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23.10.2009
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Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt

Youtube-Anzeige: "Versteckte Form des Filesharings"

Music Markt

Youtube-Anzeige: "Versteckte Form des Filesharings"

Der Hamburger Rechtsanwalt Jens Schippmann erhebt schwere Vorwürfe gegen Googles Videoplattform Youtube: Nach seinen Aussagen dulden die Seitenbetreiber Urheberrechts-Verletzungen im großen Maßstab. In Namen von rund 25 Musikern, Produzenten, Independent-Labels und Musikverlagen stellte er Strafanzeige gegen die Chefs von Google. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingeleitet.

Schippmann wirft dem Youtube-Betreiber Google vor, eine "versteckte Form des Filesharings" zu betreiben und gleichzeitig die Urheber unter Druck zu setzen. So seien nach dem Auslaufen der Vereinbarung zwischen Youtube und GEMA die offiziellen Nutzerkonten von Musikern und Labels aus Deutschland nicht mehr zu erreichen.

"Gleichzeitig lässt Google von Nutzern eingestellte Inhalte mit Verweis auf deren Urheberrechte größtenteils unangetastet", sagt der Anwalt. Dabei handele es sich vielfach um Bilder mit einer Tonspur, die urheberrechtlich geschütztes Material von Künstlern enthält. Hinweise im Titel wie "Album Quality" stellen nach Aussagen von Schippmann eine unverhohlene Aufforderung zum illegalen Download der Songs dar.

"Kriminelle Energie der Youtube-Verantwortlichen"

Ähnliche Vorwürfe erheben bereits Medienunternehmen aus den USA: Anwälte des Medienkonzerns Viacom behaupten Einblick in E-Mails zu haben, aus denen hervorgeht, dass Google-Mitarbeiter geschützte Inhalte als so genannten "User-generated Content", den das Videoportal nur eingeschränkt löscht, veröffentlicht hätten.

Für Schippmann übersteigt "das Maß der kriminellen Energie der Youtube-Verantwortlichen im Google-Konzern die bisherigen Erkenntnisse aus dem Betrieb von Filesharing-Börsen wie Rapidshare, Bearshare und anderen bei weitem." Das Ausmaß der Rechtsverletzungen und der Schaden für die deutsche Musikwirtschaft seien verheerend.

Youtube weist Vorwürfe zurück

Google reagiert empört. Henning Dorstewitz, Pressesprecher von Youtube Deutschland, weist die Anschuldigungen, dass sich Mitarbeiter von Youtube oder Google strafbar gemacht hätten, entschieden zurück: "Im Gegenteil, wir arbeiten mit vielen Tausend Rechteinhabern auf der ganzen Welt eng zusammen, um zu gewährleisten, dass diese ihre Urheberrechte auf unserer Videoplattform durchsetzen können."

Dazu hat Youtube nach Dorstewitz' Angaben Software entwickelt, die weit über das hinausgeht, was rechtlich erforderlich ist: "Mit unserer ContentID-Technologie können Rechteinhaber schnell und einfach Videos mit ihren Inhalten auf Youtube finden, blockieren oder für unser Werbeprogramm freischalten lassen", erklärt der Youtube-Sprecher.

Löschverfahren angeblich mangelhaft

Rechtsanwalt Schippmann berichtet von anderen Erfahrungen: Für Mandanten wie die Sängerin Sarah Brightman oder ihren Produzenten Frank Peterson habe er bereits mehrfach erfolglos versucht, Inhalte von Youtube löschen zu lassen. Entweder habe er auf seine Aufforderungen gar keine Antwort erhalten oder sei von Youtube darauf verwiesen worden, dass jedes Video per Mausklick zum Löschen gemeldet werden könne.

"Wenn man sämtliche der inzwischen rund 9.000 Videos der Künstlerin Sarah Brightman manuell zur Löschung bringen wollte, und pro Video zehn Minuten benötigte, wäre der Betroffene fast 200 Arbeitstage im Jahr damit beschäftigt", rechnet der Produzent Frank Peterson vor.

Verstöße gegen das Urheberrecht können in Deutschland mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Ob die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Youtube-Verantwortlichen erhebt, ist derzeit noch offen.

Rechtshilfeersuchen in den USA

Allerdings plant die Staatsanwaltschaft nach Aussagen Schippmanns, ein Rechtshilfeersuchen in den USA zu stellen. Die US-Behörden sollen die Up- und Download-Daten der Youtube-Plattform für 500 exemplarische Fälle ermitteln. Schippmann betont, dass er und seine Mandanten lediglich gegen Googles Videoplattform vorgehen und nicht gegen einzelne Youtube-Nutzer .


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seele
seele
23.10.09 20:17

da bekommen sie schon kostenlos werbung (ich nutze youtube um wenn ich ein gutes lied höre mich umzuschaun ob der rest auch was taugt bevor ich mein geld ausgebe) und dann wollen die noch dagegen vorgehen...
wer kein geld verdienen möchte solls bleiben lassen und untergehen!


