis zu 15 Punkte gibt es, wenn es selbst seine CO2-Emissionen im Geschäftsbetrieb reduziert und auf erneuerbare Energien setzt.

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35 Punkte für klare Aussagen

Große Bedeutung misst Greenpeace aber auch den öffentlichen Stellungnahmen und politischen Standpunkten bei, die ein Unternehmen in Sachen Green IT vertritt. Dafür vergibt das Ranking bis zu 35 Punkte. Macht insgesamt 100 Punkte, die maximal erreichbar wären. Dass selbst der Top-Platzierte IBM mit 43 Zählern weniger als die Hälfte erreicht, und Microsoft auf Platz sieben nur noch 23 Punkte bekommt, zeigt, dass die Umweltschützer von Greenpeace noch lange nicht zufrieden sind.

Dementsprechend hagelt es auch harsche Kritik an den Unternehmen. Greenpeace wirft insbesondere den Konzernen IBM, Google und Microsoft vor, dass sie sich in der US-Handelskammer nicht entschiedener für die Begrenzung von CO2-Emissionen aussprechen. Die Handelskammer hat in den vergangenen Monaten nach Meinung der Umweltschützer immer wieder versucht, die klimafreundliche Politik der neuen US-Regierung zu torpedieren.

Anfang Oktober war es deshalb zum Eklat gekommen und Apple hatte die Handelskammer verlassen. Nun hoffen Klimaschützer, dass Firmen wie IBM, Microsoft oder Google dem Beispiel Apples folgen oder zumindest ihren Standpunkt deutlich machen. Das ist bisher offenbar nicht passiert. Ein weiterer Kritikpunkt für Greenpeace ist beispielsweise, dass Google sich vor dem im Dezember anstehenden Klimagipfel in Kopenhagen in Schweigen hüllt.

Lob für Ericsson, aber keine Punkte

Neben Kritikpunkten zeigt die Rangliste aber auch positive Entwicklungen. So lobt Greenpeace den Hersteller HP dafür, dass er umfassende Informationen darüber zur Verfügung stellt, wie seine IT-Lösungen die Treibhausgase senken. Auch Toshiba hat in dieser Hinsicht deutliche Fortschritte gemacht.

Ein Lob bekommt auch der schwedische Telekommunikations-Provider Ericsson. Dessen CEO Carl-Henric Svanberg hatte sich im Vorfeld des Kopenhagener Klimaschutzgipfels für mehr Engagement beim Umweltschutz ausgesprochen. Für die Cool-IT-Liste hat das aber nichts gebracht.

Denn das Greenpeace-Ranking verzeichnet derzeit noch keine Telekommunikations-Unternehmen. Greenpeace hat gegenüber dem Nachrichtendienst Pressetext allerdings signalisiert, dass man dies demnächst ändern wolle. Angesichts der rapide wachsenden Bedeutung der Mobilfunkindustrie ein sinnvoller Schritt.

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