Steckkarte bietet Internetanschluss für Digitalkameras

Eye-Fi: SD-Karte funkt per WLAN (Update)

Die SD-Karten des Herstellers Eye-Fi arbeiten auch als WLAN-Funkstation. Dank der neuen Steckkarten finden Bilder und Videos den Weg von der Digitalkamera ins Web oder auf den Rechner ohne Kartenwechsel. Das Update vom 25. November: "Eye-Fi-Karten auch in Deutschland" finden Sie am Ende des Beitrags.

Eye-Fi: SD-Karten mit WLAN-Modul
Explore Video, Pro und Share Video - die kleinen SD-Karten mit WLAN-Chip statten Digicams mit einem drahtlosen Internetanschluss aus. (Bild: Eye-Fi, Montage: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1SD-Karten mit Geotagging
  2. 2Mehrere Varianten der Eye-Fi-Karten
  3. 3Update vom 25. November: Eye-Fi-Karten jetzt auch in Deutschland

Gute Ideen sind meistens ziemlich einfach. Beispielsweise die Idee, Digitalkameras mit einem WLAN-Modul zu versehen. Das macht den lästigen Kartenwechsel überflüssig, um Bilder auf den PC oder ins Internet zu übertragen. Mit einer WLAN-tauglichen Digitalkamera kann der Anwender das direkt und ohne Kabel von der Kamera aus erledigen. Einige Hersteller wie Olympus oder Sony hatten bereits solche Geräte vorgestellt, doch so richtig konnte sich die Technik bisher nicht durchsetzen.

Jetzt probiert es der kalifornische Hardware-Hersteller Eye-Fi mit einem etwas anderen Konzept: Er baut die WLAN-Funktion einfach in eine SD-Speicherkarte ein. Der WLAN-Chip arbeitet mit dem Übertragungsstandard 802.11b/g. So kann der Anwender seine Digitalkamera in ein WLAN-Netz einklinken und Bilder auf Internetdienste wie Facebook, Flickr oder Picasa hochladen.

Werbung

SD-Karten mit Geotagging

Einige der Eye-Fi-Karten bieten zusätzlich eine Geotagging-Funktion, die die Position des Fotografen während der Aufnahme speichert. Das ist besonders auf Reisen oder im Urlaub praktisch - beim späteren Sortieren der Fotos lässt sich so der Aufnahmeort problemlos bestimmen.

Ein GPS-Empfänger in der Kamera ist dafür nicht erforderlich. Vielmehr werden die Daten von Wi-Fi-Standorten oder Hotspots in den USA, Europa und Asien aus einer Datenbank mit dem Standort abgeglichen, an dem die Kamera gerade eingeloggt ist. Diese Methode ist zwar nicht ganz so exakt wie GPS, funktioniert dafür aber auch in geschlossenen Räumen.

Mehrere Varianten der Eye-Fi-Karten

Vor dem Einstecken der Karte in die Kamera muss der Fotograf die zugehörige Software konfigurieren, die Einstellungen nimmt der Anwender am PC vor. Dazu zählt beispielsweise, in welches soziale Netzwerk die Bilder oder Videos hochgeladen werden sollen oder in welchem Verzeichnis auf dem PC die Dateien aus der Kamera landen sollen.

Erst dann steckt der Nutzer die Karte in die Kamera. Die Fotos werden anschließend automatisch übertragen, der Fotograf kann aber eine "Lock-Funktion" aktivieren und nur ausgewählte Dateien über das Netz schicken. Wer die Vorteile der neuen Kartengeneration nutzen will, kommt aber nicht billig davon: Je nach Modell kosten die SD-Karten zwischen 50 und 150 US-Dollar.

Außerdem lohnt sich der genaue Blick, welche Karte sich für welchen Anwendungszweck eignet. Eye-Fi bietet die folgenden Varianten an:

  • Home Card - Zwei Gigabyte Speicher, Basisfunktionen zum Übertragen von JPEG-Fotos auf PC oder Mac
  • Share Video - Vier Gigabyte Speicher, überträgt Bilder und Videos auch ins Internet
  • Explore Video - Vier Gigabyte Speicher, bietet zusätzlich Geotagging-Services
  • Pro Card - beherrscht neben dem Bildformat JPEG auch das RAW-Format

Wer nicht sicher ist, ob seine Kamera mit den Eye-Fi-Karten zusammen arbeitet, kann sich auf der Homepage des kalifornischen Herstellers kundig machen. Dort stellt Eye-Fi Kompatibilitätslisten bereit. Nach Angaben des Herstellers arbeiten mehr als 1.000 Digicams bereits mit den SD-Karten zusammen. Medienberichten zufolge sollen die Eye-Fi-Karten ab dem 19. Oktober in Europa zum Verkauf stehen.

Update vom 25. November: Eye-Fi-Karten jetzt auch in Deutschland

Ab sofort stehen die SD-Speicherkarten mit WLAN-Chip auch in Deutschland zum Verkauf, den Exklusivvertrieb der Eye-Fi-Produkte übernimmt der Computerhändler Gravis. Das hiesige Portfolio unterscheidet sich etwas vom amerikanischen Produktangebot. So bietet Gravis die Geotagging-Karte "Eye-Fi Geo Wireless SD Card" mit zwei Gigabyte Speicherplatz für 65 Euro an, eine Vier-Gigabyte-Variante steht nicht zum Verkauf.

Als günstigste Vier-Gigabyte-Karte verkauft der Händler die "Eye-Fi Share Video" für 90 Euro. Die Karte überträgt neben Fotos auch Videomaterial auf den Rechner oder zu passenden Internet-Diensten. Das teuerstes Angebot stellt mit einem Preis von 150 Euro die "Eye-Fi Pro" dar. Die Karte unterstützt als einziges Eye-Fi-Produkt den Upload von RAW-Dateien und bietet ebenfalls vier Gigabyte Speicherplatz.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge

Das sehe ich ganz anderes als der Vorschreiber. Mit dieser Funkkarte kann ich die Bilder gleich aufs iPad übertragen, um dort die Qualität einzuschätzen. Dann brache ich mein MacBookAir nicht mitzunehmen …

Wer braucht sowas wirklich? Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, dann habe ich mehrere 8GB Karten dabei. Und die Bilder über einen Provider zu Übertragen? Möchte nicht die Kosten sehen, die dabei...

Geotagging per Skyhook-Technologie ist "zwar nicht ganz so exakt wie GPS, funktioniert dafür aber auch in geschlossenen Räumen."??? Wenn es überhaupt funktioniert! Viel Spass beim urbanen Geotaggen. Hier die...

Eigenen Kommentar schreiben