Man-In-Grün
Man-In-Grün
23.10.09 21:00

10 Minuten pro Löschung... Sowas dauert ein paar Sekunden.
Und noch schneller, wenn man sich eben mal schnell ein kleines Programm/Skript zum löschen schreibt.

Irgendwie kommt es mir so vor, als verdient die Musikindustrie nur noch durch Abmahnungen ihr Geld.


darkwave
24.10.09 05:44

Eine etwas seltsame Vorgehensweise dieses Rechtsanwaltes, denn wenn er Google damit strafrechtlich belangen will/wöllte, dann kann er gleich noch gegen die Softwareprogrammierer vorgehen, die entsprechende Tools liefern, um Videos oder auch nur die Tonspur aus den Videos zu downloaden und nicht zuletzt müßte er dann auch gegen die in Deutschland vertriebenen Computerzeitschriften vorgehen, die in der letzten Zeit (verfolge ich jetzt ungefähr 2 Jahren) immer wieder auf Möglichkeiten des Downloads von Musik hinweisen und ebenfalls auf ihren beigelegten CD/DVD's die entsprechende Software dem User gleich frei Haus liefern.

Für mich sieht es eher so aus, als will sich der Rechtsanwalt irgendwie profilieren und da es in Bezug auf YouTube und die dort herunterladbaren Videos oder den Bezug der Musik aus den Videos noch keine eindeutige Rechtssprechung gibt (so immer wieder angegeben in den entsprechenden PC-Zeitschriften), ist das doch eine wunderbare Möglichkeit, sowas zu veranstalten und sich damit in den Vordergrund zu rücken.

Eines muß ich in Bezug auf den Artikel bezüglich der Klage gegen YouTube allerdings auch feststellen. Die Videos die bei YouTube eingestellt werden und meist nur aus einem Foto mit hinterlegter Musik bestehen, nimmt ziemlich überhand. Es kann natürlich auch das ein Grund für die Vorgehensweise des Anwaltes sein. Videos in der Form zu veröffentlichen, scheint mir dann doch etwas zweifelhaft zu sein, zumal es sich nicht um eine Eigenentwicklung des Videos handelt, mit allen im Video vorkommenden Komponenten.


butano
24.10.09 10:29

Was der Rechtsanwalt Jens Schippmann fordert, ist totaler Blödsinn. Sinngemäß müssen dann auch Internetportale von Fernsehsendern (z.B. RTL "Das Supertalent") dicht gemacht werden weil man ebenso argumentieren kann, daß die Künstler nur mit einer eimaligen öffentlichen TV-Ausstrahlung ihrer Talente einverstanden sind. Das hat ja auch etwas mit Urheberrecht der jeweiligen Künstler zu tun.

Im Umkehrschluß muß der Rechtsanwalt Jens Schippmann dann auch seinen Computer abschalten und künftig auf Fernsehen und Radio (auch Autoradio) verzichten. Selbstverständlich begreift er das nicht und deshalb kommt er ja auch nicht auf die Idee.


Abmahnen ist 99% Abzocke
Abmahnen ist 99% Abzocke
25.10.09 04:47

die ganze Musikindustrie und jene von denen sie rechtlich vertreten wird. sind einfach nur peinlich.
Die kapieren gar nix und wollen auch gar nix kapieren.
Warum, mit Abmahnen kann man ja viel leichter Geld verdienen - DAS ist die Wahrheit.
Die Musikindustrie sollte dankbar sein, wo für sie kostenlos geworben wird.
Innovativ war sie künstlerisch, fördernd und in der Technik die letzten 30 Jahre gleich NULL.
Das einzige wo sie immer "innovativ" ist mit diesem ganzen trüben Rechtsverdrehergesockse
ist, wie man den Leuten das Geld unverhältnismässig aus der Tasche zieht.
Schippermann und Co: macht lieber was Vernünftiges
als euch selbst zu dümmlichen Handlangern zu degenerieren.
Wenn euch nichts vernünftiges einfällt, lasst euch zu Altenpflegern umschulen.


Localhorst
25.10.09 10:51

Butter bei die Fische - die Namen der erfolglosen "Künstler" nennen die auf diesem fragwürdigen Weg versuchen noch ein paar Euro zu generieren.
Würde mich nicht wundern wenn das solche Mark Medlocks und Konsorten sind.


genervt007
genervt007
26.10.09 15:03

Zitat:

erhebt schwere Vorwürfe

So schwer finde ich die Vorwürfe gar nicht ;)

Wenn Ihr geistiges Eigentum wollt, dann behaltet euren Käse in Euren Köpfen!


Unterdrückt
Unterdrückt
29.10.09 12:40

Ich mach mir mehr sorgen um all die Videos, die ohne Einwilligung der Darsteller heraufgeladen werden um sie zu verspotten. Youtube/Google scheint das löschen dieser Videos und die Sicherheit von Privatpersonen weitaus weniger ernst zu nehmen, als Musikvideos hinter denen Anwälte und Konzerne stehen.


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