Netzwelt auf der Flucht durch St. Paulis Straßen

Handy-Jagd: Mister X hetzt durch Hamburg

Das Smartphone-Spiel "Mister X Mobile" orientiert sich am Brettspielklassiker "Scotland Yard - Die Jagd nach Mister X". Wie in der Vorlage aus dem Ravensburger-Verlag machen die Detektive gemeinsam Jagd auf Mister X. Allerdings findet die Verbrecherhatz nicht am Wohnzimmertisch statt, sondern auf den Straßen und Plätzen echter Städte. Netzwelt spielt als Mister X den Hasen und war in Hamburg auf der Flucht.

Mister X Mobile
Mister X Mobile: Gagdets geben Hilfestellung für Jäger und Gejagte (links), die GPS-Karte stellt das wichtigste Werkzeug für das Detektivspiel dar (rechts). (Quelle: T-Labs)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Heimvorteil Mister X
  2. 2Nie wieder Gadgets
  3. 31:0 für die Detektive
  4. 4Betaphase und Verkaufsstart zum Jahresende

Fünf Detektive und ein Gejagter bereiten sich auf Einladung der Deutschen Telekom Laboratories vor dem Hamburger Empire Riverside Hotel auf die Handy-Schnitzeljagd vor. Die Ausrüstung jedes Teilnehmers der Schnupperrunde besteht aus einem HTC-Hero Android-Handy mit GPS-System, Bewegungssensor und Zugriff auf Google Maps. 20 Minuten soll die Spielrunde dauern, als Mister X erhalte ich immerhin zwei Minuten Vorsprung. Doch 120 Sekunden gehen schnell vorbei, wenn der Spieler weiß, dass nach dieser Zeit sein Standortsymbol zum ersten Mal auf der Handyanzeige der Verfolger erscheint.

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Heimvorteil Mister X

Ein Kilometer beträgt der Radius, in dem das Spiel stattfindet - das sollte zum Untertauchen genügen, zumal ich der einzige unter den mitspielenden Kollegen bin, der sich in Hamburg auskennt. Guten Mutes mache ich mich auf den Weg durch St. Paulis Straßen und Gassen - doch schon nach kurzer Zeit ertappe ich mich bei dabei, regelmäßig über die Schulter zu schauen, obwohl die Zwei-Minuten-Schonfrist noch nicht abgelaufen ist.

Egal, nach dem Durchqueren der ersten Nebenstraßen stellt sich nach und nach Erleichterung ein: Noch kein Verfolger in Seh- oder Hörweite, obwohl die Jagdsaison auf netzwelt-Redakteure bereits eröffnet ist. Doch schon beim Planen der nächsten Schritte machen sich die Verfolger bemerkbar: Die Amateur-Detektive spielen ein "Nasty Gadget" gegen mich. Die kleinen Programme funktionieren ähnlich wie Ereigniskarten bei Brettspielen, sowohl Jäger als auch Gejagtem stehen einige der Trumpfkarten zur Verfügung.

Nie wieder Gadgets

Auf einmal dreht sich die Handy-Karte in die falsche Richtung - die Verfolger haben das Gadget "Magnet" ausgespielt. Gemein: Das vom Veranstalter zur Verfügung gestellte Smartphone hat einen Bewegungssensor. Umdrehen des Handys bringt nichts - meine Kartenanzeige steht für drei Minuten Kopf. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, wenn die Karte nicht will, muss eben der Heimvorteil die Stunde retten. Plötzlich hallt ein Schrei durch die Straße.

"Danke Kollegen", denkt sich der Redakteur, als sich die halbe Straße nach dem Kerl umdreht, aus dessen Handy das laute Geräusch dringt. Mal wieder eines dieser Gadgets - diesmal der "Screamer". Die Verfolger prüfen so, ob sich Mister X in ihrer Nähe aufhält. Die gleiche Karte könnte ich jetzt auch ausspielen, das spare ich mir für den Moment aber und gebe Fersengeld. Der Screamer funktioniert nämlich nur, wenn die GPS-Positionen von Jäger und Gejagtem bereits recht nahe beieinander liegen.

Beim zügigen Abbiegen um die nächste Ecke kommt mir noch der Gedanke, eine "Nebelkerze" zu spielen - nach einer Vorlaufzeit von 20 Sekunden macht der Handy-Effekt die Karten der Mitspieler um die aktuelle Position für zwei Minuten unbrauchbar. Die Vorlaufzeit nehme ich im Moment lieber nicht in Kauf und statt dessen einmal mehr die Beine in die Hand. Den Weg zum Hans-Albers-Platz versperren schon die ersten Verfolger - ein schneller Schwenk entzieht mich ihren Blicken.

1:0 für die Detektive

Kurz vor Ablauf der Spielzeit schnappt mich dennoch ein Kollege beim Abbiegen in die Reeperbahn, das Rennen Heimvorteil gegen koordinierte Technik geht zugunsten der Gäste aus anderen Städten aus. Dieses Mal. Eines des wichtigsten Hilfsmittel der Verfolger stellt - einmal mehr - ein Gadget dar. Das Ausspielen der "Telefonkonferenz" verbindet alle Detektive per Telefonkonferenz für eine Minute zum Abstimmen der Strategie. Wenigstens kann das Opfer die Konferenz auch abhören.

Nach kurzer Atempause kommen Jäger und Opfer ins Gespräch, die Meinung ist einhellig: Die Straßenhatz bringt Spaß und hat Potenzial, für unerwartete Wendungen sorgen nicht nur die Mitspieler, sondern auch der Einsatz der hilfreichen bis gemeinen Nasty Gadgets. Derzeit begrenzen die Entwickler die Spielerzahl noch auf sechs Personen, für spätere "Mister X"-Runden sind aber auch Schnitzeljagden mit 100 Teilnehmern auf 30 Kilometer Radius denkbar.

Betaphase und Verkaufsstart zum Jahresende

Mister X Mobile soll Ende des Jahres in die Beta-Phase kommen und zum Jahresende im iPhone-App-Store zur Verfügung stehen. Die kostenpflichtige Anwendung wird von den Deutschen Telekom Laboratories und der Universität Bonn zum Großteil auf dem Android-System entwickelt. Erst später erfolgt die Portierung für das iPhone.

Aufgrund der größeren Verbreitung soll das Spiel zum Verkaufsstart dennoch nur auf Apple-Geräten laufen. "Wir planen zwar, Mister X Mobile auch auf Android-Handys zur Verfügung zu stellen, das wird aber nicht vor der ersten Jahreshälfte 2010 geschehen", sagt Stefanie Halle, Pressesprecherin der Deutschen Telekom AG. Zu den Kosten macht die Telekom noch keine Angabe.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Wer will, kann das Spiel jetzt mit etwas Glück mal selbst ausprobieren. Das Abendblatt sucht fünf Detektive, die am 26. April 2010 Mister X in der Innenstadt jagen wollen. abendblatt.de/misterx ...

Sehr spannend geschrieben!

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