Sony Reader PRS-600 im Test: Gelungene Neuauflage
Musikwiedergabe und Diashow
Der Sony Reader zeigt nicht nur Bücher an, sondern gibt auch Bilder der Formate JPG, PNG, BMP und GIF klar und deutlich wieder - allerdings nur in acht Graustufen. Wie der Vorgänger verfügt das Gerät auch über eine Diaschau-Funktion.
Wer beim Lesen gerne Musik hören möchte, kann den integrierten Musikplayer dazu nutzen. Der Sony PRS-600 spielt sowohl MP3- als auch AAC-Stücke ab, sofern sie nicht mit einem Kopierschutz versehen sind. Die Ausgabe erfolgt ausschließlich über den Kopfhöreranschluss, das Gerät verfügt über keine Lautsprecher. Die Klangqualität kann auf hochwertigen Kopfhörer-Modellen durchaus überzeugen.
Synchronisieren leicht gemacht
Der Sony Reader PRS-600 bringt von Haus aus zwei digitale Bücher und einige Leseproben in verschiedenen Sprachen mit. Zusätzliches Lesefutter gelangt über PC oder Mac auf das Lesegerät. Entsprechende Bücher stehen bei den Vertriebspartnern von Sony zum Verkauf, Internet-Angebote wie Google Docs oder das Gutenberg-Projekt bieten auch kostenlose Bücher-Downloads an.
Bildunterschrift
Um neue Bücher auf dem Sony Reader zu kopieren, benötigt der Anwender zuerst das Programm "Sony eBook Library". Unter Windows startet die Installation der Anwendung, sobald das Lesegerät zum ersten Mal an den Rechner angeschlossen wird. Der PRS-600 unterstützt auch Mac OSX, allerdings muss der Anwender die zugehörige Software von der Sony-Webseite herunterladen und installieren.
Anschließend kann der Nutzer mit "Sony eBook Library" eine Bibliothek mit Büchern, Musik- und Bilddateien anlegen. Immer wenn sich der Sony Reader per USB-Port mit dem Rechner verbindet, erkennt die Anwendung das Lesegerät und bietet einfache Synchronisierung per Drag-and-Drop an. WLAN- oder Bluetooth-Schnittstelle stehen nicht zur Verfügung.
Lesestoff aus dem Netz
Die Software bietet auch Zugriff auf Sonys "eBook Shop". Hier bietet der Hersteller Links zum eigenen Online-Shop und den Angeboten der zahlreichen Vertriebspartner an. Im Sony Readerclub können sich Leser außerdem nach einer kostenlosen Registrierung über gelesene Bücher austauschen und empfohlene Bücher kaufen. Die deutschen Buchhändler Thalia, Libri und Mayersche bieten bereits deutsch- und englischsprachige Literatur für Sony-Geräte an. Die Preise entsprechen denen herkömmlicher Bücher, einige Angebote sind in ausgewählten Shops etwas preiswerter.
Aber auch viele kostenlose Bücher stehen bereits im ePub- oder PDF-Format im Internet: Der Dienst Google Books bietet ältere Bücher in beiden Formaten zum Download an. Weitere Quellen sind zum Beispiel das Projekt Gutenberg oder die Feedbooks-Webseite.
7.500 Mal umblättern
Ein Ladegerät liegt dem Sony PRS-600 Touch Edition nicht bei, der Ladevorgang erfolgt über den USB-Anschluss. Gegen Aufpreis liefert Sony ein externes Ladegerät. Die Ladezeit des Akkus beträgt nach Herstellerangaben vier Stunden über USB-Kabel oder zwei Stunden mit dem Ladegerät.
Im Test war das Gerät nach etwa drei Stunden am USB-Port vollständig geladen. Die Akkulaufzeit des PRS-600 richtet sich vor allem nach der Zahl der angezeigten Seiten, da die Anzeige nur Strom verbraucht, wenn sich der Inhalt des Displays ändert. Nach Herstellerangaben hält der Akku etwa 7.500 Seiten.
Fazit: Gelungenes Gerät, umständlicher Anschluss
Im Vergleich zum Vorgängermodell PRS-505 weist der PRS-600 viele kleine Verbesserungen auf, deutlichen Mehrwert bieten das größere Speicherangebot und der Touchscreen. Der Verzicht auf eine Tastatur bringt aber auch Nachteile: Der Einsatz eines berührungsempfindlichen Bildschirms erfordert eine zusätzliche Glasplatte vor dem Display, was für Spiegelungen sorgt.
Die Bedienung geht gut von der Hand, allerdings wirkt das Übertragen von neuem Lesestoff per USB-Schnittstelle umständlich - andere Modelle bieten den Zugriff auf PC, Internet oder Hersteller-Shop per UMTS oder WLAN an. Wer sich daran nicht stört und unterwegs gerne Bücher liest, kann für den Preis von 299 Euro dennoch ohne Bedenken zum neuen Sony-Reader greifen.

Sagen Sie Ihre Meinung!