Anwälte decken neues Beweisematerial auf
YouTube-Klage: E-Mails erhärten Viacom-Vorwürfe
Der Medienkonzern Viacom versucht, der langjährigen Milliarden-Klage gegen Googles YouTube-Dienst eine neue Wendung zu geben. Nach Angaben der Unternehmensanwälte deuten neu ans Licht gekommene E-Mails darauf hin, dass YouTube-Mitarbeiter urheberrechtlich geschützte Viacom-Inhalte online gestellt haben.
Inhaltsverzeichnis
- 1Angeblich 160.000 Fälle von Urheberrechtsverletzung
- 2YouTube weist Anschuldigungen zurück
- 3Lichtblick nach Veoh-Klage
Angeblich 160.000 Fälle von Urheberrechtsverletzung
Bereits im März des Jahres 2007 hatte der Mediengigant Viacom, der unter anderem die Fernsehsender MTV, Viva, VH-1, Nickelodeon sowie die Filmproduktions-Unternehmen DreamWorks und Paramount Pictures verwaltet, eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen gegen YouTube eingereicht. So sollen fast 160.000 nicht von Viacom freigegebene Videos auf der Online-Plattform zur Verfügung gestanden haben. Der angestrebte Prozess beginnt voraussichtlich im Sommer 2010.
Nach Angaben des amerikanischen Nachrichtenportals Cnet haben Viacom-Anwälte inzwischen Zugriff auf interne E-Mails von YouTube. Die Schreiben sollen zeigen, dass Manager der Google-Tochter der Veröffentlichung nicht autorisierter Videos durch ihre Mitarbeiter tatenlos zugesehen haben. Viacom, ein europäischer Fußballverein und ein Musik-Verlag, die in einer separaten Sammelklage ebenfalls gegen YouTube vorgehen, sehen das frische Beweismaterial als neuen Eckpfeiler ihrer Klagen an.
YouTube weist Anschuldigungen zurück
Der YouTube-Pressesprecher Aaron Zamost sagte dazu am Montag in einer offiziellen Erklärung: "Die Beschreibung der angeblichen Beweise, die gegen eine gerichtliche Verfügung gestellt wurden, sind falsch und irreführend. Wichtige Zusammenhänge fehlen und sind vor allem nach bedeutenden Rückschlägen der Kläger entstanden."
"Der Beweis wird zeigen, dass wir unseren rechtlichen Verpflichtungen, die Rechte der Content-Eigentümer zu schützen, nachkommen", sagt Zamost weiter. YouTube hatte lange Zeit argumentiert, bei vielen Videos nicht entscheiden zu können, ob es sich um legales Material oder Raubkopien handelt. Des Weiteren führte das Unternehmen an, dass die Filmindustrie oft selbst Videos über YouTube bereit stelle.
Inzwischen hat das Video-Portal Werkzeuge entwickelt, die über ausgeklügelte Filter urheberrechtlich geschützte Materialien ermitteln. Außerdem arbeitet YouTube mit zahlreichen Medienunternehmen zusammen, um TV-Ausschnitte, Filme und Musikvideos auf dem eigenen Portal legal anbieten zu können.
Sollte sich der Vorwurf erhärten, wäre das ein harter Schlag gegen die Verteidigung, da YouTube das Urheberrecht in diesem Fall wissentlich verletzt hätte. Das Unternehmen wird derzeit durch den Digital Millenium Copyright Act geschützt, der vertrauenswürdige Onlinedienste von der Haftung für nicht autorisiertes Material ausschließt. Dieser Status könnte dem Konzern bei einer Niederlage entzogen werden.
Lichtblick nach Veoh-Klage
Vor etwa zwei Wochen entschied sich ein amerikanisches Gericht in einer Urheberrechtsklage von Universal Music gegen die Video-Plattform Veoh überraschend für den Angeklagten. So soll die Webseite nicht für die Rechteverletzungen durch Nutzer verantwortlich gemacht werden können. Allerdings hat sich Veoh bereits aus dem Video-Geschäft zurückgezogen. Trotzdem könnte die Entscheidung Signalwirkung für den YouTube-Prozess haben.







Beiträge
insgesamt 1 BeitragEinfach das Internet verbieten dann kann auch niemand mehr eine Urheberrechtsverletzung begehen !