Studie vergleicht Netzausbau in 66 Ländern

Breitband-Ausbau: Deutschland nur Mittelmaß

Während sich deutsche Politiker beim Thema Breitband optimistisch zu Wort melden, spricht eine aktuelle Studie an den Universitäten Oxford und Oviedo eine andere Sprache: Im Vergleich von 66 Nationen bewegt sich der deutsche Breitbandausbau lediglich im Mittelfeld.

Breitband-Studie Saïd Business School
Deutschland auf Platz 27: Mehr als ein Platz im Mittelfeld springt bei der Breitband-Studie nicht heraus. (Bild: Saïd Business School)

Beim Thema Breitband geben sich deutsche Spitzenpolitiker immer optimistisch: So scheint Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zufrieden mit der aktuellen Situation. "Es gibt sicher noch keinen Grund zur Euphorie, aber es ist sehr erfreulich, wie viele Akteure an der Umsetzung der Breitbandstrategie konstruktiv mitwirken", sagte zu Guttenberg kürzlich auf einer Veranstaltung der Deutschen Breitbandinitiative.

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Doch nach einer Studie in 66 Ländern der Saïd Business School an der Universität Oxford und der Universität Oviedo sieht die Breitband-Wirklichkeit in Deutschland weniger erfreulich aus. Die Autoren der Studie haben einerseits die Qualität der Breitbandnetze - dabei zählte vor allem die Geschwindigkeit - und andererseits deren Verbreitung in städtischen und ländlichen Gebieten untersucht und aus diesen Werten eine Rangliste erstellt.

Deutschland auf Platz 27

Deutschland landet nur auf Platz 27, hinter Bahrain und vor Zypern. Auf Platz eins liegt Südkorea, gefolgt von Japan, Hongkong, Schweden, der Schweiz und Holland. Schlusslichter auf den Plätzen 65 und 66 sind Kenia und Nigeria. Schweden ist das Land mit der höchsten Versorgungsqualität in Europa. Und auch das Land, das die Lücke zwischen Stadt und Land am besten geschlossen hat.

Teilweise erfreuen sich die schwedischen Bürger außerhalb der Großstädte sogar besserer Breitbandqualität als die in den Städten. Nur neun Länder, darunter Schweden, Litauen, Bulgarien, Niederlande und Dänemark verfügen über qualitativ so hochwertige Leitungen, dass künftig die flächendeckende Verbreitung von Web-Anwendungen wie High-Definition-Videos sichergestellt scheint. Deutschland gehört auch hier nicht zur Spitzengruppe.

Positive Entwicklung weltweit

Insgesamt sieht die vom Netzwerk-Ausrüster Cisco gesponserte Studie einen positiven Trend: Von den 66 untersuchten Ländern konnten 62 ihren Standard gegenüber dem Vorjahr verbessern. Der weltweite durchschnittliche Geschwindigkeit beim Download liegt derzeit bei 4,75 Megabit pro Sekunde, die Upload-Rate bei 1,3 Megabit pro Sekunde. Für die kommende Bundesregierung gibt es also auch in Sachen Internet eine Menge zu tun.

Nach Angaben der Bundesregierung können fast 40 Millionen deutsche Haushalte einfache Breitbanddienste mit mindestens sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit nutzen. Rund 38 Millionen Haushalte haben Zugang zu Breitbandanschlüssen mit einer Übertragungsleistung von mindestens einem Megabit pro Sekunde. Viele Experten schätzen entsprechende Übertragungsraten allerdings noch nicht als "richtiges" Breitband ein.

Das Ziel für die nächste Zukunft hat Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner ausgegeben: "Die flächendeckende Verfügbarkeit von leistungsfähigen Breitbandanschlüssen bis Ende 2010 ist wichtigstes Ziel". Wenn Deutschland das schaffen will, müssen sich Politik und Wirtschaft ranhalten.

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