Plug-In erweitert Internet-Explorer-Funktionen
Browser: Google Chrome kapert Internet Explorer (Update)
Der Suchmaschinenanbieter Google hat am Dienstag das Browser-Plug-in "Google Chrome Frame" zum Download freigegeben. Die quelloffene Software klinkt sich in den Microsoft-Browser Internet Explorer ein und soll dessen Kompatibilität zu Webseiten und neuen Webstandards verbessern. Microsoft warnt vor der Installation des Google-Plug-ins.
Das Update "Microsoft warnt vor Google-Plug-in" vom 25. September finden Sie am Ende des Artikels.
Nach eigenen Angaben besteht seitens Google kein Interesse, mit der Aktion Marktanteile zu gewinnen. Vielmehr wolle das Unternehmen Webseiten-Entwickler beim Einsatz neuer Standards unterstützen.
Vorteile für Anwender und Entwickler
Google Chrome Frame soll Explorer-Anwendern Vorteile bringen: Nach Angaben des Unternehmens unterstützt das Plug-in den Internet Explorer (IE) bei der Anzeige von Webseiten, die bislang nicht kompatibel mit dem Microsoft-Browser sind und daher Fehler in der Darstellung aufweisen. Webentwickler müssen nur eine Codezeile in ihre Anwendungen einfügen, um die Anzeige über Chrome Frame zu aktivieren. Dazu stellt Google eine Anleitung für Seitenentwickler zur Verfügung, die den Programmieren zeigt, wie sie Seitenbesucher mit IE zur Installation von Chrome Frame auffordern können.
Chrome Frame unterstützt den Internet-Explorer ab Version 6 aufwärts und ersetzt die IE-Rendering-Engine nur dann durch die eigene Algorithmen, wenn die aufgerufene Seite den entsprechenden Code aufweist. Dazu bettet Google über das Plug-in seine komplette Browser-Engine in den IE ein, einschließlich der Javascript-Engine V8, der Offlinefunktionen für HTML-5, der Canvas-Elemente sowie Chromes webkit-basierter CSS- und Layout-Engine. Im Moment befindet sich Google Chrome Frame in einem frühen Entwicklungsstadium. Mit dem Plug-In soll in Zukunft auch die Nutzung von Google Wave und Google Gears mit dem Internet Explorer möglich sein.
Die Browser-Engine des Google-Programms Chrome gilt als eine der schnellsten Browser, die im Moment auf dem Markt verfügbar sind. Der Suchmaschinenbetreiber versucht mit einer übersichtlichen Oberfläche und einer einfachen Bedienung Marktanteile am Browser-Markt zu gewinnen. Zu den größten Konkurrenten des Google-Browsers zählen der Internet Explorer und Mozilla Firefox.
Update vom 25. September: Microsoft warnt vor Google-Plug-in
Das Unternehmen Microsoft rät Nutzern des Internet-Explorer-Browsers davon ab, das Plug-in "Google Chrome Frame" zu installieren. Der Software-Konzern warnt, dass die Installation einer ungeprüften Erweiterung die Sicherheit des Internet Explorers gefährde. Dabei beruft sich Microsoft auf eine Studie des amerikanischen Beratungsunternehmens NSS-Labs, die der aktuellen Version 8.0 des Internet Explorers eine vierfach bessere Erkennungsrate für Schadsoftware bescheinigt als dem Konkurrenzbrowser Google Chrome.
Die Studie wurde Anfang des Jahres 2009 erstellt und berücksichtigt daher nicht die aktuelle Version 3.0 des Google-Browsers. Thomas Baumgärtner, Sicherheitssprecher von Microsoft Deutschland, rät ausdrücklich von der Verwendung von Google Chrome Frame zusammen mit Browsern des Unternehmens ab. "Ich würde weder einem guten Freund noch Familienangehörigen dazu raten, Software wie Chrome Frame zusammen mit einem Microsoft-Browser zu verwenden", sagt Baumgärtner.
"Programme von anderen Anbietern, die nicht von Microsoft geprüft sind, stellen ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko für Surfer dar", erklärt der Microsoft-Sprecher. Nach Baumgärtners Aussagen bieten Erweiterungen wie Google Chrome Frame "eine große Angriffsfläche für Schadsoftware in einem sonst sicheren Browser". Der Grund: Der gleichzeitige Einsatz von beispielsweise Rendering-Engines verschiedener Hersteller biete nicht den gleichen Schutz vor Sicherheitslücken wie ein gut abgestimmtes Einzelprodukt.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 4 Beiträge
Insbesondere: Viel unsicherer kann zumindest der IE 6 nicht mehr werden! Das Ding ist fast 10 Jahre alt und es gibt seit mindestens 6 Jahren keinen Support/Sicherheits Updates mehr von Microsoft.
Sicher ist nun mal ein relative Einschätzung. Der Internet Explorer ist immer noch der am weitesten verbreitete Browser. Folglich sind die meisten Angriffe auf ihn gerichtet. Das ist ein Fakt. Und nur weil dadurch...
"Sonst sicherem Browser.." ??? Seit wann das denn? Der IE war noch nie sicher und solang er so eng mit Windows verbunden ist ändert sich das auch nicht... Gut, dass zumindest in dem Punkt die EU...
so siehts aus. microsoft zieht weiter den hass der webentwickler auf sich und google provitiert davon... marktanteile?... neeeeein, ach!... bei computerspielen oder neuen programmen interessiert auch keinen die...