Online-Profile von 118.000 Jugendlichen kopiert
SchülerVZ: Erneute Datenpanne im Schüler-Netzwerk
Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen erschienen Daten von SchülerVZ-Mitgliedern außerhalb des Schüler-Netzwerks. Der Internet-Blog "Netzpolitik" berichtete von dem Datenleck: Aus den Profilen wurden angeblich 118.000 private Datensätze von Berliner Schülern inklusive Geburtstagsdatum unbemerkt kopiert.
Verbraucherschützer fordern mehr Aufklärung
Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bestätigt, dass die Datensätze tatsächlich aus dem besagten Netzwerk stammen. Die Tatsache, dass sich unter dem entwendeten Material auch sensible, personenbezogene Daten befanden, bezeichnet der Verband als besonders brisant.
"Statt zu versprechen, dass ihre Daten gut aufgehoben sind, müssen die Anbieter die technisch höchste Sicherheit bieten - wenn nötig auch zu Lasten des Nutzerkomforts", sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen in einer Pressemitteilung. Zudem sollten die Betreiber die potenziellen Risiken klar benennen, die mit einer Veröffentlichung privater Daten im Netz verbunden sind. Nur so könnten die Nutzer - im Falle von SchülerVZ also Schüler und Eltern - abwägen, wie freizügig sie ihre persönlichen Daten mitteilen.
Sicherheitslücke schon gestopft
Die Datensätze liegen den Betreibern von SchülerVZ mittlerweile vor und wurden bereits überprüft. Nach Angaben der Verantwortlichen soll es sich dabei um "einen älteren Datensatz mit Informationen zu Geburtsdaten und Geschlecht" handeln. Die Sicherheitslücke, die das Abrufen der Informationen möglich gemacht hat, wurde nach Unternehmensangaben schon Ende Juli dieses Jahres behoben.
Erst vergangene Woche hat ein größerer Datendiebstahl bei SchülerVZ für Aufsehen gesorgt. Der 20-jährige mutmaßliche Datendieb aus Erlangen drohte nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit dem Verkauf der Daten ins Ausland und wollte so 80.000 Euro vom Netzwerkbetreiber erpressen.

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