Leistungsstarke Mittelformat-Kameras für Profis
Highend-Kameras: Neue Modelle von Hasselblad und Phase One
Hasselblads neue H4D bringt neben einem Sensor mit 60 Megapixeln auch eine neue Technik für perfekte Fokussierung. Dafür kostet die vielleicht beste Kamera der Welt auch knapp 30.000 Euro. Deutlich günstiger ist der neue Mittelformat-Bolide Phase One 645DF, der aber eine raffinierte Blitztechnik bietet.

Inhaltsverzeichnis
- 1Ausgereifte Fokustechnik
- 2Prozessor beseitigt Schwenkprobleme
- 330.000 Euro für 60-Megapixel-Sensor
- 4Phase One 645DF mit schneller Blitzsynchronisation
Der Fotoherbst bringt zwei neue Mittelformatkameras für professionelle Fotografen. Allen voran die neue Hasselblad H4D-60 mit 60-Megapixel-Sensor. Zum vierzigsten Jahrestag der Mondlandung, bei der die Fotos mit einer Hasselblad entstanden, wurde jetzt das neue Flaggschiff vorgestellt.
Ausgereifte Fokustechnik
Besonderes Kennzeichen der Kamera ist die neue Fokustechnik. Diese soll ein Problem lösen, das auftritt, wenn das fokussierte Objekt nicht in der Mitte des Bildes liegt. Dann muss der Fotograf in der Regel auf das entsprechende Objekt schwenken, fokussieren, den Auslöser halb drücken um die Schärfeebene zu speichern und dann die Kamera neu ausrichten.
Beim Schwenken der Kamera verändert sich aber auch die Neigung der Kamera - vor allem, wenn der Fotograf diese mit der Hand führt. Da die Schärfebene aber senkrecht zur Linsenachse steht, können Fokusfehler entstehen, besonders im Nahbereich. Auch die bei vielen digitalen Spiegelreflexkameras übliche Mehrfeldmessung kann dieses Problem nach Aussagen von Hasselblad nicht ganz ausgleichen, da die Messpunkte hier relativ eng um die Mitte gruppiert sind.
Prozessor beseitigt Schwenkprobleme
Die Hasselblad-Techniker setzen zur Lösung des Problems Sensoren ein, die nach der ersten Fokussierung auf das Objekt die Winkelgeschwindigkeit oder "Gierrate" bei der Bewegung der Kamera messen. Die Messwerte werden an einen Rechenkern weiter gegeben, den sogenannten "Absolute Position Lock"-Prozessor (APL).
Der Chip berechnet die erforderliche Fokusanpassung und gibt dem Fokusmotor im Objektiv entsprechende Kommandos. Damit werden die durch Neigung möglicherweise entstandenen Unschärfen kompensiert. Laut Hasselblad arbeitet das sogenannte "True Focus" so schnell, dass keine spürbare Auslöseverzögerung auftritt.
30.000 Euro für 60-Megapixel-Sensor
Der Hersteller legt der H4D die Bildbearbeitungssoftware Phocus 2.0 bei, das Programm soll so logisch aufgebaut sein, dass der Fotograf in weniger als 15 Minuten mit der Arbeit loslegen kann. Die Hasselblad H4D-60 soll im Januar 2010 in den Handel kommen und kostet dann knapp 29.000 Euro. Für 9.000 Euro weniger gibt es die H4D-50 mit 50 Megapixel-Rückteil.
Phase One 645DF mit schneller Blitzsynchronisation
Profifotografen, die nicht so viel auf dem Konto haben, werden vielleicht mit der neuen 645DF von Phase One glücklich, die noch im vierten Quartal 2009 auf den Markt kommen soll. Hier kostet das Gehäuse vergleichsweise bescheidene 4.290 Euro, ein Objektiv gibt es ab 1.790 Euro, Rückteile mit Sensor sind ab 5.000 Euro erhältlich.
Die in Zusammenarbeit mit dem japanischen Mittelformatspezialisten Mamiya entwickelte Mittelformatkamera glänzt mit eine Blitzsynchronisation von 1/1.600 Sekunde. Das gestattet beispielsweise Fotos von schnell bewegten Objekten mit entsprechender kurzer Verschlusszeit und Blitzlicht. Der Fotograf kann so bei der Aufnahmen von schnell bewegten Objekte im Dunkeln Bewegungsunschärfen vermeiden.
Der Autofokus der Kamera soll um 30 Prozent schneller arbeiten als beim Vorgängermodell. Auch an der Ergonomie haben die Entwickler gearbeitet: So sollen die Bedienknöpfe sich praktisch "blind" bedienen lassen. Bestimmte bevorzugte Kombinationen bei der Belichtung kann der Fotograf abspeichern und dann schnell abrufen. Neu sind auch drei zur Kamera passende Objektive von Schneider Kreuznach mit Zentralverschluss, Blendenöffnung 2,8 und den Brennweiten 55, 80 oder 110 Millimeter.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Digitalkamera-Technik hier.
