Vorzeigegerät des Internet-Händlers auf dem Weg nach Deutschland

Amazon Kindle im Kurztest: E-Book-Reader spricht nur Englisch (Update)

Amazon Kindle im Kurztest: E-Book-Reader spricht nur Englisch (Update) Seit dem 19. Oktober 2009 verkauft das Internetkaufhaus Amazon seinen E-Book-Reader Kindle auch in Deutschland. Ian Freed, der bei Amazon für den Kindle zuständige Vizepräsident, führte netzwelt die internationale Version des Kindle vor dem offiziellen Verkaufsstart vor.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Zugang zum Kindle Store per UMTS
  2. 2Unbeleuchtete Anzeige mit scharfem Bild
  3. 3Schwammige Druckpunkte
  4. 4Teurer Lesestoff
  5. 5Dateiumwandlung per E-Mail
  6. 6Kein Kundendienst in Deutschland
  7. 7Fazit: Nicht schlecht, aber noch lange nicht perfekt
  8. 8Update vom 25. November: Neue Firmware öffnet auch PDF-Dateien

Das Update vom 25. November "Kindle öffnet auch PDF-Dateien" finden Sie am Ende des Artikels.

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Amazon versendet sein Kindle-Lesegerät ab dem 19. Oktober auch nach Deutschland. Der E-Book-Reader erscheint allerdings auch für Europa nur in englischer Sprache. Menüs und Tastatur verzichten auf Übersetzung und Umlaute, der Netzstecker passt ohne Adapter nicht in deutsche Steckdosen.

Das Gleiche gilt für die Vorlesefunktion, die nur englische Wörter korrekt wiedergibt. Immerhin lässt sich der Akku per USB-Kabel über einen Computer aufladen. Amazon-Vizepräsident Ian Freed sagt dazu: "Wir wollten den Kindle möglichst schnell in möglichst vielen Ländern verfügbar machen." Und eine Übersetzung koste bekanntlich Zeit. Angepasste Kindle-Ausgaben für verschiedene Sprachen schließt Freed zwar nicht aus, zu zukünftigen Plänen äußert er sich allerdings nicht.

Zugang zum Kindle Store per UMTS

Freed verspricht, dass die Käufer den Kindle sofort nach dem Auspacken nutzen können. Der drahtlose Zugriff auf Amazons Online-Buchladen über UMTS funktioniere ohne Vertrag, SIM-Karte oder Installation. Auch Gebühren fielen keine an, der Nutzer müsse lediglich die E-Mail-Adresse seines Amazon-Kontos eingeben.

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In Dunkel markierten Bereichen hat der Kindle Zugriff auf das UMTS-Netz. In helle Gebieten steht nur das EDGE- beziehungsweise GPRS-Netz zur Verfügung.

"Unser weltweiter Kooperationspartner ist AT&T", sagt Freed. Das US-Telekommunikationsunternehmen nutze im Ausland die UMTS-Netze anderer Mobilfunkfirmen. So könnten Kindle-Nutzer in über 100 Ländern drahtlos neue Bücher kaufen. "Kindle-Nutzer müssen nicht umständlich nach einem WLAN-Hotspot suchen, sondern haben immer direkten Zugriff auf unseren Buchladen", erläutert Amazons Kindle-Chef.

Unbeleuchtete Anzeige mit scharfem Bild

Der nur 290 Gramm schwere Kindle liegt angenehm in der Hand. Selbst im hell erleuchteten Konferenzraum eines Hamburger Hotels ist es kein Problem, sich vorzustellen, mit dem Gerät auf dem Sessel vor dem Kamin zu sitzen und einen Roman zu lesen. Zu dunkel darf es aber nicht sein, denn der Bildschirm des Kindle ist nicht beleuchtet.

Die Buchstaben auf dem 15 Zentimeter großen Bildschirm sind sogar bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut zu lesen. Für die Anzeige verwendet Amazon so genannte elektronische Tinte. Diese "E-Ink"-Technologie arbeitet besonders stromsparend. "Der Akku des Kindle hält vier bis 14 Tage - je nachdem wie lange das UMTS-Modul aktiv ist", erklärt Amazon-Vizepräsident Freed.

Schwammige Druckpunkte

Die Bedienung des Kindle erfolgt in der Regel mit dem Daumen. An jeder Seite des Geräts befindet sich eine Taste zum Umblättern, das Gerät eignet sich für Links- und Rechtshänder gleichermaßen. Zur Navigation in der Seite steht ein kleiner Joystick zur Verfügung, die Tastatur dient vor allem zur Eingabe von Notizen.

Es erfordert viel Kraft, die Knöpfe des Kindles zu drücken, die Druckpunkte fallen schwammig aus. Das träge E-Ink-Display erschwert die Bedienung zusätzlich. Als Ergebnis weiß der Nutzer nicht, ob eine Eingabe akzeptiert wurde. Vor allem anfangs sorgt das für ungewollte zusätzliche Eingaben.

amazon kindle
Der Versuch, die netzwelt-Seite mit dem Kindle anzuzeigen, ist nicht von Erfolg gekrönt.

Auf entsprechende Nachfragen sagt Freed: "Technisch wäre es kein Problem einen Touchscreen in den Kindle einzubauen, aber das Lese-Erlebnis würde zu sehr darunter leiden." Eine zusätzlich Glasplatte müsste in das Gerät eingebaut werden, die merklich mehr Spiegelungen verursache als der schlichte E-Ink-Bildschirm.

Testbericht: Amazon Kindle

Amazon Kindle im Test

Amazon bietet seinen neuen Kindle für 99 Euro an, erstmals besitzt dieser ein deutsches Menü. Was der Nutzer noch alles von dem E-Book-Reader erwarten darf, zeigt der netzwelt-Test. ~ Lisa Bruness

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