NYPD-Beamte öffnen bei Verhaftungen Handys
New York: Polizisten registrieren Handy-Nummern
Die New Yorker Polizei sammelt Handyinformationen von Festgenommenen. Die Beamten sollen bei jeder Verhaftung das Handy des Betroffenen öffnen und die IMEI-Nummer notieren. Das Vorgehen soll zukünftige Ermittlungen erleichtern. Amerikanische Bürgerrechtler protestieren.
Akku entfernen, IMEI aufschreiben
Das New York Police Department (NYPD) erstellt eine Datenbank, die in Zukunft Ermittlungen bei Verbrechen erleichtern soll. Soweit ein Verdächtiger ein Handy bei sich führt, notieren die Ordnungshüter bei jeder Festnahme die "International Mobile Equipment Identity"-Nummer (IMEI). Der Code dient zur eindeutigen Identifizierung eines Mobiltetelfons und wird vom Gerät vor jedem Telefonat an die Telefongesellschaft weitergeleitet. Mit der Ausnahme indischer Mobilgeräte weisen alle Handys eine eindeutige IMEI-Nummer auf.
Die "New Yorker Daily News" berichtete am gestrigen Donnerstag, dass Beamte in einem internen Polizeimemo dazu angewiesen seien, bei allen Verhaftungen den Handy-Akku zu entfernen. Das soll die Weitergabe von Informationen durch den Verdächtigen verhindern. Anschließend sollen die New Yorker Ordnungshüter die IMEI-Nummer aufschreiben. Anhand der gesammelten Daten kann die Polizei nach eigenen Angaben überprüfen, zwischen welchen Handys Telefonate stattgefunden haben. Das soll vor allem bei der Aufklärung von Rauschgiftdelikten helfen.
Bürgerrechtler Christopher Dunn von der "New York Civil Liberties Union" sagte gegenüber dem "Daily Mirror", dass bei diesem Prozedere die Datensammlung im Vordergrund stehe. Die IMEI-Liste ist nicht die einzige Datenbank, die vom NYPD erstellt wurde: 20 Millionen Anrufe und Telefonnummern, die bei der New Yorker Polizei eingingen, speicherten die Beamten bereits in einer so genannten "911-Datenbank".
Verbrechensaufklärung per Datenbank
Mit dieser 911-Datenbank konnten Polizisten schon einen Fall aufklären: Ein Räuber hinterließ ein Stück Papier mit seiner Handynummer am Tatort. Zunächst konnten die Polizisten die Rufnummer keinem bestimmten Gerät zuordnen. Der Abgleich mit der Datenbank brachte den Durchbruch: Der Räuber hatte zuvor die Polizei angerufen, weil er selbst Opfer eines Angriffs wurde - und den Polizisten am Telefon seine Personalien mitgeteilt.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge
Das ist bei uns (Deutschland) selbstverständlich schon lange Praxis! Die Polizei muss nur bei der Kontrolle sagen "Wir suchen nach Waffen oder Ähnliches" und schon nehmen sie dir Dein Handy ab " Wird überprüft ob...
Das so etwas bei uns - noch - eindeutig illegal wäre, bedeutet ja nicht, dass sich nicht der ein oder andere Politiker fände, der so etwas gerne mal seiner nicht-technikaffinen Klientel schmackhaft machen möchte....
Einerseits eine gute Idee - anderseits würde ein Aufschrei durch unser Land gehen, wenn sie es hier einführen würden. Meinen Segen hätten sie jedenfalls: je lauter die Datenschützer schreien, umso größer...