Universal-Fernbedienung im Test: One for All Xsight Colour

Software-Setup: Abstürze und unbekannte Codes

Der Hersteller verspricht: "Die komplette Installation ist ein Kinderspiel, ein Handbuch ist nicht notwendig". Ohne gedrucktes Regelwerk benötigt der Anwender für das Einrichten der One for All Xsight Touch allerdings viel Phantasie. Beim Einrichten eines Gerätes über das On-Screen-Menü der Fernbedienung verdecken nämlich Schaltflächen wie "Ok" oder "Weiter" wichtige Teile des Erklärungstextes. So gerät das Einrichten der Fernbedienung gerät für diejenigen zum Ratespiel, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.

Scheinbar hat One-For-All bei der Menü-Übersetzung vergessen, dass deutsche Sätze oft länger sind als englische. Trotz Aktualisierung der Firmware auf die Version 1.3.10 bleibt der Fehler bestehen. Im Test kam es zusätzlich gleich zwei Mal zu einem Komplettabsturz der Fernbedienung. Dann hilft nur noch das Entfernen der Batterie, um der One For All wieder Leben einzuhauchen.

One for All Xsight Colour
Großer Bahnhof: In wichtigen Menü-Ebenen verdecken Schaltflächen die nächsten Schritte.
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Auch das softwareseitige Einrichten der One For All Xsight Colour enttäuscht: Auf den ersten beiden Testrechnern versagte der Installations-Assistent seinen Dienst. Erst beim dritten Rechner lief die Einrichtung nach zweimaligem Neustart schließlich durch. Schlechte Karten für Apple-Anwender: Eine Mac OS X-Version steht erst gar nicht zur Verfügung.

Über großflächige Schaltflächen kann der Nutzer mit Hilfe der Software die zu steuernden Geräte einstellen, wird zwischenzeitlich aber immer wieder nach Geräte-Codes gefragt, die ohne Fachkenntnisse nur schwer zu ermitteln sind. Auch der Einrichtungsassistent liefert nur magere Hinweise zum Umgang mit dem Programm.

Unter Zuhilfenahme des englischsprachigen Geräte-Setups gelingt es schließlich drei verschiedene Geräte, namentlich einen Yamaha-Receiver, einen Kenwood-CD-Player und ein Magma-Fernsehgerät, einzurichten. Die Codes für alle Testgeräte lagen bereits in der internen Datenbank der Fernbedienung vor. Weitere Codes lernt die Xsight bei Bedarf hinzu, dazu muss allerdings der Original-Signalgeber des jeweiligen Herstellers zur Hand sein.

One for All Xsight Colour
Mächtiger Brocken: Abmessungen von 23,5 x 5,7 x 2,5 Zentimetern sind auf dem Wohnzimmertisch kaum zu übersehen.

Praktisch: Häufig genutzte Fernsehsender kann der Nutzer als Favoriten samt Logo speichern. Ein Druck auf die Taste neben dem Senderlogo im Display genügt, um beispielsweise zum ZDF zu wechseln. Auch das Erstellen so genannter "Makros", bei One For All "Aktivitäten" genannt, ist möglich. Ein Druck auf eine Aktivitäten-Taste löst eine Befehlskette aus, die beispielsweise nach und nach den Fernseher, den Receiver und die Stereo-Anlage einschaltet.

Praxis: Dem Zweck entsprechend

Wenn die Xsight erst einmal ordnungsgemäß eingerichtet ist, funktioniert sie ihrem Zweck entsprechend. Der Griff zu den Original-Fernbedienungen entfällt, selbst Spezialfunktionen wie das Ändern der Bildauflösung lassen sich mit der Xsight vornehmen. Gewöhnungsbedürftig sind die vielen unterschiedlichen Tastengruppen sowie die sperrigen Abmessungen der Fernbedienung.

Der Farbbildschirm bietet ein schlechtes Kontrastverhältnis und ist je nach Blickwinkel nur sehr schwer abzulesen. Immerhin bietet die Anzeige in der linken oberen Ecke eine kleine Digitaluhr. Als Zubehör verkauft der Hersteller spezielle Funksteckdosen, die ebenfalls mit der Xsight ansteuerbar sind. Dazu wird allerdings ein Umwandler benötigt, der aus dem Infrarot-Signal der Fernbedienung ein Funksignal macht.

Fazit: Zu viele Kinderkrankheiten

Als eines der Top-Produkte des "Erfinders der Universal-Fernbedienung" kann die One For All Xsight Colour nicht überzeugen. Sowohl die PC-Software als auch die Fernbedienungs-Firmware stecken voller Kinderkrankheiten. Bleibt zu hoffen, dass der Hersteller hier schnell in Form von Updates nachbessert.

Aber auch das Gerät weist Mängel in Verarbeitung und Haptik auf, die sich nicht durch ein Software-Update beheben lassen. Käufer, die auf ein komfortables Display und eine einfache Bedienung Wert legen, sollten einen Blick auf die Philips Prestigo werfen. Diese Fernbedienung ist zwar teurer, hält im Test aber, was sie verspricht. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, sollte eher zu einem Modell ohne Display greifen. Einen Einkaufsberater zum Thema Universal-Fernbedienungen finden Sie an dieser Stelle .

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